Die Tabelle interessiert Schweikardt – noch – nicht

Nach der dritten Niederlage in Folge ist der Handball-Erstligist TVB 1898 Stuttgart mit 4:8 Punkten auf den 13. Tabellenplatz abgerutscht. Muss sich der TVB etwa auch in dieser Saison wieder nach hinten orientieren? „Die Tabelle hat aktuell keine Aussagekraft“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt. Wichtiger sei, wie sich die Mannschaft präsentiere. „Da kann ich ihr keinen Vorwurf machen.“

Der unerwartete Auswärtserfolg zum Auftakt gegen Leipzig, der erste Heimspielsieg nach fast einem Jahr gegen Wetzlar, dazwischen die Niederlage gegen den Vizemeister Rhein-Neckar Löwen: Nach 4:2 Punkten – und mit Gummersbach, Göppingen und dem Bergischen HC drei lösbare Aufgaben vor der Brust –, träumten die Optimisten im Umfeld des TVB schon von 8:4 Punkten.

Beim 30:31 gegen den Liga-Neuling Bergischer HC musste der TVB jedoch die dritte Niederlage in Folge einstecken – und schon treten die Kritiker wieder auf den Plan, die den TVB auch im vierten Erstligajahr im Abstiegskampf sehen.

Nach sechs Spieltagen trennen den TVB lediglich zwei Punkte vom vorletzten Platz. Für den Trainer indes besteht kein Grund, in Panik zu verfallen – im Gegenteil: „Wir schauen am Ende der Saison auf die Tabelle“, sagt Jürgen Schweikardt. „Das Spiel gegen den BHC hätte auch auf unsere Seite kippen können, und es wird nicht noch zehnmal so gegen uns laufen in dieser Saison.“

Natürlich sei’s frustrierend, nach einem Spiel „auf gutem Erstliganiveau“ mit leeren Händen dazustehen. „Wir hatten uns gut auf den Gegner vorbereitet.“ Einiges habe gut funktioniert, anderes nicht. Ein „generelles Problem“ im Spiel seiner Mannschaft habe er jedoch nicht gesehen, sagt Schweikardt. Wieder einmal habe die Summe vieler Kleinigkeiten den Ausschlag gegeben. Ein paar vergebene freie Chancen, zwei, drei technische Fehler zu viel und zu wenige gehaltene Bälle der Torhüter: Das reiche schon, um in einem so engen Match als Verlierer den Platz zu verlassen. „Außerdem fehlte uns in etlichen Situationen auch das Glück, das man einfach braucht.“

So scheiterte Sascha Pfattheicher, der zuvor gute Aktionen hatte, drei Minuten vor dem Ende beim 29:30-Rückstand bei einem Konter an Löwen-Keeper Bastian Rutschmann. „Wenn der reingegangen wäre, hätten wir vielleicht sogar noch gewonnen.“

Symptomatisch fürs Spiel war für den Trainer der Siebenmeter, der in der finalen Aktion zum Sieg der Gäste führte. „Ich kann’s nachvollziehen, dass die Schiedsrichter etwas gesehen haben und so entschieden haben“, sagt Schweikardt. Schade sei’s dennoch, weil Kristian Nippes frei zum Wurf gekommen sei und Jonas Maier das Duell gewonnen habe. „Ich denke, wir hätten den einen Punkt verdient gehabt, weil wir immer wieder viele Nackenschläge weggesteckt und nie aufgegeben haben.“

Wichtig war für den Trainer, dass sein Team im Heimspiel bis an die Grenzen gegangen sei. „Deshalb bin ich auch nicht enttäuscht.“ Wenn es sich weiterhin so präsentiere, stelle sich früher oder später auch der Erfolg ein. Am besten schon am Sonntag beim punktgleichen TSV GWD Minden. „Auch da müssen wir an unsere Grenzen gehen, um etwas mitzunehmen“, sagt Schweikardt. Sollte der TVB auch im vierten Spiel in Folge leer ausgehen, dann kennt Schweikardt bereits die Schlagzeile vor dem Spiel vier Tage später in der Scharrena gegen das noch punktlose Schlusslicht Eulen Ludwigshafen. „Das wird dann vermutlich zum Schicksalsspiel hochgeredet.“

Quelle: ZVW, Thomas Wagner