Handballlexikon

Handball von A-Z

A

Auszeit

Jede Mannschaft hat pro Spiel insgesamt dreimal das Recht auf eine Auszeit (Time-Out) mit einer Dauer von einer Minute, maximal zwei pro Halbzeit. Dieses Recht kann sie nur nutzen, wenn sie im Angriff ist. Eingeleitet wird diese Auszeit durch einen Mannschaftsverantwortlichen, meist dem Trainer, indem er eine grüne Karte mit einem T auf das Zeitnehmerpult legt. Der Zeitnehmer unterbricht dann sofort das Spiel mit einem akustischen Signal (Hupe, Pfeife). In dieser Minute darf der Trainer der Mannschaft wertvolle Tipps geben, sie neu einstimmen und Anweisungen erteilen. Häufig wird das Time-Out aber auch nur aus rein taktischen Gründen genommen, um den Spielfluss der gegnerischen Mannschaft zu unterbrechen.

Anwurf

Ein Anwurf wird immer zu Beginn des Spiels, zu Beginn der zweiten Hälfte und nach einem Treffer ausgeführt. Wenn ein Treffer erzielt wurde, wirft die Mannschaft an, gegen die das Tor erzielt wurde. Bevor eine Partie beginnt kommt es zu einer Platzwahl. Die Siegermannschaft der Wahl darf entscheiden, ob es den Anwurf ausführen, oder das Spiel auf der anderen Seite aufnehmen möchte. In der 2. Halbzeit werden die Seiten gewechselt und das Team, das in der 1. Halbzeit keinen Anwurf hatte, darf ihn jetzt ausführen. Der Anwurf wird von der Mitte des Spielfeldes, in eine beliebige Richtung ausgeführt. Der ausführende Spieler hat zur Ausführung, nach dem Anpfiff des Schiedsrichters, 3 Sekunden Zeit. Ein Fuß des Werfers muss dabei dieMittellinie berühren, während der andere die Linie nicht überschreiten darf. Alle Spieler befinden sich zum Zeitpunkt des Anwurfs, zu Beginn des Spiels und der 2. Halbzeit, in ihrer jeweiligen Spielhälfte. Nachdem ein Treffer erzielt wurde, dürfen sich die Spieler der gegnerischen Mannschaft allerdings auf dem gesamten Spielfeld aufhalten, ohne dabei den Mindestabstand von 3 Metern zum anwerfenden Spieler zu unterschreiten.

Abwehr

Es gibt drei grundlegende Formationen, mit denen man versucht, den gegnerischen Angriff vorzubeugen oder auch zu verhindern:

6:0 Abwehr
Alle verteidigenden Spieler stehen entlang des 6-Meter-Kreises. Der ballführende Angriffsspieler wird allerdings häufig schon auf 9-Meter attackiert. Dies ist die defensivste Form der Abwehr.

5:1 Abwehr
Ähnlich wie bei der 6:0 Deckung verteidigen fünf Spieler entlang des 6-Meter-Kreises während ein weiterer Abwehrspieler mittig vor den anderen auf ca. 9-Meter agiert und frühzeitig versucht die Passwege der angreifendenMannschaft zu behindern.

3:2:1 Abwehr
Entlang des 6-Meter-Kreises sicher drei Verteidiger (die Außenspieler und ein Spieler aus dem Mittelfeld) ihre Position. Die zwei Abwehrspieler von halblinks und halbrechts gehen in die Offensive auf 9-Meter. Ein weiterer Abwehrspieler agiert vorne in der Mitte auf 9-10 Metern als Speerspitze der Defensive. Diese Deckungsvariante gilt als sehr laufintensiv, aber auch am variabelsten.

Auswechselspieler

Zwischen Feld- und Auswechselspielern ist ein fliegender Wechsel möglich.Dieser darf während des Spiels jederzeit und wiederholt durchgeführt werden, sofern die zu ersetzenden Spieler die Spielfläche verlassen haben. DerSpielerwechsel darf dabei jedoch nur über die Auswechsellinie erfolgen. Diese bezeichnet den Auswechselraum außerhalb des Spielfelds, in dem sich die Ersatzspieler aufhalten und verläuft auf einer Längsseite des Spielfelds von der Mittellinie aus jeweils 4,5 m nach oben und unten. Übertritt ein Spieler unerlaubt die Wechsellinie, begeht er einen sogenannten Wechselfehler. Dieser wird mit einer Hinausstellung des fehlbaren Spielers und anschließendem Freiwurf bestraft. Die Mannschaft muss ebenfalls für die folgenden 2 Minuten um einen Spieler auf der Spielfläche reduziert werden. Betritt ein hinausgestellter Spieler während seiner Hinausstellungszeit die Spielfläche, erhält er erneut eine Hinausstellung, die sofort beginnt, und die Mannschaft muss für die Restzeit der ersten Hinausstellung auf der Spielfläche um einen weiteren Spieler reduziert werden. Das Spiel wird in beiden Fällen mit einem Freiwurf für die gegnerische Mannschaft fortgesetzt. In den höheren Handball-Ligen wechseln manche Mannschaften bei Angriffen einen weiteren Feldspieler für den Torwart ein, sodass insgesamt 7 Feldspieler den Angriff ausüben können. Verliert die Mannschaft den Ballbesitz, wird der Torwart wieder eingewechselt. Diese Taktik wird besonders in der Bundesliga verwendet. Zum Beispiel, wenn es kurz vor Spielende unentschieden steht und alles auf eine Karte gesetzt wird. Niedrigere Ligen wenden diese spezielle Taktik eher selten an.

B

Ball

Ein Handball besteht aus einer luftgefüllten Kunststoff- oder Lederhülle. Es gibt vier verschiedene Handball-Größen. Männer im aktiven Bereich nutzen den Ball mit der Größe 3, Frauen hingegen nur die Größe 2. Für Kinder und Jugend gibt es noch kleinere Größen.Der IHF-Männerball muss einen Umfang von 58-60 cm und ein Gewicht von ca. 450g haben. Der optimale Luftdruck liegt bei 0,5 bar. Größe und Gewicht für Bälle im „Mini-Handball“(für Kinder jünger als 8 Jahre) sind in der IHF-Regel nicht festgelegt. Im aktiven Bereich werden kaum noch Bälle ohne Harz gesehen. Die Bälle sehen dadurch etwas verschmutzt aus, sind jedoch griffiger.

C

Coach

Der Trainer oder Coach ist die Person, die eine Mannschaft strategisch im Spiel und Training anleitet. Er überlegt sich Taktik und Aufstellung im Spiel und die Übungen im Training. Meist wird er unterstützt durch einen Co-Trainer und Torwarttrainer. Auf der Bank im Spiel dürfen maximal vier Trainer/Betreuer sitzen.

D

Dreher

Der Dreher ist ein Handball-Trick beim Wurf. Der Spieler springt in den Kreis und gibt dem Ball einen Drall mit. So ändert die Kugel beim Aufprallen seine Richtung und dreht sich um den Torwart herum ins Netz. Außenspielern dient das besonders beim Wurf. Etwas vereinfacht wird der Wurf durch Harz am Ball, da man dem Ball einfacher Drall mitgeben kann.

E

Einlaufen

Das Einlaufen wird genutzt um eine Überzahlsituation zu schaffen und Zuordnungsprobleme in der Abwehr des gegnerischen Teams zu verursachen. In solchen Fällen läuft ein Außenspieler von seiner Position zum Wurfkreis, um sich als zweiter Kreisläufer anzubieten. Der einlaufende Spieler nimmt somit eine Sperrstellung ein. Als Folgehandlung können Kreuzen, Sperren oder eine 1:1 Situationen gespielt werden.

Ecke

Auf Eckwurf wird entschieden, wenn der Ball vor dem Verlassen der Spielfläche über die Torlinie außerhalb des Tores einen Abwehrspieler der gegnerischen Mannschaft zuletzt berührt hat. Nach Anpfiff des Schiedsrichters wird der Eckwurf vom Schnittpunkt der Torlinie mit der Seitenlinie auf der Seite des Tores ausgeführt, an der die Torlinie vom Ball überschritten worden ist. Der Eckwurf kann unmittelbar zu einem Tor führen.

Einwurf

Auf Einwurf wird entschieden, wenn der Ball die Seitenlinie überquert und das Spielfeld verlässt, der Ball die Hallendecke berührt oder wenn ein Feldspieler der abwehrenden Mannschaft den Ball zuletzt berührt hat, bevor dieser die Torauslinie seiner Mannschaft überquert hat. Im Vergleich zum Anwurf sieht man den Einwurf im Spiel nicht so häufig, jedoch ist er trotzdem eine regelmäßig zu beobachtende Spielsituation. Der Einwurf wird ohne Pfiff des Schiedsrichters von der Mannschaft ausgeführt, die nicht im Ballbesitz war. Wenn der Ball ins Toraus fliegt, er aber noch von dem Verteidiger berührt worden ist, gibt es einen Einwurf an der Stelle, wo der Ball die Spielfläche verlassen hat. Im Falle des Einwurfs an die Decke oder andere Einrichtungen ist die nächstmögliche Stelle als Ort für den Einwurf zu wählen. Der Ausführende muss mit einem Fuß auf der Seitenlinie stehen, bis er den Ball weitergespielt hat. Die gegnerische Mannschaft muss hierbei mindestens drei Meter Abstand zum einwerfenden Spieler halten. Ansonsten dürfen sie sich frei über das Spielfeld bewegen. Wenn der Einwurf jedoch unmittelbar bei der Torraumlinie ausgeführt wird, gilt die Abstandsregelung nicht mehr.

F

Fallwurf

Der Fallwurf wird häufig bei Würfen nahe der Torraumlinie angewendet. Es gibt zwei Arten wie man den Wurf ausführen kann: aus der Körperdrehung heraus oder frontal. Streng genommen ist der der Fallwurf ein Schlagwurf aus der Fallbewegung. In einer frontalen Stellung stehen die Füße fast schulterbreit parallel nebeneinander, die Knie sind leicht gebeugt und der Oberkörper ist etwas vorgebeugt. Der Ball liegt in beiden Händen vor dem Körper; aber etwas mehr seitlich zur Wurfarmseite. Während die Wurfarmschulter zum Ausholen zurückgenommen wird, wird die Fallbewegung mit dem leichten Vorbeugen der Knie eingeleitet. In der Zeit des Fallens werden die Beine gestreckt. Damit geht oft ein kräftiges Nach-Vorne-Springen einhergehen, um sich von Verteidigern zu lösen sowie um einen besseren Wurfwinkel zuerreichen. Die Wurfarmschulter wird nun abrupt nach vorne gebracht und der Ball dann etwa in Höhe des Kopfes geworfen. Beim Abfangen richtet der Rechtshänder seinen Blick zu Boden und stütz sich zunächst mit der linken Hand, danach zusätzlich mit der rechten ab. Eine weitere Möglichkeit ist das Abrollen über den etwas tiefer gehaltenen und angewinkelten, rechten Unterarm (Wurfarm), bei sehr späten Würfen auch über den gestreckten Wurfarm mit anschließender Rolle um die Körperlängsachse. Diese Wurftechnik erfordert viel Übung, da man sich sonst schnell verletzen kann.

Freiwurf

Wird im Handball durch den Schiedsrichter ein Foul gepfiffen, das zu einem Freiwurf führt, dann ist eine weitere Linie auf dem Spielfeld von großer Bedeutung: die Freiwurflinie. Diese Linie wird auch 9-m-Linie genannt und befindet sich außerhalb der Torraumlinie. Ein Freiwurf ist die Möglichkeit, einen Ball bereits im Bereich der Angriffszone vor dem gegnerischen Tor innerhalb der eigenen Mannschaft weiterzuspielen. Kein Spieler des angreifenden Teams darf dabei diese Linie übertreten, bevor der Ball noch nicht im Spiel ist. Damit wird sichergestellt, dass es keine vorschnellen Drängereien vor dem Anspiel gibt. Die Ruhe vor dem Sturm ist somit nur beim Freiwurf selbst gegeben, da sobald der Ball im Spiel ist, Gefahr für das Tor besteht und die verteidigende Mannschaft mit dem gesamten Team Abwehrarbeit leisten muss, welche die angreifende Mannschaft versucht zu unterbinden. Danach gibt es die übliche dynamische Spielstruktur, die für den Handballsport typisch ist. Die Freiwurflinie ist als gestrichelte Linie auf dem Spielfeld zu erkennen und befindet sich exakt neun Meter vom Tor entfernt und geht bis zu den Eckpositionen des Spielfeldes, also ist so wie die Torraumlinie durch einen Halbkreis zu erkennen. Fouls bei der Mittellinie oder in der Nähe dieser sind sehr selten, weil das Spielgeschehen sich sofort in der Nähe eines der beiden Tore befindet. Daher ist das Zusammentreffen beider Mannschaften bei der 9-m-Linie häufig zu beobachten.

Fuß

Es ist nicht erlaubt den Handball mit dem Fuß oder mit dem Unterschenkel zu berühren. Alle anderen Körperteile dürfen während des Spiels mit dem Ball in Kontakt kommen. Diese Regelung gilt allerdings nicht für den Torwart. Er darf auch die Füße zur Abwehr der Bälle benutzen.

Feldspieler

Die Feldspieler dürfen mit dem Ball höchstens 3 Schritte machen und den Ball währenddessen 3 Sekunden in der Hand halten. Der Ball darf dabei mehrfach mit einer Hand auf den Boden geprellt und die Hände dabei gewechselt werden. Wenn der Spieler den Ball aufnimmt, hat er wieder drei Sekunden und drei Schritte zur Verfügung, um abzuspielen oder auf das Tor zu werfen. Es ist jedoch nicht erlaubt, den Ball einfach hochzuwerfen und wieder zu fangen. Der Kreisläufer spielt eine besondere Rolle, seine Position entspricht etwa der eines Stürmers. Er lauert an der gegnerischen Torraumlinie und hält Ausschau nach Zuspielen.

G

Gelbe Karte

Die Gelbe Karte ist eine Verwarnung des Schiedsrichters an einen Spieler. Prinzipiell hat die gelbe Karte keine Auswirkungen auf das momentane Spielgeschehen. Jeder Spieler darf nur einmal verwarnt werden, danach folgt für ein Ähnliches vergehen eine Hinausstellung. Pro Mannschaft sind drei Verwarnungen möglich, bevor es ebenso zu Hinausstellungen kommt. Aktionen, die primär gegen den Körper und nicht gegen den Ball gehen, sind mit einer Gelben Karte zu bestrafen. Da körperlicher Einsatz gegen den Gegenspieler jedoch zum normalen Handballspiel gehört, muss ein körperliches Vergehen mit einer gewissen Intensität erfolgt sein, um bestrafungswürdig zu sein. Dies ist immer im Ermessen des Schiedsrichters.

Gegenstoß

Der Gegenstoß beschreibt eine Angriffstaktik im Handball, bei der man versucht, die gegnerische Mannschaft nach deren erfolglosem Angriff abzuwehren. Meistens beginnt dieser nach einem Fehlpass oder Fehlwurf. Erlangt die eigene Mannschaft den Ballbesitz, so ist das schnelle Umschalten von Abwehr auf Angriff besonders von Bedeutung, und es wird versucht, mit möglichst wenigen Stationen vor das Tor zu gelangen und abzuschließen. Oft gelingt das schnell, ohne jeglichen Spielzug und noch bevor die gegnerische Abwehr zurückgelaufen ist. In der Regel werden Tempogegenstöße von den Außenspielern durchgeführt und fast immer mit einem Sprungwurf abgeschlossen.

H

Harz

Handball-Harz ist aus dem heutigen Handballsport nicht mehr wegzudenken. Häufig wird der Ball geharzt, vor allem in den oberen Ligen sieht man kaum Spiele, in denen nicht geharzt wird. Handballharz wird dafür genutzt, um den Ball griffiger zu machen und die Ballkontrolle zu erhöhen. Das Harz sorgt dafür, dass der Ball auch nur mit einer Hand bequem gehalten und sogar gefangen werden kann und dass man mit dem Wurfarm auch diverse Täuschungen und Trickwürfe, wie zum Beispiel Dreher, ausführen kann. Insgesamt wird das Spiel schneller und spektakulärer. Es gibt verschiedene Arten von Harz. Am häufigsten wird Naturharz genutzt, welches man hauptsächlich an Bäumen findet. Die Hände, sowie die Kleidung bekommt man nach Verwendung nur mit speziellen Lösungsmitteln sauber. Alternativ wurde das Kunstharz entwickelt. Die Kunstharze gibt es in verschiedenen Anwendungsformen, wie z.B. Wachs oder Spray. Kunstharze sind wasserlöslich und einfacher zu entfernen. Dafür ist jedoch das Grip im Vergleich zum Naturharz geringer.

Hüftwurf

Bei dem Hüftwurf wirft der Spieler wie der Name schon sagt „aus der Hüfte“, der Ball verlässt die Hand auf Hüfthöhe. Diese Technik wird auch Unterarmwurf genannt.

Heber

Der Spieler versucht bei dieser Technik den Ball mit einer sehr steilen Flugkurve über den Kopf des Torwarts hinweg auf das Tor zu werfen. Der Heber wird oft bei Gegenstößen oder Würfen von den Außenspielern angewendet, besonders wenn der Torwart aus dem Tor tritt.

Heimspiel

Heimspiel ist ein Begriff aus dem Sport, der den Wettkampf im eigenenHeimatort bzw. bei internationalen Wettbewerben im eigenen Heimatland beschreibt. Das Publikum besteht in diesen Fällen hauptsächlich aus den Fans der betreffenden Mannschaft. Diese Art der Unterstützung kann dieHeimmannschaft oft für den eigenen sportlichen Erfolg nutzen und Motivation aus den Jubelrufen der Fans schöpfen. Das Pendant zum Heimspiel ist das Auswärtsspiel.

I

Intensität

Die Intensität ist im Handballsport sehr hoch. Das Spiel ist zwar mit zweimal 30 Minuten kürzer als im Fußball, jedoch sind kurze Sprints und Tempowechsel sehr häufig. Dies macht die Belastung enorm groß. Vor allem in der Abwehr ist Kraft sehr wichtig, da man auch schwere Gegenspieler halten können muss. Schnelle Beine und kurzer Antritt ist ebenso wichtig.

J

Jugend

In der Jugend lernt man im Handball die grundlegenden Dinge. Die kleinsten und jüngsten Handballer sind die Minis, dann kommt die E-Jugend, D-Jugend, C-Jugend, B-Jugend bis hin zur A-Jugend. In der A-Jugend ist es sogar schon möglich, in der Jugendbundesliga zu spielen. Das Handballspielen sollte einem von Jung auf gelernt werden, da Koordination, Zusammenspiel Regelkunde usw. nur schwer erlernbar sind. Kinder in der Jugend lernen schneller und haben eine höhere Auffassungsgabe wie Erwachsene.

K

Kampfgericht

Das Kampfgericht besteht aus Zeitnehmer und Sekretär.Neben dem Zeitnehmer, messen auch die beiden Schiedsrichter die Netto-Spielzeit. Der Zeitnehmer muss daher unmittelbar auf die Zeichen der Schiedsrichter reagieren und somit alle Spielunterbrechungen, Auszeiten und Hinausstellungen bestrafter Spieler notieren. Gemeinsam mit dem Zeitnehmer kontrollieren die Kampfrichter die Anzahl der Spieler und achten auf Fehler bei Ein- und Auswechselungen. Sie müssen die Schiedsrichter darüber informieren, die dann über die Beurteilung der Strafe entscheiden. Der Sekretär steht den Schiedsrichtern bezüglich der Spielleitung zur Seite. Er protokolliert das Spiel, indem er die Treffer, Strafen und Auszeiten schriftlich festhält. Bei Bedarf können auch Änderungen der Spielerliste durch ihn vorgenommen werden.

Kempa

Der Kempatrick wird im Handball auch als Königstrick bezeichnet. Der Ball wird während des Angriffs in den Torkreis geworfen, ein anderer Angriffsspieler springt außerhalb des Kreises ab, fängt den Ball in der Luft und wirft ihn noch bevor er den Boden wieder berührt auf das Tor. Mutmaßlicher Erfinder ist der deutsche Handballer Bernhard Kempa. Kempa ist ebenso ein bekannter Handballausrüster, der Sportkleidung herstellt. Kempa ist offizieller Ausrüster vom TVB 1898 Stuttgart.

Kreuzen

Das Kreuzen zählt zu den Grundtaktiken im Handball. Die Basis stellt der Positionswechsel zweier Spieler dar. Allgemein dient das Kreuzen als Einleitung einer kreativen Folgehandlung und nicht als das Herausspielen einer Torgelegenheit. Durch das Kreuzen kommt es oftmals zu Unstimmigkeiten in der abwehrenden Mannschaft, da die Abwehr teils positionsgebunden und teils raumgebunden agiert. Der Spieler im Rückraum der Mitte befindet sich beispielsweise im Ballbesitz. Er täuscht eine Bewegung vor. Der Spieler links hinter ihm läuft vor und bekommt einen Pass zugeworfen. Somit werden die Positionen getauscht. Als Folgehandlung könnte der Spieler nun einen weiteren Pass spielen oder nochmals mit dem Rückraum kreuzen.

L

Laufwurf

Der Laufwurf wird aus der Bewegung heraus ähnlich wie der Schlagwurf ausgeführt, nur über das seitengleiche Bein. Das bedeutet zum Beispiel, dass ein Rechtshänder mit seiner rechten Wurfhand wirft und dabei sein rechtes Bein vorne steht. Da dieser Bewegungsablauf ein Kontrast zum Schlagwurf darstellt, ist er besonders gut dazu geeignet, um den Torwart zu überraschen.

Ligasystem

Die höchste Liga in Deutschen Handball ist die DKB Handball-Bundesliga. Diese gilt auch als die Stärkste der Welt. Die Top-Teams sind die Rhein-Neckar Löwen, die SG Flensburg-Handewitt und die Füchse Berlin. Die Ligabesteht aus 17 Mannschaften, von denen zwei Mannschaften pro Saison absteigen und zwei neue Mannschaften aus der 2. Liga hochkommen. In der 2. Bundesliga sind die momentanen Topteams der VfL Lübeck-Schwartau, der HC Coburg und HBW Balingen-Weilstetten. Seit Februar 2009 ist die zweite Handballbundesliga eingleisig.

M

Mannschaft

Eine Mannschaft besteht aus bis zu 14 Spielern. Davon befinden sich 7 auf dem Feld (6 Feldspieler und 1 Torwart) während die übrigen Handballspieler auf der Auswechselbank sitzen und auf die Einwechslung durch den Trainer warten. Im Verlauf eines Handballspiels befinden sich also insgesamt 14 Spieler auf dem Spielfeld. Während des gesamten Spielverlaufs muss die Mannschaft einen Spieler als Torwart benennen. Ein Spieler, welcher als Torwart gekennzeichnet ist, kann jederzeit die Position als Feldspieler einnehmen. Ebenso kann ein Feldspieler jederzeit die Position des Torwarts einnehmen.

Mittellinie

Das Spielfeld im Handball ist genau 20 Meter breit und 40 Meter lang. Es gibt zwei Mannschaften und jede spielt eine der beiden Halbzeiten von links nach rechts bzw. nach der Halbzeit umgekehrt. Die Mittellinie teilt damit das komplette Spielfeld in zwei Hälften. Um Gerechtigkeit sicherzustellen, werden die Seiten nach der Pause getauscht womit z.B. veränderte Lichtverhältnisse oder andere Faktoren ausgeglichen werden können. Auch die Fangruppen, die für besonders gute Stimmung oder laute Atmosphäre sorgen, erlebt man eine Halbzeit lang intensiver als in der anderen Halbzeit, weil die Spieler dann ihr Tor auf der anderen Seite des Spielfeldes eingenommen haben und dem
Publikum somit nicht mehr ganz so nah sind. Das Spiel beginnt in jeder Hälfte an der Mittellinie durch den Anwurf. Ähnlich wie beim Einwurf hat der Werfer von der Seitenlinie ein Bein auf der Mittellinie. Es kann sich jedoch auch auf der Linie befinden sowie im Feld positioniert sein. Die Spieler der gegnerischen Mannschaft befinden sich in ihrer eigenen Hälfte und mindestens 3 Meter vom Werfer entfernt. Der Anwurf selbst wird in der Mitte der Mittellinie und damit im Zentrum des gesamten Spielfeldes durchgeführt. Er wird bei Hälftenbeginn ausgeführt und nach jedem Treffer. Daher gibt es im Handballsport sehr viele Anwürfe, weil die Zahl der Treffer hoch ist.

N

Nationalmannschaft

Die deutsche Männer-Handballnationalmannschaft, auch unter „Bad Boys“bekannt, repräsentiert den Deutschen Handballbund als Auswahlmannschaft auf internationaler Ebene bei Länderspielen gegen Mannschaften anderer Nationen. Den Kader nominiert der Bundestrainer, momentan ChristianProkop. 2016 gewannen die „Bad Boys“ die Europameisterschaft in Polen sowie 2004 in Slowenien. 2007 gewann die Nationalmannschaft die Weltmeisterschaft. Im damaligen Kader waren zwei der jetzigen TVB-Spieler, Michael Kraus und Johannes Bitter. 2024 ist Deutschland erstmal Ausrichter der Handball-Europameisterschaft. Die Europameisterschaft findet mit der Weltmeisterschaft im Wechsel statt.

O

Olympia

Handball stand erstmals 1936 bei den Olympischen Spielen in Berlin auf dem Programm, als Feldhandball mit elf Spielern auf Rasen. Nachdem Handball 1948 wieder aus dem Programm fiel, kam der Sport 1972 in München wieder ins Programm, nun aber als Hallenhandball. Die letzten Olympischen Spiele 2016 gewann bei den Männern Dänemark und bei den Frauen Russland.

P

Passives Spiel

Ein zu passives Spiel (auch Zeitspiel genannt) ist im Handball untersagt. Die Regel trägt zum Beispiel dazu bei, gezieltes und taktisches Verzögern zu unterbinden und den Spielfluss zu erhalten. Falls der Schiedsrichter den Eindruck bekommt, dass die angreifende Mannschaft nicht erkennbar versucht, ein Tor zu erzielen, hebt er die Hand. Damit zeigt er das Passive Spiel an. Die angreifende Mannschaft muss nun in einer bestimmten Zeit versuchen, an einen Torabschluss zu kommen. Seit dem 1. Juni 2016 sind das genau 6 Pässe. Schafft sie dies nicht, pfeift der Schiedsrichter ab und die gegnerische Mannschaft bekommt den Ball. Das passive Spiel kann von Schiedsrichtern nicht wieder zurückgezogen werden. Sobald jedoch der Torwart den Ball berührt und er trotzdem im Besitz der angreifenden Mannschaft bleibt, ist das Zeitspiel aufgehoben. Da das Passive Spiel allein dem subjektiven Empfinden des Schiedsrichters unterliegt, kommt es oft zu Meinungsverschiedenheiten und Diskussionen.

Positionen

Da es sieben Spieler auf dem Feld gibt, gibt es auch sieben verschiedene Positionen im Handball. Hierbei gibt es aber nur vier Gruppen. Der Torwart, die Außenspieler, der Kreisläufer und die Rückraumspieler.

Außenspieler werden auch Flügelspieler genannt und werden auf der linken und rechten Außenbahn eingesetzt. Meist spielen auf den beiden Positionen  sprungkräftige und schnelle Spieler. Einer der wichtigsten Aufgaben eines Außenspielers ist der Tempogegenstoß. Auf der rechten Seite werden in höheren Spielklassen meist nur Linkshänder eingesetzt, auf der linken Seite nur Rechtshänder.

Der Torwart ist im Handball der defensivste Spieler und befindet sich nur im Torraum. Sie tragen lange Kleidung und müssen sich im Spiel farblich von der eigenen Mannschaft, sowie vom Gegner abheben. Anders wie im Fußball tragen sie keine Torwarthandschuhe. Die Hauptaufgabe eines Torhüters ist es, Wurfversuche vom Gegner abzublocken und Tore zu verhindern. Bei misslungenem Torwurf oder gehaltenem Ball ist es die Aufgabe des Torwarts, den Ball schnellstmöglich wieder ins Spiel zu bringen. Dadurch kann die Mannschaft beispielsweise über den Tempogegenstoß oder die zweite Welle zu einem schnellen Torerfolg kommen. Wichtig als Torhüter ist sind schnelle Reflexe, eine rasche Auffassungsgabe und die Fähigkeit zur Antizipation. Ebenso ist eine gewisse Furchtlosigkeit vor dem Ball und Nervenstärke in Stresssituationen Grundvoraussetzung.

Der Kreisläufer ist der Spieler, der sich während dem Angriff der Mannschaft nur an der 6-Meter-Linie bewegt. Er steht meist mit dem Rücken zum Tor, damit er stets anspielbar für seine Mitspieler ist. Die wichtigste Aufgabe für Kreisläufer ist es, Lücken in der gegnerischen Abwehr für seine Teamkameraden zu schaffen. Dies gelingt ihm durch Sperren. Die Aufgaben des Kreisläufers können je nach Deckungssystem des Gegners variieren. Bei relativ offensiv deckendem Gegner versucht sich der Kreisläufer oft freizulaufen und Anspielstation für seine Mitspieler zu sein. Bei einerdefensiven Abwehr ist es seine Aufgabe, die Abwehr auseinander zu ziehen und Lücken zu schaffen. Das Festhalten des Kreisläufers an Trikot oder Armen, sowie das Schubsen ist zwar offiziell nicht zulässig, wird jedoch häufig gesehen. Ein hohes Körpergewicht ist vorteilhaft, um sich gegen die Gegenspieler durchsetzen zu können. Hohes Durchsetzungsvermögen und Fangsicherheit sind daher sehr wichtig.

Rückraumspieler befinden sich während des Angriffs meist hinter der 9-Meter-Linie, dem sogenannten Rückraum. Normalerweise gibt es im Spiel drei Rückraumspieler: Rückraumlinks, Rückraummitte und Rückraumrechts. Der Spieler auf der Position Rückraum Mitte wird oft auch Spielmacher genannt, da er zum Beispiel Spielzüge ansagt und einleitet. Oft haben die Spielzüge Nummern oder Zeichen, welche der Spieler in der Mitte zeigt, damit jeder andere Spieler der eigenen Mannschaft Bescheid weiß, was nun folgt. Bei vielen Spielmachern sind Torerfolge aus dem 9-Meter-Raum eher selten. Die Hauptaufgabe des Mittespielers besteht darin, Bälle zu verteilen, den Kreis anzuspielen, den Spielüberblick zu bewahren und in die Lücken einzubrechen. Während gerade im Männerhandball die Rückraumpositionen links und rechts meist mit sehr groß gewachsenen Spielern besetzt sind, kann die Position Rückraum Mitte auch von kleineren Spielern sehr gut ausgefüllt werden.

Rückraum links und Rückraum rechts werden auch als sogenannte „Shooter“bezeichnet, da deren Aufgabe hauptsächlich darin liegt, vor der 9-Meter-Linie zum Torabschluss zu kommen. Diese zwei Positionen sind deshalb normalerweise mit sehr groß gewachsenen Spielern besetzt. Ziel ist es, den Ball mit Wurfkraft und Sprunghöhe über den gegnerischen Abwehrblock ins Netz zu werfen. Neben dem Werfen aus dem Rückraum sind andere Aufgaben zum Beispiel den Kreis und Außenspieler anzuspielen, damit über
diese Positionen Torerfolge gelingen können. Die Trefferquoten der Rückraumspieler sind im Vergleich zu Außenspielern oder Kreisläufern deutlich niedriger. Das liegt vor allem am weiten Abstand zwischen Tor und Spieler. Dies gibt dem Torwart mehr Reaktionszeit.

Pokalspiel

Der DHB-Pokal ist der wichtigste deutsche Handball-Pokalwettbewerb für Vereinsmannschaften. Jedes Jahr wird er vom Ligaverband der Handball-Bundesliga (HBL) arrangiert. Die besten vier Mannschaften spielen im Final 4 den Sieger aus. Der Rekordmeister im DHB-Pokal ist der THW-Kiel mit 13Teilnahmen am Finale und 10 Titeln.

Prellen

Mit einer Hand wird der Ball wiederholt zu Boden geprellt. Dabei darf die dribbelnde Hand gewechselt werden. Es dürfen maximal drei Schritte ohne Prellen gelaufen werden. Sobald versucht wird den Ball wieder zu fangen, ist der Vorgang beendet. Des Weiteren ist es erlaubt einen am Boden liegenden Ball zu rollen.

Pass

Unter einem Pass versteht man die Abgabe des Spielballs innerhalb einer Mannschaft zum Überwinden des Spielfeldes. Beim Handball muss der Ball nach 3 Sekunden in der Hand eines Spielers an einen anderen abgegeben werden.

Q

Qualifikation

Unter einem Pass versteht man die Abgabe des Spielballs innerhalb einer Mannschaft zum Überwinden des Spielfeldes. Beim Handball muss der Ball nach 3 Sekunden in der Hand eines Spielers an einen anderen abgegeben werden. In den deutschen Handballligen gibt es keine Qualifikation für die Liga. Man kann nur auf- und absteigen. In der Jugend wiederum qualifiziert man sich jährlich für die Liga, in der man spielen will. Bei der Qualifikation für die Welt- und Europameisterschaften läuft es ähnlich ab wie im Fußball. Um mitzuspielen, muss man die Vorrunden bzw. Qualifikationsrunden für sich entscheiden. Die Qualifikation für die EHF-Champions League ist etwas komplizierter. Die Anzahl der Teilnehmer, die eine Nation in der EHF Champions League stellen darf, ergibt sich aus der EHF-Rangliste. Je besser die Nation platziert ist, desto mehr Mannschaften sind für die Champions League startberechtigt. 2017/2018 waren zwei Clubs der DKB Handball-Bundesliga in der EHF Champions League vertreten. Dies wird auch 2018/2019 der Fall sein.

R

Rote Karte

In den häufigsten Fällen wird die rote Karte für „3 mal 2 Minuten“ gezeigt. Wenn ein Spieler 3 Mal für ein Foul mit 2 Minuten hinausgestellt wurde, bekommt er nach der dritten Zeitstrafe die Rote Karte gezeigt und muss das Spielfeld verlasse. Bei gesundheitsgefährdenden, besonders rücksichtslosen oder gefährlichen Aktionen wird eine Disqualifikation ausgesprochen. Hierzu gehört zum Beispiel auch das Stoßen von hinten im Sprung oder das grobe Wurfarm greifen. Hat ein Spieler bereits eine Herausstellung von 2 Minutenerhalten und begeht einen weiteren Regelverstoß, wird auch dieserdisqualifiziert. Sobald die Disqualifikation ausgesprochen wird, hebt der Schiedsrichter eine rote Karte. Somit können alle Spieler und die Zuschauer sehen, dass der Spieler das Spielfeld verlassen muss. Dieser darf während des Spiels keinen Kontakt mehr zur Mannschaft haben. Die Disqualifikation gilt bis zum Spielende. Auch der Trainer oder der Torwart können neben den Feldspielern disqualifiziert werden, wenn sie sich völlig indiskutabel verhalten sollten. Bei Unsportlichkeiten wie Beleidigungen, Nachtreten oder sogar Nachschlagen gibt es ebenfalls die Rote Karte. Falsches Verhalten wie dieses wird außerdem auch im Spielbericht notiert und hat eine Falluntersuchung nach Ende des Spiels zur Folge. Dies kann zusätzlich zu einer Sperre beteiligter Spieler führen.

S

Siebenmeter

Ein 7-m-Wurf kommt dann Zustande, wenn eine eindeutige Torgelegenheit auf dem Spielfeld durch den Gegner oder auch durch einen Zuschauer verhindert wird. Ursache kann auch ein unberechtigter Pfiff bei einer klaren Torgelegenheit sein. Sollte ein Spieler trotz Regelmissbrauch in Ballbesitz bleiben, wird nicht auf Siebenmeter entschieden. Nach Pfiff des Schiedsrichters muss der 7-m Wurf innerhalb von 3 Sekunden ausgeführt werden. Dabei darf der Werfer bis zu einem Meter hinter der 7-m-Linie stehen, diese jedoch nicht berühren oder überschreiten, bevor der Ball seine Hand verlassen hat. Der Ball darf dann erst wieder von dem Werfer oder der eigenen Mannschaft berührt werden, wenn dieser vorab von einem Spieler der gegnerischen Mannschaft oder dem Pfosten berührt wurde. Während der Ausführung des Wurfes müssen sich die anderen Mannschaftsmitglieder des Werfers außerhalb der Freiwurflinie befinden. Wird diese Regel missachtet, bekommt die andere Mannschaft einen Freiwurf zugesprochen. Auch die Spieler der gegnerischen Mannschaft müssen sich außerhalb der Freiwurflinie und mindestens 3 m von der 7-m Linie entfernt aufhalten. Missachten sie diese Regel, wird der 7-m-Wurf wiederholt, wenn kein Tor erzielt wurde. Der 7-m-Wurf wird auch wiederholt, wenn der Torwart die 4-m-Grenzlinie überschreitet und kein Treffer erzielt wurde. Ab dem Moment in dem sich der Werfer in Wurfposition befindet, ist es untersagt den Torhüter auszuwechseln.

Strafe

Im Handballsport reagiert der Schiedsrichter mit verschiedenen Stufen an Strafen auf Regelverstöße oder unsportliche Handlungen. Die erste Stufe ist die Verwarnung (Gelbe Karte), daraufhin folgt die Hinausstellung (2-Minuten-Strafe), welche jedoch auch bei schwereren Vergehen direkt geltend gemacht werden kann. Als letzte Stufe erfolgt die Disqualifikation, welche bei besonders schlimmen Fouls oder auch bei außerordentlich unsportlichem Verhalten ausgesprochen werden kann. Ein Angriff auf den Körper eines Gegners, ohne dass dieser den Angreifer kommen sehen kann, wie zum Beispiel von hinten, wird oft mit einer direkten Disqualifikation beurteilt, da sich der Spieler bei so einer Aktion sehr schnell und schwer verletzen kann.

Schiedsrichter

Ein Schiedsrichter ist in vielen Sportarten im Einsatz und stellt sicher, dass die Regeln eingehalten. Oft ist auch ein ganzes Team von Schiedsrichtern bei Vorort. Im Handballsport gibt es zwei gleichberechtigte Schiedsrichter. Unterstützt werden diese durch einen Zeitnehmer und einen Sekretär.
Um von den anderen Beteiligten am Spiel unterscheiden zu können, ist die Farbe schwarz für die Schiedsrichter reserviert. Außerdem tragen sie elektronische Kommunikationssysteme, um sich miteinander zu besprechen, ohne nebeneinander stehen zu müssen. Die Arbeit der Schiedsrichter beginnt schon mit dem Betreten des Wettkampfortes. Sie prüfen die Spielfläche, die Beschaffenheit der Tore sowie die Bälle. Hinzu kommt die Prüfung von Mannschaft, Kleidung, Kleidung, Spielprotokoll und die Ausrüstung der Spieler. Die Schiedsrichter sind auch dafür verantwortlich, dass sich die Spieler vor dem Spiel nicht beleidigen oder eine Schlägerei beginnen. Falls es doch Konflikten dieser Art kommen sollte, sind sie sofort im Einsatz und versuchen als Streitschlichter auf die Betroffenen einzuwirken und entsprechende Strafen zu verteilen. Vor dem Spiel erfolgt zuletzt das Losen von einem Schiedsrichter in Gegenwart der beiden Mannschaftskapitäne. Das Los entscheidet welche Mannschaft anspielen darf. Während des Spiels haben die Schiedsrichter die Aufgabe, Fouls und andere Vorfälle abzupfeifen, zu ahnden oder Spieler für Verstöße zu bestrafen. Es wird bis zum Spielende gepfiffen und es gibt keine Reserveschiedsrichter. Ist einer der Beiden verhindert, muss der andere das Spiel bis zum Ende leiten –außer es wurde etwas anderes vereinbart. Beide Schiedsrichter notieren sich alle Tortreffer sowie alle ausgesprochenen Strafen und messen die Spielzeit. Zusätzlich sind sie für die Dokumentation des Spiels in Form eines Spielprotokolls verantwortlich. Sie können das Spiel in besonderen Fällen auch abbrechen. Alle Entscheidungen eines Schiedsrichters gelten und sich unanfechtbar. Rückfragen der Mannschaft ausgehend vom Mannschaftskapitän sind die einzige Ausnahme. Die anderen Spieler haben keine Berechtigung die Entscheidung der Schiedsrichter zu diskutieren. Sollten sich die Schiedsrichter bei der Beurteilung der Strafhöhe nicht einigen können, gilt immer die schwerwiegendere Strafe. Bei unterschiedlichen Meinungen zu einer Spielsituation dürfen sich die Schiedsrichter beraten und nach kurzer Besprechung ein Urteil fällen.

Schritte

Die Feldspieler dürfen mit dem Ball in der Hand höchstens drei Schritte laufen. Danach muss abgespielt oder gedrippelt werden. Wenn ein Spieler zu viele Schritte mit Ball läuft, pfeift der Schiedsrichter ab und die gegnerische Mannschaft bekommt den Ball.

Sperren

Beim Sperren stellt sich ein Kreisläufer vor einen Abwehrspieler, um eine Angriffsaktion durchführen zu können. Der Abwehrspieler wird dadurch somit von ihm gesperrt. Eingeleitet wird die Sperrsituation durch den Ballbesitzenden Spieler, indem er den Abwehrspieler von der geplanten Sperrposition weg in Bewegungsrichtung zwingt. Voraussetzung ist eine genaue Beobachtung des Verhaltens des Ballbesitzenden Spielers durch den Kreisspieler. Das Sperren ist somit eine sehr komplexe Angriffstaktik und basiert auf eine optimale Absprache.

Sprungwurf

Der Sprungwurf gliedert sich in drei Phasen. Die Vorbereitungsphase setzt sich aus dem Anlauf, dem Absprung und dem Zurückführen des Wurfarms zusammen. Eingeleitet wird der Absprung in der Regel mit einem Dreischrittrhythmus. Während des letzten Schrittes wird der Arm nach oben geführt. Zur Schwungverstärkung wird das rechte Knie seitlich außen mit angewinkelt und hochgezogen, was die Stabilisation fördert. In der Hauptphase wird der Ball am Kopf vorbei über die Bauchmuskeln, Drehung des Oberkörpers, Armzug und Nachklappen des Handgelenks nach vorne gezogen. Das rechte Bein stabilisiert dabei die Wurfbewegung durch die Gegenbewegung in Richtung Boden. In der Endphase des Sprungwurfs wird beidbeinig gelandet oder auf dem Absprungbein, das Schwungbein fängt dabei die Vorwärtsbewegung wieder ab.

Seitenlinie

Gelangt der Handball ins Aus, geht dieser an die gegnerische Mannschaft, danach wird das Spiel durch einen Einwurf fortgesetzt. Dabei hat der werfende Spieler ein Bein auf der Seitenlinie, die Position des anderen Beines ist nicht von Bedeutung. Die Gegenspieler sind mindestens 3 Meter entfernt, sodass der Einwurf in Ruhe durchgeführt werden kann. Das Spiel konzentriert hauptsächlich auf den Bereich um das Tor und um die Torraumlinie herum. Die Seitenlinie spielt hier aber auch eine große Rolle, weil man gute Außenspieler haben kann, die von der Seite einen Wurfversuch wagen könnten. Diese Seitenposition setzt sich aus der Seitenlinie und der Torlinie zusammen, die einen rechten Winkel bilden wo besonders guteSpieler mit einem gezielten Wurf für eine Überraschung sorgen können. Kommt man als Team in der Mitte nicht durch kann ein gezielter Pass zu dieser Position für einen Torerfolg sorgen. Der misslungene Pass führt hingegen dazu, dass der Ball die Seitenlinie überquert und damit die Angriffsaktion beendet.

Schlagwurf

Der Schlagwurf, auch Stemmwurf oder Kernwurf genannt, stellt die Grundtechnik des Werfens im Handball dar. Alle weiteren Würfe basieren auf dieser Wurftechnik. Außerdem handelt es sich bei dem Schlagwurf um die allgemein härteste Wurftechnik im Handball. Der Ball kann hierbei eine Geschwindigkeit von 130km/h erreichen. Wendet man weniger Kraft an, so kann er auch als Pass gespielt werden. Der Spieler wirft aus dem Stand, d. h. beide Füße haben Bodenkontakt. Der Schlagwurf kann in drei Phasen geteilt werden. Bei einem Rechtshänder steht das linke Bein leicht nach innengedreht in Schrittstellung. Der Ball wird vor dem Körper gehalten. Nun wird der Ball mit der Wurfhand über den Kopf geführt bis der Arm nahezu gestreckt ist. Der Ellenbogen befindet sich in etwa auf Schulterhöhe, sollte aber 90° nicht unterschreiten. Währenddessen zeigt die linke Schulter nach vorne und der Oberkörper befindet sich in einem leichten Hohlkreuz. Durch die Aktivierung der Bauchmuskeln wird der Oberkörper nach vorn geleitet. Zusätzliche Kraft wird aus der Rotation im Oberkörper gewonnen. Durch den nachgehenden Armzug erhält der Ball an Geschwindigkeit und seine Richtung. Der Rechtshänder fängt dann den Schwung mit seinem rechten Fuß ab. Hierbei bleibt der Blick in Wurfrichtung.

Stürmerfoul

Der Begriff Foul beschreibt im Sport ein regelwidriges Verhalten: Während des laufenden Spiels missachtet ein Spieler seine eigenen Pflichten oder die Rechte eines Gegners, wirkt unsportlich auf einen Gegenspieler ein und/oder behindert auf unkorrekte Weise einen möglicherweise kurz bevorstehenden Erfolg der gegnerischen Mannschaft. Ein Foul kann absichtlich oder unabsichtlich als Folge einer missglückten regelgerechten Aktion durch einen Spieler begangen werden. Ein Stürmerfoul, oft auch Offensivfoul genannt, liegt vor, wenn ein Spieler der angreifenden Mannschaft einen Gegenspieler foult. Dies hat in der Regel Freiwurf zur Folge.

T

Tor

Zwischen Feld- und Auswechselspielern ist ein fliegender Wechsel möglich.Dieser darf während des Spiels jederzeit und wiederholt durchgeführt werden, sofern die zu ersetzenden Spieler die Spielfläche verlassen haben. DerSpielerwechsel darf dabei jedoch nur über die Auswechsellinie erfolgen. Diese bezeichnet den Auswechselraum außerhalb des Spielfelds, in dem sich die Ersatzspieler aufhalten und verläuft auf einer Längsseite des Spielfelds von der Mittellinie aus jeweils 4,5 m nach oben und unten. Übertritt ein Spieler unerlaubt die Wechsellinie, begeht er einen sogenannten Wechselfehler. Dieser wird mit einer Hinausstellung des fehlbaren Spielers und anschließendem Freiwurf bestraft. Die Mannschaft muss ebenfalls für die folgenden 2 Minuten um einen Spieler auf der Spielfläche reduziert werden. Betritt ein hinausgestellter Spieler während seiner Hinausstellungszeit die Spielfläche, erhält er erneut eine Hinausstellung, die sofort beginnt, und die Mannschaft muss für die Restzeit der ersten Hinausstellung auf der Spielfläche um einen weiteren Spieler reduziert werden. Das Spiel wird in beiden Fällen mit einem Freiwurf für die gegnerische Mannschaft fortgesetzt. In den höheren Handball-Ligen wechseln manche Mannschaften bei Angriffen einen weiteren Feldspieler für den Torwart ein, sodass insgesamt 7 Feldspieler den Angriff ausüben können. Verliert die Mannschaft den Ballbesitz, wird der Torwart wieder eingewechselt. Diese Taktik wird besonders in der Bundesliga verwendet. Zum Beispiel, wenn es kurz vor Spielende unentschieden steht und alles auf eine Karte gesetzt wird. Niedrigere Ligen wenden diese spezielle Taktik eher selten an.

Torraum

Mit einem Radius von sechs Metern befindet sich der Torkreis in einer durchgezogenen Linie. Diese Linie darf von Feldspielern nicht übertreten werden, nur allein der Torwart befindet sich im Torraum. Sobald ein Feldspieler den Torraum betritt führt dies zur Ballverlust der Mannschaft und somit Ballgewinn der anderen Mannschaft. Im Torraum befindet sich eine 4-Meter-Linie, welche aber nur beim Siebenmeter relevant ist. Bis hierhin darf der Torwart.

U

Überzahl / Unterzahl

Unterzahl bedeutet im Handball die zahlenmäßige Unterlegenheit an Spielern einer Mannschaft. Diese kann spielbedingt durch Strafen, wie der 2-Minuten-Strafe, entstehen. Die Mannschaft muss folglich während der Hinausstellungohne den betroffenen Spieler das Spiel fortsetzen. Von Überzahl spricht man hingegen, wenn eine Mannschaft in Unterzahl ist und die andere Mannschaft somit automatische Überzahl hat.

V

Vorgezogener

Der vorgezogene Spieler agiert vor den anderen Spielern auf 9-Meter-Höhe und hat die Aufgabe einen gefährlichen Angreifer vorzeitig abzuwehren. Vorgezogene Spieler gehen direkt in die Offensive, wenn es darum geht den gegnerischen Angriff zu stören. Somit wird verhindert, dass der Gegner zu nah an das eigene Tor herankommt oder von der Mitte des Spielfeldes versucht einen Treffer zu erlangen.

Verletzungen

Der Handballsport gehört nach dem Fußball zu der unfallträchtigsten Sportart. Von etwa 2 Millionen jährlich ärztlich betreuten Sportunfällen entfallen etwa 21% bei Frauen und 13% bei Männern auf Handball. Gelenkverletzungen gehören zu der am häufigsten auftretenden Verletzungsart im Handballsport.Besonders Kreuzbandverletzungen am Knie und schwere Schulterverletzungen sind besonders gefürchtet. Im Bereich von Schulter, Arm und Hand sind die Folgen des „Einhakens“ an der Schulter am schwerwiegendsten. Es kann Verletzungen an Bändern, Gelenkkapseln undSehnen sowie kleinere Frakturen verursachen. Bänderzerrungen oder -risse treten am häufigsten auf der Außen- oder Innenseite des Knöchels sowie seitlich am Kniegelenk auf. Sie entstehen oft in Verbindung mit einer Verstauchung oder Verdrehung des Knöchels, wenn der Fuß falsch aufkommt. Ist ein Gelenkband erst einmal überdehnt oder gerissen, besteht danach ein höheres Risiko einer erneuten Verletzung. Zerrungen treten am häufigsten an Oberschenkel, Unterschenkel und in der Leistengegend auf. Muskelfaserrisse treten am häufigsten in Verbindung mit einem schnellen Spurt, plötzlichem Abbremsen oder einem abrupten Richtungswechsel auf, oder wenn man von einem harten Wurf getroffen wird. Sie entstehen häufiger, wenn die Muskeln vor dem Wettkampf oder Training nicht sorgfältig genug aufgewärmt wurden. Zur großen Mehrheit gehören jedoch kleinere Verstauchungen, die nicht operiert werden müssen und auch nicht zu bleibenden Schäden führen.

W

Wechsel

Im Handball ist ein fliegender Wechsel möglich. Es dürfen im Angriff, sowie in der Abwehr jederzeit Spieler ausgewechselt werden, egal wie oft. Der Wechsel ist nur über eine bestimmte abgemessene Zone am Spielfeldrand möglich. Es ist streng darauf zu achten, dass nie mehr als 7 Spieler auf dem Feld sind. Seit 2016 ist es nun auch möglich, den Torwart mit einem Feldspieler zu wechseln. Dies dient als taktische Möglichkeit, den Angriff mit sieben anstatt sechs Feldspielern zu spielen. Jedoch ist dann das Tor in diesem Zeitraum leer.

X

X

Dazu fällt uns leider nichts ein. Hast du eine Idee?
Gerne kannst du uns einen Vorschlag per Mail an pk@tvb1898.de schicken! Wir sind gespannt.

Y

Y

Dazu fällt uns leider nichts ein. Hast du eine Idee?
Gerne kannst du uns einen Vorschlag per Mail an pk@tvb1898.de schicken! Wir sind gespannt.

Z

Zeitstrafe

Die zweite Stufe der Abmahnung ist die Hinausstellung, oft auch als Zeitstrafe oder 2-Minuten-Strafe bezeichnet wird. Der Spieler muss demnach das Spielfeld für 2 Minuten verlassen und seine Mannschaftskollegen für die Zeit auf einen Spieler verzichten. Eine Zeitstrafe wird dann ausgesprochen, wenn ein Wechselfehler begonnen wird, jemand außerhalb des Spielfeldes in das Spiel aktiv eingreift, ein Foul gespielt wird oder sich ein Spieler unsportlich verhält. Eine Mannschaft sollte in Summe nicht mehr als drei Verwarnungen beziehen.

×
Show