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Vorbericht

Nord-Süd Duell

Das Top-Spiel des neunten Spieltags in der DKB Handball-Bundesliga ist sicherlich die Partie in der Mannheimer SAP-Arena zwischen dem deutschen Pokalsieger Rhein-Neckar Löwen und Rekordmeister THW Kiel. Aber auch der TVB Stuttgart muss an diesem Donnerstag ran. Die WILD BOYS bekommen es mit dem deutschen Meister SG Flensburg-Handewitt zu tun. „Das ist ein vom Druck her eigentlich leichtes Spiel. Wir können beim verlustpunktfreien Spitzenreiter befreit aufspielen“, so TVB-Trainer Jürgen Schweikardt.

Anders war es noch am vergangenen Donnerstag in der Stuttgarter SCHARRena, als der TVB gegen die Eulen Ludwigshafen antrat und ein 26:26 Unentschieden erreichte. Während sich Eulen Coach Benny Matschke über den Punktgewinn freute, war sein Trainerkollege nicht ganz zufrieden. „Wir hätten in einigen Situationen mit vier Toren wegziehen können, haben es aber nicht geschafft“, so Schweikardt, der gleich nachschob: „Der Druck nach der schwachen Leistung in Minden war schon enorm groß.“ Durch den Punktgewinn, der in der Schlusssekunde noch an einem seidenen Faden hing, befinden sich die WILD BOYS momentan auf dem zwölften Rang. Dahinter sind mit der HSG Wetzlar und dem SC DHfK Leipzig Teams, die eigentlich wesentlich weiter vorne  erwartet werden. Die Sachsen reagierten auf die Talfahrt und entließen Trainer Michael Biegler. Nun soll es André Haber richten und die Messestädter wieder in höhere Gefilde führen. Die Ergebnisse zeigen schon einmal in die richtige Richtung. Gegen Kiel unterlagen die Leipziger nur mit einem Tor Unterschied (24:25). Aber auch der VfL Gummersbach hätte fast eine Überraschung geschafft. In Mannheim lagen die Oberbergischen schon mit 18:12 in Führung, um am Ende doch noch mit 30:24 zu unterliegen. Zu den positiven Überraschungen der ersten Spieltage gehört Aufsteiger Bergischer HC. Der Fusionsclub gewann bei der HSG Wetzlar und kletterte dadurch auf den fünften Tabellenplatz. Auch der SC Magdeburg eilt auf Rang zwei liegend von Sieg zu Sieg. Am letzten Spieltag setzten sich die Elbestädter gegen die TSV Hannover-Burgdorf schon fast sensationell mit hoch 34:23 durch. Die Erwartungen nicht ganz erfüllt zurzeit auch Frisch Auf Göppingen. Nach der Heimniederlage gegen den TBV Lemgo Lippe verloren die Filstäler auch in Melsungen relativ knapp.

Die SG Flensburg-Handewitt kam in Erlangen mit einem blauen Auge davon und blieb durch den knappen 26:27 Auswärtssieg ungeschlagen und verlustpunktfrei. Damit empfängt die Mannschaft von Trainer Mike Machulla weiterhin als Spitzenreiter den TVB 1898 Stuttgart und wird alles daran setzen, dass dies auch nach dem Spiel am Donnerstag so bleibt. Umgekehrt müssen die WILD BOYS Punkte sammeln, um sich in sichere Gefilde abzusetzen. „Wir müssen versuchen, das Spiel lange Zeit offen zu gestalten, um dann da zu sein, wenn die Flensburger eine Schwäche zeigen“, so die Marschroute von TVB Coach Jürgen Schweikardt für die Partie in der 6300 Zuschauer fassenden Flens-Arena.

Spielbericht

TVB verliert beim Tabellenführer

Der Tabellenführer aus Flensburg war heute zu stark gegen die Schwaben. Am Abend unterlag die Mannschaft um Trainer Jürgen Schweikardt in der ausverkauften Flens-Arena gegen den Tabellenführer mit 29:21.

Auch wenn man sich vor dem Spiel einig war, man hätte beim Spitzenreiter nichts zu verlieren, hat der TVB sich vor allem den Beginn der Partie anders vorgestellt. Nach acht Minuten gelang Lukas von Deschwanden der erste Treffer seiner Mannschaft zum zwischenzeitlichen 4:1. Es folgte das kurze Aufbäumen bei den Wild Boys, die nach 17 Minuten durch einen 7-Meter von Michael Schweikardt auf 5:4 verkürzen konnten und die Flensburger immerhin sechs Minuten ohne eigenen Treffer kurz verzweifeln ließen. Doch Flensburgs Torhüter Torbjørn Bergerud hielt seine Mannschaft immer wieder im Spiel und garantierte mit seiner starken Leistung den Erfolg des Tabellenführers. Mit einem 13:8- Rückstand ging es für den TVB Stuttgart in die Halbzeitpause.

Auch nach Wiederanpfiff taten sich die Wild Boys, die auf Michael Kraus krankheitsbedingt verzichten mussten, gegen das stabile Abwehrsystem der Gastgeber schwer. Doch in der Defensive machten die Stuttgarter zu viele Fehler, luden den Gegner durch Abstimmungsprobleme oft zu einfachen Toren ein. So stand es sieben Minuten nach Wiederanpfiff 18:9 für die SG Flensburg-Handewitt. Ähnlich wie in der ersten Hälfte fand der TVB nach einem durchwachsenen Start wieder zurück ins Spiel und traf fünf Mal in Folge durch Tore von Sascha Pfattheicher, Max Häfner zum zwischenzeitlichen 19:15 in der 43. Minute. Auch Jogi Bitter verhalf seiner Mannschaft mit tollen Paraden das Spiel nicht schon früh nach dem Seitenwechsel aus den Händen gleiten zu lassen. Am Ende hat der Kampfgeist der Wild Boys leider nicht gereicht, um in Flensburg etwas Zählbares mitzunehmen. Die Stuttgarter mussten sich letztendlich verdientermaßen mit 29:21 geschlagen geben.

Die Flensburger gewinnen ihr neuntes Spiel in dieser Saison und bleiben ohne Punktverlust, der TVB Stuttgart hat alles gegeben, bleibt aber weiterhin ohne Sieg gegen die SG Flensburg-Handewitt. Am Donnerstag erwartet der TVB im Heimspiel den TSV Hannover-Burgdorf in der SCHARRena.

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