Vorbericht

Das Spiel der alten Bekannten

Liebe Handballfreunde,

zum heutigen Spiel in der DKB Handball-Bundesliga heißt Sie der TVB Stuttgart herzlich willkommen. Begrüßen wollen hier in der SCHARRena auch die Mannschaft der Eulen Ludwigshafen und die mitgereisten Anhänger des Teams aus der Pfalz. Bei der relativ kurzen Entfernung dürften sich an diesem Donnerstagabend sicherlich einige von ihnen auf den Weg in die Schwabenmetropole gemacht haben. Grüß Gott sagen wir auch den beiden Schiedsrichtern der heutigen Partie. Wir wünschen ihnen ein glückliches Händchen und „gut Pfiff“.

Nach vier Spielen in Folge ohne Sieg wollen die WILD BOYS im heutigen Heimspiel wieder punkten. Wobei die 30:31 Niederlage im Heimspiel gegen den Bergischen HC besonders schmerzte. Robert Markotic hatte 20 Sekunden vor dem Ende für den TVB zum 30:30 getroffen, Jonas Maier den vermeintlich letzten Wurf des Bergischen HC entschärft – und dennoch war es nichts mit dem Punktgewinn. Die Schiedsrichter hatten vor dem Wurf ein Foul gesehen und auf Strafwurf entschieden, den Jeffrey Boomhouwer sicher verwandelte. Aber auch eine Woche später in Minden gab es nichts zu holen für die Biddafelder. 35:23 hieß es am Ende für den Gastgeber, der lediglich kurz nach der Halbzeit etwas wankte, als die Gäste von 20:12 auf 24:19 verkürzen konnten. Danach schaltete die Heimmannschaft wieder einen Gang hoch und gewann auch in dieser Höhe völlig verdient.

Da bleibt den Männern von Jürgen Schweikardt jetzt nur, sich kräftig zu schütteln und heute gegen die Eulen Ludwigshafen möglichst einen Sieg einzufahren. Ansonsten könnte es wieder eng werden im Kampf um den Klassenerhalt. Die SG BBM Bietigheim hat mit dem Erfolg über Frisch Auf Göppingen ihre Bundesligatauglichkeit eindeutig unter Beweis gestellt. Auch der VfL Gummersbach ist zurzeit mit vier Zählern punktgleich mit dem TVB 1898. Als einzige Mannschaft ohne Punktgewinn zieren die heutigen Gäste das Tabellenende. Doch die teilweise knappen Ergebnisse der Ludwigshafener Eulen lassen auf viel Kampfgeist beim derzeitigen Schlusslicht schließen. Dies bestätigt auch das 28:29 in Minden, wo der TVB bekanntlich deutlich verlor, und das 23:25 zuhause in der Eberthalle gegen den HC Erlangen. Und noch ein Indiz, dass sich die Eulen nie aufgeben, ist die Schlussphase der vorigen Saison. Erst am letzten Spieltag gelang dem Team von Trainer Benjamin Matschke hier der Klassenerhalt. Der TuS N-Lübbecke und der TV Hüttenberg schauten letztendlich in die Röhre.

Der Trainer Benjamin Matschke ist übrigens ein Kind des württembergischen Handballs. Er spielte jahrelang beim TSV Weinsberg in der Oberliga, versuchte sich dann mit sehr großemErfolg als Mittelmann beim damaligen Zweitligisten TV Kornwestheim. Nach der Insolvenz der Salamanderstädter zog es ihn zur TSG Friesenheim, wo er bis auf einen kurzen Abstecher zum TV Hochdorf heimisch wurde. Seit einigen Jahren ist er bei den Eulen der Kommandogeber. Aber auch Ludwigshafens Abwehrchef Gunnar Dietrich
ist im württembergischen Handball kein unbeschriebenes Blatt. Bis zur C-Jugend spielte er beim SV Leonberg/Eltingen, ehe mit dem Wechsel in die Jugend des TV Kornwestheim seine Karriere als Handballspieler so richtig an Fahrt aufnahm. Bereits einige Jahre später wurde der Schlacks in die deutsche Jugendnationalmannschaft berufen, wurde mit der B- und A-Jugend der Kornwestheimer deutscher Meister sowie deutscher Vizemeister.

Heute können die Anhänger beider Vereine auch alte Bekannte wiedersehen. Der Tausch der Linkshänder Stefan Salger zu den Eulen Ludwigshafen und David Schmidt zum TVB 1898 Stuttgart macht dies möglich. Allerdings werden sich beide nur vor der Begegnung kurz austauschen, dann wird es in der Partie so richtig zur Sache gehen. Für beide Teams steht in dieser Begegnung wichtige Punkte auf dem Spiel.

Die Ludwigshafener Eulen wollen sicherlich den Negativtrend des TVB ausnutzen, um den ersten Sieg und die ersten Zähler unter Dach und Fach zu bringen. Für die WILD BOYS geht es darum, wieder in ruhigere Fahrwasser zu kommen und die Wende zum Besseren einzuleiten. Aber es war auch in der vergangenen Saison lange Zeit eine heftig umkämpfte Begegnung in der SCHARRena, die der TVB am Ende für sich entschied. Und auch in der Ludwigshafener Eberthalle triumphierten die WILD BOYS knapp beim Einstand von Jürgen Schweikardt als Trainer. „Es ist wieder mit einem ganz engen Spiel zu rechnen“, prophezeit der TVB-Coach und dürfte damit nicht falsch liegen.

Und da ist auch erneut das Publikum in der SCHARRena gefordert. Nur wenn alle Anhänger bedingungslos hinter dem Team stehen, wird es gelingen, die Eulen Ludwigshafen zu besiegen und die nächsten Pluspunkte für die WILD BOYS unter Dach und Fach zu bringen. „Helfen Sie uns dabei“ appelliert auch Jürgen Schweikardt an die Anhänger.

Freuen Sie sich auf ein spannendes und faires Handballspiel.

Ihr Joachim Gröser

Trainer Interview

Im Gespräch mit Benjamin Matschke, Trainer der Eulen Ludwigshafen

Herr Matschke, mit dem Sieg am letzten Spieltag der vergangenen Saison haben die Eulen den Klassenerhalt in der DKB Handball Bundesliga geschafft. Dies war ein toller Erfolg für den Verein und Sie selbst. Wie sind Sie die Planungen für die neue Saison im Anschluss angegangen?
BM: Wir hatten bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Planungen für die 1.Liga gemacht. Wir verfügen lediglich über einen durchschnittlichen Zweitligaetat. Somit wurden die Verträge mit Spielern wie Lenz, Valiullin, Salger und so weiter erst nach dem Klassenerhalt geschlossen. Das Resultat ist nun die jüngste Mannschaft der Liga. Sie hat einen tollen Charakterund so gehen wir die Herausforderungen Tag für Tag an.

Am Ende der letzten Saison haben Ihnen 15 Punkte zum Klassenerhalt gereicht. Wie viele Punkte werden Ihrer Meinung nach in dieser Saison nötig sein und wie schätzen Sie in dieser Saison die Chancen der Eulen ein – auch im Vergleich zum Vorjahr?
BM: Die Aufgabe in dieser Saison wird mit Sicherheit außerordentlich schwer. Trotzdem glaube ich, dass wir eine konkurrenzfähige Mannschaft haben. Der BHC ist kein typischer Aufsteiger, was die Ergebnisse auch zeigen. Somit sind Bietigheim und wir die Mannschaften, welche auf der Liste der Abstiegskanddaten ganz oben stehen. Wir haben uns eine Mentalität erarbeitet, dass wir egal wie es läuft immer weiter machen und immer weiter kämpfen. Das ist gut so, wobei man sagen muss, dass wir dann zum Teil mit Pfeil und Bogen auf Rüstungen schießen.

Im letzten Heimspiel musste sich Ihre Mannschaft dem HC Erlangen geschlagen geben, welchen Sie am Ende der letzten Saison noch zu Hause geschlagen haben. Wie zufrieden sind Sie mit der Leistungsentwicklung Ihrer Mannschaft?
BM: Bei der jetzigen Niederlage gegen Erlangen kann ich meiner Mannschaft keinen großen Vorwurf machen. Wir haben früh zwei Spieler mit roten Karten verloren. In Summe sind wir dann ohne Salger, Dippe und Valiullin nur bedingt konkurrenzfähig. Insgesamt sind wir aber inzwischen richtig in der Saison drin. Das sagen mir auch die Statistiken. Wir gewinnen Spielabschnitte oder auch Halbzeiten. Und auch andere Werte passen, was zeigt, dass wir insgesamt mithalten können. Um Spiele zu gewinnen, brauchen wir eine Topleistung, bei der über ein ganzes Spiel alles passt.

Beim Duell mit den WILD BOYS treffen Sie mit Jürgen Schweikardt auf einen ebenfalls jungen Trainerkollegen. Einen Trend zu jungen Trainern gibt es beim Fußball. Sehen Sie einen ähnlichen Trend beim Handball?
BM: Meiner Meinung nach nimmt das Know-how im Trainerbereich stetig zu. Viele der jungen Trainer haben selbst hoch-klassig gespielt und im Anschluss noch eine sportwissentschaftliche Ausbildung angeschlossen. Die Anforderungen und die Vielfalt des Berufs steigen. Die Einflüsse von außen haben sich verändert und auch die Mentalität der Spieler ist nicht mehr wie vor 15 Jahren. Somit ist dies eine Entwicklung der Professionalität und der Qualität.

Auf der Position im rechten Rückraum haben Sie David Schmidt an die WILD BOYS verloren und dafür Stefan Salger aus Stuttgart bekommen. Bewerten Sie diesen Tausch aus Sicht der Eulen? Welche Bereicherung hat Stefan Salger dem Eulen-Spiel gebracht?
BM: David war für mich und für die Eulen ein sehr wichtiger Spieler. Ich konnte ihm viele Aufgaben geben und diese hat er immer zu 110% erfüllt. Er ist ein toller Charakter, der bis zur letzten Sekunde für den Verein alles gegeben hat. Stefan war für uns nach dem Klassenerhalt ein später Glücksgriff. Er hat eine hohe Wurfqualität und ergänzt sich als ganz anderer Typ mit Jerome Müller sehr gut, damit wir je nach Gegner variieren können.

Über die Rückraum rechts Position haben wir damit gesprochen. Welche Duelle sind für Sie im Spiel gegen den TVB ausschlaggebend, um als Sieger vom Platz zu gehen?
BM: Für uns gilt es in allen Belangen nah dran zu sein. Es fängt dann damit an, dass wir im Tor nah dran sein müssen. Wenn wir auf dieser Position zu weit weg sind, wird es einfach schwer. Und zuletzt kommt es darauf an, dass wir die „Spielentscheider“ der WILD BOYS stoppen müssen. Wenn ein Mimi Kraus heiß läuft, wird es für uns schwierig zu gewinnen. Wenn wir dann am Ende nah dran sind, können Kleinigkeiten oder auch mal das Glück den Ausschlag geben.

Spielbericht

TVB teilt sich die Punkte mit den Eulen

Der TVB Stuttgart hat nach dem 26:26 im wichtigen Spiel gegen die Eulen Ludwigshafen einen wichtigen Punkt verbuchen können.

Die WILD BOYS kamen vor knapp 2.200 Zuschauern in der SCHARRena besser in die Partie und führten bereits nach acht Minuten mit 5:2. Doch die Gäste drehten nach 16 Minuten das Spiel zu ihren Gunsten und gingen mit 6:5 in Führung. Allen voran der an diesem Abend starke Stefan Hanemann im Tor der Eulen, der drei 7-Meter parieren konnte, bereitete dem TVB Schwierigkeiten. Das hart umkämpfte Spiel war geprägt bei vielen harten Fouls und Zeitstrafen. So kam es, dass Alexander Feld auf Seiten der Gäste nach 20 Minuten die rote Karte sah, nachdem er Bobby Schagen mit ausgestrecktem Bein zu Fall brachte. Die Gastgeber nahmen den Kampf an, zeigten Moral und kamen immer wieder zum Ausgleich. Pünktlich zum Halbzeitpfiff übernahm der TVB wieder die Führung. Bobby Schagen gelang mit seinem fünften Treffer, nach wunderschönem Kempa-Anspiel von Micha Schweikardt, in der letzten Sekunde der ersten Hälfte das 14:13.

Auch die zweite Hälfte begann im Sinne der Stuttgarter, die schnell nach Wiederanpfiff mit 16:13 führten. Nach langer Führung des TVB schafften die Eulen in der 46. Minute den 20:20 Ausgleich, ehe sie drei Minuten später mit 20:21 vorne lagen. Per 7-Meter brachte der stärkste Bittenfelder Michael Schweikardt seine Mannschaft in der 52. Minute wieder in Führung und läutete die Schlussphase ein. Die Gastgeber zeigten stets die richtige Reaktion auf die Treffer der Eulen und kamen immer wieder zurück ins Spiel. In der letzten Spielminute setzte Schweikardt mit einem No-Look-Anspiel Baumgarten gut in Szene. Baumgarten vollendete zum 26:26. Nur wenige Sekunden vor Schluss sicherte Bitter mit einer guten Parade dem TVB einen Punkt. Nach einer hitzigen Partie trennten sich die beiden Mannschaften verdientermaßen mit 26:26.

Die letzten Spiele

tvb-upcoming-match-bietigheim-kl-mobile

0 Spiele

×
Show