Vorbericht

Ein löwenstarker Aufsteiger

Liebe Handballfreunde,
zum heutigen Spiel in der DKB Handball-Bundesliga heißt Sie der TVB Stuttgart herzlich willkommen. Begrüßen wollen hier in der SCHARRena auch die Mannschaft des Bergischen HC und die mitgereisten Anhänger des Teams aus dem Großraum Wuppertal und Solingen. Grüß Gott sagen wir auch den beiden Schiedsrichtern der heutigen Partie. Wir wünschen ihnen ein glückliches Händchen und „gut Pfiff“.

Nichts war es mit der positiven Signalwirkung des Heimsieges unserer Mannschaft gegen die HSG Wetzlar. Dabei spielten die WILD BOYS mit der lautstarken Unterstützung ihrer Anhänger im Rücken in der ersten Halbzeit wie aus einem Guss, führten mit 14:9 und verdienten sich damit den späteren 30:28 Erfolg.

Es war übrigens der erste Sieg überhaupt in der DKB Handball-Bundesliga gegen die HSG Wetzlar. „In der ersten Hälfte haben wir eine sehr gute Abwehrleistung gezeigt“, analysierte TVB-Trainer Jürgen Schweikardt, der sich natürlich eine positive Ausstrahlung dieses Erfolges auf die beiden Auswärtsspiele in Gummersbach und Göppingen erhofft hatte.

Dem war aber nicht so. Im Bergischen Land unterlag der TVB Stuttgart mit 31:28. Dabei wuchs Gummersbachs Torhüter Matthias Puhle über sich hinaus und rettete seinem Team den Erfolg. „Wir hätten in der ersten Halbzeit mehr aus unseren Möglichkeiten machen müssen“, kritisierte Coach Schweikardt und weiter: „Dann wären vermutlich die Anhänger der Oberbergischen im zweiten Durchgang nicht so lautstark geworden.“

Eine Woche später ging es dann zum württembergischen Derby nach Göppingen. Hier unterlagen die Blauen den Grün-Weißen mit 31:25. Die Göppinger machten in dieser Partie einfach weniger Fehler und gewannen daher verdient. Nach ausgeglichenem Beginn konnten sich die Gastgeber kurz vor der Pause auf 14:11 absetzen und erwischten in Halbzeit zwei den besseren Start, zogen auf 17.11 davon. Diesen Vorsprung ließen sich die Göppinger vor ihrem Heimpublikum dann nicht mehr nehmen.

Gewinnt der TVB zuhause gegen den BHC, hat er 6:6 Zähler und kann dann beruhigt zum schweren Auswärtsspiel nach Minden reisen. „Bei einem Heimerfolg sind wir wieder in der Spur“, formuliert es der Trainer Jürgen Schweikardt. Und er hofft natürlich auf die hervorragende Unterstützung der Anhänger, die seinem Team vor rund drei Wochen beim wichtigen Heimsieg gegen Wetzlar in der kritischen Phase ganz entscheidend den Rücken stärkten und dadurch natürlich ihren Anteil am späteren Erfolg hatten. „Das war richtig gut“, freute sich auch Kapitän Simon Baumgarten über die tolle Atmosphäre damals in der SCHARRena.

So muss es heute auch wieder werden. Darin sind Mannschaft und Trainer einig. Denn der Bergische HC ist zwar Aufsteiger in die DKB Handball-Bundesliga, darf aber auf gar keinen Fall auf die leichte Schulter genommen werden. „Wir können es uns eh nicht leisten, eine Mannschaft zu unterschätzen und schon gar nicht die des Bergischen HC“, verdeutlicht Jürgen Schweikardt. Er weiß, dass die Bergischen Löwen in der vorletzten Saison eine sehr starke Rückrunde gespielt haben. Aber trotz dieser 17:17 Zähler war die Hypothek aus der Vorrunde mit nur fünf Punkten einfach zu groß. Der Bergische HC und dessen Coach Sebastian Hinze haben ihre Lehren aus diesem Abstieg gezogen und entsprechend reagiert. Das Team wurde insgesamt breiter aufgestellt. In der Abstiegssaison waren zeitgleich sechs Leistungsträger längere Zeitausgefallen. Das konnte der Bergische HC nicht ausgleichen. Aus diesem Grund stehen jetzt 22 Spieler unter Vertrag, wobei vier Akteure mit Zweit- und Doppelspielrechten auf Abruf bereit stehen.

Darunter ist auch der Nationaltorhüter Estlands, der eigentlich in der zweiten Mannschaft spielen soll. Und Rasmus Ots kann dann natürlich problemlos in der Bundesliga-Mannschaft aushelfen. Mit diesen Akteuren ist jede Position im Kader dreifach besetzt. Dennoch ist das Saisonziel eindeutig der Klassenerhalt, wobei sich die HANDBALLWOCHE eindeutig festlegt: Der Bergische HC wird in dieser Saison nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Dies bestätigt auch Stefan Kretzschmar. „Der Kader der Bergischen ist unglaublich stark“, so der ehemalige Nationalspieler.Mit Daniel Fontaine von Frisch Auf Göppingen, Kreisläufer Rafael Baena Gonzales vom deutschen Vizemeister Rhein-Neckar Löwen und Jeffrey Boomhower von der MT Melsungen haben sich die heutigen Gäste mit drei gestandenen Bundesligaspielern verstärkt. Hinzu kommen noch Yannick Fraatz von der HSG Nordhorn-Lingen sowie Lukas Stutzke, der mit einem Zweitspielrecht beim TSV Bayer Dormagen ausgestattet wurde. „Wenn man bedenkt, dass die letzten Spiele gegen den Bergischen HC immer sehr eng waren, werden wir auch heute die lautstarke Unterstützung durch unser Heimpublikum benötigen“, verdeutlicht WILD BOYS Coach Jürgen Schweikardt noch einmal die Stärke der Spielgemeinschaft aus Wuppertal und Solingen, die es in ihrer letztjährigen Zeitligasaison auf phänomenale 72:6 Punkte brachte.

Freuen Sie sich auf ein spannendes und faires Handballspiel.Ihr Joachim Gröser

Trainer Interview

Im Gespräch mit Sebastian Hinze, Trainer des Bergischen HC

Herr Hinze, 6:4 Punkte bedeuten einen optimalen Saisonstart für Ihre Mannschaft. Wie genau entsprechen die ersten fünf Spiele Ihren Vorstellungen vom optimalen BHC-Handball?
SH: Wir sind mit der Ausbeute aktuell sehr zufrieden, haben in allen drei Heimspielen auf die Platte gebracht, was wir uns vorgenommen haben und so alle Punkte im Bergischen behalten. Dies wollen wir nun auch auswärts schaffen, unser Spiel über die volle Distanz durchzubringen.

Gegen Lemgo und Erlangen, zwei etablierte Bundesligateams, gelangen sogar Kantersiege. Was hat Ihre Mannschaft in diesen Spielen ausgezeichnet?
SH: Es war das Gesamtpaket aus Abwehr, Gegenstoß und diszipliniertem Angriffsspiel – und dies stabil über 60 Minuten.

Die Ergebnisse legen nahe, dass der Bergische HC in dieser Saison nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird. Wie sehen Ihre Saisonziele aus?
SH: Das erste Ziel ist und bleibt der Klassenerhalt. Dafür werden 6 Punkte nicht reichen. Erst wenn wir es rechnerisch geschafft haben sollten, den Verbleib in der DKB Handball-Bundesliga zu sichern, stecken wir uns höhere Ziele.

Bergen diese deutlichen Siege zu Saisonbeginn auch Gefahren? Welche Risiken sehen Sie im Hinblick auf die Bodenhaftung Ihrer Spieler?
SH: Da sehe ich absolut keine Probleme. Egal ob Sieg oder Niederlage – wir haben immer die gleiche Arbeitsweise an den Tag gelegt und auch trotz der vielen Siege in der vergangenen Saison stets absolut fokussiert im Training agiert. Meine Mannschaft weiß die Situation jederzeit richtig einzuordnen.

Bisher hat Ihre Mannschaft nur zu Hause gepunktet. Wie sehen Sie die Chancen für Ihr Team in Stuttgart erstmals auswärts etwas Zählbares mitzunehmen? Was muss Ihnen dazu gegen Stuttgart gelingen?
SH: Sicherlich rechnen wir uns in Stuttgart etwas aus, auch wenn wir wissen wie schwer sie zu bespielen sind. Wir sind aber sehr gut vorbereitet und werden alles daran setzen, die Partie über 60 Minuten offen zu halten und mit möglichst vielen guten Phasen für ein erfolgreiches Ergebnis zu sorgen.

Donnerstag, Sonntag, Donnerstag usw. Welche Anpassungen haben Sie mit Ihrer Mannschaft vorgenom-men, um optimal für den Bundesliga-Spielbetrieb vorbereitet zu sein?
SH: Wir sind deutlich flexibler in der Wochenplanung geworden und passen den Trainingsplan in punkto Tage und Zeit an die Gegebenheiten an. Wir haben die Möglichkeit immer etwas zu verschieben.

Spielbericht

Unglückliche Niederlage in letzter Sekunde

Die 2.105 Zuschauer in der SCHARRena brauchten beim Spiel gegen den Bergischen Handballclub vor allem Eines: gute Nerven. Das Spiel entschied sich erst nach dem Ertönen der Schlusssirene.

Per 7-Meter fällt der entscheidende Treffer für den Bergischen HC. Nach einer hart umkämpften Partie nehmen letztlich die Gäste die beiden Punkte mit nach Hause. Abgesehen von der ersten Spielminute (Spielstand 1:1), war der BHC von Beginn an in Führung. Bis zur 16. Minute konnte der TVB nicht ausgleichen. Dies gelang schließlich Michael Kraus mit dem Treffer zum 10:10. Bis kurz vor der Halbzeit wechselte die Führung hin und her. In den letzten Sekunden von dem Halbzeitpfiff konnte der Bergische HC dann aber wieder auf zwei Tore Vorsprung erhöhen.

Zu Beginn der zweiten Hälfte gelang es dem BHC sich weiter abzusetzen. So lag der TVB in der 45. Spielminute zwischenzeitlich mit 21:25 zurück. In den letzten 15 Minuten des Spiels kämpften sich die Hausherren Tor um Tor heran. Dabei vergab der TVB Stuttgart aber mehrmals freie Würfe und leistete sich im Aufbauspiel den einen oder anderen Fehler. 13 Sekunden vor Schluss dann aber der Ausgleich: Robert Markotić behielt die Nerven und netzte zum 30:30 ein. Mit dem Schlusspfiff entschieden die Unparteiischen auf 7-Meter für den BHC. Boomhouwer, bester Werfer der Partie, verwandelt schließlich von der Linie zum 31:30 Endstand für den BHC.

Die letzten Spiele

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