Vorbericht

It ´s Derbytime

Liebe Handballfreunde,

it’s Derbytime. Zum Nachbarschaftsduell in der DKB Handball-Bundesliga gegen Frisch Auf Göppingen heißt Sie der TVB 1898 Stuttgart recht herzlich willkommen. Begrüßen wollen wir hier in der Porsche-Arena auch die Mannschaft aus dem Filstal und die sicherlich wieder sehr zahlreich mitgereisten Anhänger des Teams vom Hohenstaufen. Von Göppingen bis hierher in den Stuttgarter Neckarpark sind es ja nur rund 40 Kilometer oder etwa 35 Minuten Fahrzeit. Grüß Gott sagen wir auch den beiden Schiedsrichtern der Partie. Wir wünschen ihnen ein glückliches Händchen und „gut Pfiff“.

Mit dem 25:23 Heimsieg gegen den TBV Lemgo näherte sich der TVB Stuttgart wieder mehr der 20 Punkte-Marke an. Nur noch drei Zähler fehlen nach dem 22. Spieltag und es liegen noch zwölf Spieltage vor den WILD BOYS. Dies zeigt umso mehr, dass sich der TVB endgültig in der Bundesliga etabliert hat. Viel hätte allerdings gegen den TBV Lemgo nicht gefehlt, und die Gäste hätten mindestens einen Zähler entführt nach einem 14:19 Rückstand. „Wir haben es versäumt, den Sack frühzeitig zuzumachen“, kritisierte TVB-Coach Jürgen Schweikardt. Insgesamt war es aber ein verdienter Erfolg für seine Mannschaft, den Michael „Mimi“ Kraus mit dem 25:23 endgültig eintütete. Was die Anhänger der WILD BOYS zu diesem Zeitpunkt nicht wussten: Es war der letzte Treffer des Göppingers für den TVB 1898 Stuttgart. Zwei Tage nach dem Spiel gegen Lemgo gab der TVB den Wechsel des Rückraumspielers zum Liga-Konkurrenten SG BBM Bietigheim bekannt.

Nach der Partie in Magdeburg, wo der TVB Stuttgart nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte noch mit 30:37 unterlag, kommt nun Frisch Auf Göppingen in die Stuttgarter Porsche-Arena. Und wie immer, wenn die Grün-Weißen am Neckar auftauchen, ist ein hochinteressantes Derby angesagt. In diesem Jahr sind die Göppinger aufgrund der Tabellensituation der Favorit, aber Derbys haben bekanntlich ihre eigenen Gesetze. Der vermeintliche Underdog wächst über sich hinaus, kämpft sich in die Partie und schon bekommt das favorisierte Team Probleme.

Wiedersehen feiern können Manuel Späth, der Kreisläufer der „Blauen“, und Michael Schweikardt, der ebenfalls schon am Hohenstaufen aktiv war. Letzterer wird übrigens ab der kommenden Saison Trainer des TSB Horkheim. „Wir sind zwar nur Außenseiter, werden uns aber auf keinen Fall verstecken“, kündigt TVB-Coach Jürgen Schweikardt den Göppingern einen heißen Kampf an und ergänzt: „Mit unserem phantastischen Publikum im Rücken können wir den Filstälern sicherlich Paroli bieten.“

Frisch Auf Göppingen kommt zum einen mit der Empfehlung eines klaren 34:27 Heimsieges gegen den SC DHfK Leipzig, aber auch mit einer 26:30 Heimniederlage gegen die MT Melsungen in die Porsche-Arena. „Die wollen dieses Ergebnis sicherlich korrigieren“, erwartet TVB-Trainer Jürgen Schweikardt einen hoch motivierten Kontrahenten.

Hinzu kommt, dass die Mannschaft vom Hohenstaufen in den letzten elf Begegnungen immerhin acht Erfolge feierte. Nur gegen die absoluten Topteams der Liga, Kiel sowie die Rhein-Neckar Löwen, und am letzten Spieltag eben gegen die MT Melsungen, gab es Niederlagen. Herausragend waren dabei auch die Auswärtssiege in Magdeburg!, beim Bergischen HC, in Hannover und Minden. Mit Sebastian Heymann, Linksaußen Marcel Schiller und Regisseur Tim Kneule befinden sich drei Göppinger Akteure auf dem aktuellen Notizzettel von Bundestrainer Christian Prokop. Die Torhüter Primoz Prost und Daniel Rebmann können an guten Tagen Spiele im Alleingang entscheiden. Am gegnerischen Kreis sorgen Jacob Bagersted und Kresimir Kozina für Unruhe und sperren für ihre Rückraumkollegen die Lücken frei. Der zweite Spielmacher der Filstäler, Allan Damgaard, kommt aus Dänemark, dem Land des Handball-Weltmeisters. Aber auch die anderen Akteure, alles Handball-Spitzenkönner, die Frisch Auf Göppingen in dieser Saison wieder auf den siebten Tabellenplatz hievten.

„Wir sind aufgrund der oben erwähnten Göppinger Auswärtserfolge natürlich gewarnt“, erwartet TVB-Coach Jürgen Schweikardt einen hochinteressantes und emotionales Derby und ergänzt: „Wir werden aber auf jeden Fall mit großem Engagement versuchen, die Punkte in der Porsche-Arena zu behalten. Das sind wir doch unseren treuen Anhängern schuldig.“

Freuen Sie sich auf spannendes und faires Handballspiel.

Ihr Joachim Gröser

Trainer Interview

Im Gespräch mit Hartmut Mayerhoffer, Trainer von Frisch Auf! Göppingen

Herr Mayerhoffer, seit Mitte November zeigt die Mannschaft konstant gute Leistungen und hat eine sehr starke Punkteausbeute. Was macht Ihr Team seitdem deutlich besser, als im ersten Drittel der Saison?
HM: Wir sind grundsätzlich stabiler geworden. Wir hatten ja eine dreigeteilte Hinrunde, wobei wir mit 8:2 Punkten super gestartet sind. Im Anschluss haben wir sechs Spiele verloren und konnten danach dann wieder konstant punkten. Jedoch denke ich, dass wir auch in der Phase der Niederlagen nicht viel schlechter gespielt haben, denn wir hatten dort viele Auswärtsspiele und auch unglückliche Niederlagen. In der Schlussphase der Hinrunde sind unsere Abläufe dann sicherer geworden, die Mannschaft hat immer mehr zusammengefunden und wir hatten auch mal das Quäntchen Glück. Dies waren für mich die entscheidenen Faktoren.

Auch ins Jahr 2019 ist Frisch Auf gut gestartet. Zwar ging das Spiel gegen Kiel noch knapp verloren.
Darauf folgte aber der überzeugende Sieg gegen Leipzig. In der Vorbereitung hatten Sie noch mit einigen Ausfällen zu kämpfen. Wie haben Sie die Mannschaft so schnell auf dieses Niveau gebracht?

HM: Vor allem in der ersten Halbzeit gegen Kiel hat man schon noch gemerkt, dass wir in der Vorbereitung dezimiert trainiert haben. Wir konnten folglich keine mannschaftstaktischen Inhalte trainieren. Das war trotz der Niederlage in der zweiten Halbzeit dann bereits besser. Danach konnten wir uns nahezu voll-zählig eine ganze Woche auf Leipzig vorbereiten. Das hat man in diesem Spiel dann deutlich sehen können.

Was hat Ihnen zuletzt beim Sieg gegen Leipzig besonders gut gefallen?
HM: Ich habe defensiv vor allem die Kompaktheit in der Abwehr gesehen. Im Angriff habe ich die verbesserte Abstimmung der Abläufe sowohl im Tempospiel als auch im Positionsspiel positiv aufgenommen. Es war einfach zu sehen, dass wir die komplette Woche mit dem ganzen Kader im spieltaktischen Bereich trainieren konnten und das hat sich ja dann auch ausgezahlt.

Im Vorfeld des Spieles gegen die MT Melsungen haben Sie sich über die tolle Tabellenkonstellation gefreut. Mit nur zwei Punkten Rück-stand auf Melsungen klopfen Sie ans obere Tabellendrittel an. Ist das die Richtung, wo Frisch Auf Göppingen wieder hinmöchte? Ist dies für die aktuelle Saison noch das Ziel?
HM: Ich sehe uns in einem breiten Mittelfeld der Liga. Da stehen wir aktuell vorne mit dabei, wobei es dort bei einem Blick auf die Tabelle auch eng zugeht. Hier können die Ränge innerhalb von ein paar Spieltagen durchgemischt werden. Die Konstellation, dass wir zu Melsungen aufschließen können, die eigentlich eine ganz andere Ausrichtung des Vereins haben als wir, ist mehr als zufriedenstellend für uns. Unsere Zielsetzung ist weiterhin besser abzuschneiden als die beiden zehnten Plätze der Vorsaisons. Dazu dürfen wir uns vom aktuellen Tabellenplatz nicht blenden lassen und sollten nicht zu weit vorausschauen. Wir haben jetzt die Möglichkeit gegen Melsungen zu gewinnen und aufzuschließen und danach haben wir ein schweres Auswärtsspiel gegen Stuttgart. Darauf gilt es sich vorzubereiten ohne von irgendwelchen Dingen zu träumen.

Das Derby gegen die WILD BOYS ist mittlerweile ein wichtiges Spiel um die Vorherrschaft im Schwabenland. Aktuell mit Blick auf die Tabelle hat Frisch Auf klar die Nase vorn. Somit gehen Sie als Favorit in dieses schwäbische Duell?
HM: Ich denke, dass das Spiel in Stuttgart ein Duell auf Augenhöhe ist. Die Mannschaft hat sich in der Liga etabliert. Die Punktausbeute der Stuttgarter ist jetzt schon nahezu gleich wie am Ende der Vorsaison. Für uns ist es ein Auswärtsspiel. Am Ende ist es für mich auch egal, wer als Favorit gehandelt wird, entscheidend ist, was auf dem Platz passiert. Wir wollen das Spiel unbedingt gewinnen, wobei uns schon bewusst ist, dass es kein Spaziergang wird.

Sie haben Ihrem Team zuletzt Verbesserungen im Tempospiel attestiert. Auch die WILD BOYS versuchen über das Tempospiel einfache Tore zu erzielen. Was für ein Spiel erwarten Sie in der Porsche-Arena?
HM: Ich erwarte ein ähnliches Spiel wie im Hinspiel. Es wird viel hin und her gehen mit vielen Aktionen und folglich auch vielen Toren. Ich rechne mit einem Schlagabtausch auf beiden Seiten.

Wie sieht die Personalsituation für das Derby aus? Können Sie aus dem Vollen schöpfen?
HM: Wenn bis dahin nichts mehr passiert, können wir auf den gesamten Kader zurückgreifen

Spielbericht

Hart umkämpfter Punkt im Schwabenderby

Nach einer extrem spannenden Partie in der Porsche-Arena in Stuttgart trennten sich der TVB Stuttgart und Frisch Auf! Göppingen 26:26 unentschieden. Erst wenigen Sekunden vor Schluss ist es Häfner, der den entscheidenden Treffer für den TVB erzielt und den Punktgewinn sichert.

Von Beginn an war beiden Mannschaften die Anspannung anzumerken. Nach nur 32 gespielten Sekunden bekam Schimmelbauer eine Zeitstrafe. Keine Minute später entschieden die Schiedsrichter auf 2-Minuten gegen Bagersted. Nur wenige Minuten später bekam Bagersted nach einem Wechselfehler erneut eine Zeitstrafe. Die daraus resultierende Überzahl konnte der TVB nutzen, um mit 3:4 auf die Göppinger heranzukommen.

Viele einfache Fehler und Fehlwürfe auf beiden Seiten prägten das Spiel in der Anfangsphase. Aber auch beide Torhüter zeigten von Beginn an, dass sie zum entscheidenden Faktor in diesem Spiel werden würden. Bitter pariert zwei Mal hintereinander stark, zunächst gegen Kneule (10. Minute) und dann gegen Zelenovic (12. Minute). Aber auch Prost war von Beginn an gut im Spiel und entschärfte einige Würfe des TVB.

Den Ausgleich zum 8:8 erzielte Schimmelbauer nach einem Ballgewinn von Pfattheicher in der 17. Minute.  Nach 20 gespielten Minuten gab es ersten 7-Meter der heutigen Begegnung. Bitter blieb Sieger im Duell gegen Rentschler. Auf der anderen Seite parierte auch Prost den 7-Meter Strafwurf von Schweikardt (23. Minute). Nach der dritten Zeitstrafe gegen Bagersted sah dieser folgerichtig die rote Karte. Diese Überzahlsituation konnten die Gastgeber nutzen und so glich Pfattheicher vom 7-Meter-Strich zum 11:11 in der 28. Minute aus. Kurz vor der Halbzeit zogen die Gäste das Tempo nochmals an. Beim Spielstand von 11:13 gingen die Teams in die Kabinen.

Stuttgart kam gut aus der Halbzeit und egalisierte den Rückstand durch zwei Treffer von Schmidt. Pfattheicher verwarf den darauffolgenden 7-Meter, doch Bitter sorgte dafür, dass Göppingen nicht in Führung ging. Nach einem sehenswerten Tor von Pfattheicher aus dem Nullwinkel (35. Minute), gelang Göppingen ein 3:0 Lauf. Die daraufhin genommene Auszeit von Schweikardt zeigte direkt Wirkung und so glichen die Gastgeber in der 46. Minute durch einen Treffer von Häfner aus. Anschließend vergab der TVB Stuttgart zweimal die Chance in Führung zu gehen. Prost, der sich mit insgesamt 19 Paraden auszeichnen konnte, wurde zum entscheidenden Faktor seitens der Göppinger. Die Schlussminuten waren an Spannung kaum zu überbieten und so kam der TVB nach zwischenzeitlicher Führung wenige Sekunden vor Schluss wieder ins Hintertreffen. Schweikardt nahm seine letzte Auszeit sieben Sekunden vor Spielschluss. Häfners Siegtreffer zwei Sekunden vor Schluss konnte Prost nicht verhindern und so trennten sich beide Teams am Ende mit einem 26:26 Unentschieden.

Die letzten Spiele

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