Interview mit Michael Schweikardt

Seit 2012 ist Schweikardt aus Melsungen wieder zurück in seinem Heimatverein. Der aus der eigenen Jugend stammende Spielmacher kennt die Geschichte des TVB Stuttgart wie kaum ein Anderer. Zum Ende der laufenden Saison wird er seine Karriere beim TVB beenden. Wir haben mit ihm gesprochen!

Michael, vor ein paar Wochen wurde bekannt, dass du deine Karriere beim TVB nach der Saison beenden wirst. Wie sehen deine Ziele mit dem TVB in der Rückrunde aus?

Das erste Ziel muss sein, nicht mehr in den Abstiegskampf zu kommen. Wenn wir genügend Punkte dafür gesammelt haben, werden wir sehen welcher Tabellenplatz am Ende rausspringt. Außerdem will ich mich persönlich mit guten Leistungen und gewonnen Spielen von den Zuschauern und Fans verabschieden.

Bis auf die Stationen in Göppingen und Melsungen hast du deine gesamte handballerische Karriere beim TVB verbracht. Was macht der TVB für dich aus?

Für mich ist der TVB selbstverständlich ein Stück „Heimat“. Ich habe hier das Handballspielen erlernt und mich in der Jugend so entwickeln und trainieren können, dass ich mit 19 Jahren den Sprung nach Göppingen geschafft habe. In dieser Zeit war der TVB noch weit vom Profisport entfernt. Es war dann auch eine Herzensangelegenheit zurückzukehren und mit dem TVB den Aufstieg in die erste Liga zu schaffen.

Wann wurde das Ziel Profihandballer für dich klar?

Ich habe relativ früh ein großes Traningspensum absolviert. Als Jugendlicher hat man vielleicht noch nicht das Ziel, aber große Lust auf Handball bzw. auf sein Hobby. Im Laufe der Zeit reifte in mir der Wunsch nach Profihandball – gerade die Einladungen zu den Jugendauswahlmannschaften haben das Ziel konkreter werden lassen.

Du hast in deiner Karriere einige Spiele bestritten. Gibt es ein Spiel, mit Ausnahme des Spiels in Hüttenberg und dem damit verbundenen Aufstieg, an das du dich besonders gerne zurückerinnerst.

In meinem ersten Jahr in Göppingen hatten wir ein Auswärtsspiel in Gummersbach. Das Spiel wurde damals in der Köln-Arena ausgetragen. In der Halle waren damals 15.000 Leute – das war für mich als junger Spieler etwas ganz Besonderes und wird mir immer in Erinnerung bleiben. Drüber hinaus gab es auch Spiele, in denen ich mit der Schlusssirene das entscheidende Tor zum Sieg geworfen habe. Auch an solche Spiele erinnert man sich gerne zurück.

Vom Dorfverein in die stärkste Liga der Welt – hättest du es zu Beginn deiner Karriere für möglich gehalten mit dem TVB in der Bundesliga zu spielen? Wie bewertest du die Entwicklung des Vereins?

Als ich den TVB mit 19 nach Göppingen verlassen hatte, war der TVB noch weit entfernt vom Profisport. Es war damals nicht absehbar, welche Entwicklung der Verein nimmt. Die Entwicklung ist rückblickend betrachtet natürlich sensationell – gerade vor dem Hintergrund, dass Bittenfeld ein kleines Dorf ist. Ich hoffe, dass der Verein seine Weiterentwicklung kontinuierlich vorantreibt. Ich wünsche mir auch, dass „Bittenfeld“ weiterhin bestand hat und die Leute aus Bittenfeld weiterhin zu den Spielen in Stuttgart kommen werden.

Mit Max Öhler, Nick Lehmann und Luis Föge standen in dieser Saison bereits Nachwuchskräfte im Kader des Bundesligateams, die du teil-weise als Trainer betreut hast. Was traust du dem TVB Nachwuchs in der nahen Zukunft zu?

Dass die Jungs bereits Bundesligaluft schnuppern durften, ist denke ich ein gutes Zeichen. Wir haben in den letzten Jahren sehr gute Arbeit im Nachwuchs-bereich gemacht ich denke aber, dass wir auch hier noch Weiterentwicklungspotenzial haben, welches es in der Zukunft auszuschöpfen gilt. Ich bin mir sicher, dass wir hier in den kommenden Jahren auch einige Erfolge einfahren können und sich die Fans auf talentierte Nachwuchshandballer freuen dürfen.

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