Die 20 Punkte Marke ist erreicht. Mit dem überzeugenden 28:19 Erfolg im Derby in Ludwigsburg gegen die SG BBM Bietigheim hat der TVB Stuttgart diese Schallgrenze geschafft. Und das bereits zehn Spieltage vor dem Rundenende. Damit haben sich die WILD BOYS endgültig in der DKB Handball-Bundesliga etabliert. Bereits am vorletzten Spieltag bewies das Team von Trainer Jürgen Schweikardt im Derby gegen Frisch Auf Göppingen absolute Erstliga-Tauglichkeit. Max Häfner gelang in der umkämpften Partie zwei Sekunden vor Spielende der 26:26 Ausgleich und die Zuschauer feierten die WILD BOYS für eine couragierte und entschlossene Leistung, die am Ende noch belohnt wurde

Inzwischen gaben die Verantwortlichen der WILD BOYS auch weitere Personalentscheidungen bekannt. Die Verträge von Kreisläufer Simon Baumgarten und Linksaußen Tobias Schimmelbauer werden nicht verlängert. Für Baumgarten wechselt mit Zarko Pesevski vom Championsleague-Teilnehmer Motor Zaporozhye ein erfahrener Spieler an den Neckar.

Zur Partie des 25. Spieltags in der deutschen Eliteklasse kommt nun der Rekordmeister von der Ostsee in die Porsche-Arena. Mit sechs Minuspunkten liegen die Kieler zurzeit auf Rang zwei der DKB Handball-Bundesliga und sollte nicht noch ein Wunder in Form eines totalen Einbruchs des Tabellenführers und Kieler Lokalrivalen SG Flensburg-Handewitt geschehen, werden die heutigen Gäste wohl auch auf diesem Tabellenplatz am Ende der Runde einlaufen. Auch Trainer Alfred Gislason scheint an dieses Wunder nicht mehr zu glauben. Nach der überraschenden Heimniederlage seines Teams gegen den SC Magdeburg hat er den Meistertitel bereits abgehakt. Dafür ist das Kieler Starensemble derzeit international erfolgreich. Bereits am vierten Spieltag der Gruppenphase sicherten sich die Ostsee-Anrainer den Gruppensieg in ihrer EHF-Pokalgruppe und qualifizierten sich damit direkt für das FinalFour, das in diesem Jahr auch noch in der Kieler Sparkassen Arena stattfindet. Beste Voraussetzungen also für den ehemaligen Championsleague Sieger, der ohnehin großen Titelsammlung eine weitere Trophäe anzufügen.

Der Sieg im EHF-Pokal wäre sicherlich das Sahnehäubchen auf die lange Tätigkeit von Trainer Alfred Gislason in Kiel, die in mehreren nationalen Titelgewinnen und dem zweimaligen Erfolg in der Championsleague gipfelte. Nach dieser Saison hört der Isländer in Kiel auf. Nachfolger wird Filip Jicha, der zurzeit schon als Co-Trainer beim Rekordmeister arbeitet und auch als Spieler der Zebras sehr erfolgreich an der Ostsee wirkte.

Aus dem Kader des THW Kiel ragen sicherlich die beiden Torhüter Niklas Landlin, Weltmeister mit Dänemark 2019, und der deutsche Nationalspieler Andreas Wolf heraus. Auf der Kreisläuferposition sind Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek gesetzt. Das Angriffsspiel der Kieler profitiert vom überragenden Können des kroatischen Internationalen Domagoj Duvnjak, aber auch von der Schnelligkeit eines Steffen Weinhold, der sich mit Marco Vujin und dem norwegischen Vizeweltmeister Harald Reinkind auf halbrechts ablöst.

Liest man diese klangvollen Namen im Kader des THW Kiel, muss man sich um Wild BOYS  sicherlich Sorgen machen. „Wir müssen da sein, wenn die Gäste Schwächen zeigen“, gibt Trainer Jürgen Schweikardt das Spiel aber noch nicht verloren und ergänzt: „Wenn wir kämpfen, springt der Funke aufs Publikum über und wir können den großen Favoriten vielleicht ein bisschen ärgern.“ Seine Mannschaft kann bei 20 Punkten ganz befreit aufspielen.