Ohne Schimmelbauer und Häfner gegen Lemgo

Zum letzten Mal in diesem Jahr haben die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart am Wochenende durchschnaufen dürfen. Nun stehen binnen fünf Wochen sieben Spiele auf dem Programm, los geht’s an diesem Donnerstag in Lemgo. Tobias Schimmelbauer und Max Häfner fallen aus, Max Oehler rückt aus der A-Jugend nach.

Für Spannung ist gesorgt in der Liga, an der Spitze wie auch am Tabellenende. Die Meisterschaft entwickelt sich zu einem Vierkampf zwischen Flensburg, Magdeburg, Kiel und den Rhein-Neckar Löwen. Wobei die verlustpunktfreien Flensburger spätestens mit dem überzeugenden 27:20-Sieg gegen die Löwen am Montag ernsthafte Ansprüche auf die Titelverteidigung angemeldet haben.

Die Teams von Rang zehn abwärts müssen dagegen den Blick nach hinten richten. Eindeutige Abstiegskandidaten gibt’s derzeit nicht, zuletzt begehrten der Vorletzte und der Letzte auf: Der Aufsteiger Bietigheim setzte sich in Hannover mit 27:26 durch, die Eulen Ludwigshafen zwangen Leipzig mit 27:24 in die Knie. Nur vier Punkte trennen den Zehnten Göppingen vom ersten Abstiegsplatz. Zu sicher darf sich also keiner fühlen – auch nicht der TVB 1898 Stuttgart mit drei Punkten Polster. „Natürlich wäre es uns lieber gewesen, wenn die Konkurrenz verloren hätte“, sagt der Trainer Jürgen Schweikardt. „Aber wir schauen auf uns – und wir haben in nahezu jedem Spiel die Möglichkeit zu gewinnen.“

Schweikardt: 20 Punkte müssten zum Ligaverbleib reichen

In den verbleibenden Partien bis Weihnachten hat der TVB noch die eine oder andere realistische Chance, sich für die zweite Saisonhälfte in eine komfortable Position zu bringen. Lemgo, Erlangen, Bietigheim und Gummersbach sind Gegner, die in der Tabelle hinter dem TVB stehen. Klarer Außenseiter dagegen ist das Team von Jürgen Schweikardt gegen Melsungen, Kiel und die Rhein-Neckar Löwen. Mit Rechenspielen oder einer Wunsch-Punktausbeute bis zur WM-Pause beschäftigt sich Schweikardt zwar nicht. „Ich denke aber, 20 Punkte müssten zum Ligaverbleib reichen.“

Drei Siege aus den restlichen sieben Spielen und damit 15 Zähler wären demnach die halbe Miete und sorgten für Planungssicherheit beim TVB.

Lemgo mit nahezu perfekter Saison

Die erste gute Gelegenheit auf Punkte bietet sich dem TVB an diesem Donnerstag (19 Uhr/ZVW-Liveticker) in Lemgo. In der vergangenen Saison zog der TVB in der Liga beim 21:24 und 27:28 zwar gleich zweimal den Kürzeren, dafür setzte er sich im DHB-Pokal mit 29:27 durch – in einer Saison, in der die Lemgoer die Konkurrenz das eine oder andere Mal überraschten.

Nachdem der zweifache Deutsche Meister drei Spielzeiten in den Abstiegskampf verwickelt gewesen war, erspielte und erkämpfte er sich 2017/2018 den respektablen neunten Tabellenplatz. „Für Lemgo war das fast eine perfekte Saison“, sagt Schweikardt. Aktuell indes läuft’s nicht so rund. Das Team von Trainer Florian Kehrmann ist seit sechs Spielen sieglos und steckt mittendrin im Pulk der acht bis zehn Mannschaften, die sich auf etwa einem Niveau bewegen. Dass der Gegner von Verletzungspech geplagt ist, sieht der TVB-Coach nicht als Vorteil. „Man hat ja schon oft gesehen, dass Mannschaften in solchen Situationen enger zusammenrücken.“ Jari Lemke, Isaias Guardiola und Tim Suton fehlen länger, Torhüter Piotr Wyszomirski muss gegen den TVB noch einmal passen. Beim TVB fallen Tobias Schimmelbauer (Rippenprellung) und Max Häfner (Rückenprobleme) aus. Dafür rückt der Jugendnationalspieler Max Oehler aus der A-Jugend nach.

Bleibt noch das Dauerthema Michael Kraus, über dessen Nationalmannschafts-Comeback eifrig diskutiert wird. „Mir ist es egal, was da geschrieben wird“, sagt Schweikardt. „Für uns zählt in erster Linie das, was Mimi bei uns bringt.“ Spiele er so weiter wie zuletzt, rücke er zwangsläufig in den Fokus. Sollte Kraus bei der WM dabei sein, profitiere auch der TVB davon. „Spieler wie Mimi oder Jogi Bitter sind schließlich unsere Markenbotschafter.“

Quelle: Thomas Wagner, ZVW