Lösungen gesucht gegen Taktik-Meister Hannover

Nach dem ordentlichen Auftritt in Flensburg sehnt der Handball-Erstligist TVB Stuttgart an diesem Donnerstag. Nach dem ordentlichen Auftritt in Flensburg sehnt der Handball-Erstligist TVB 1898 Stuttgart an diesem Donnerstag (18. Oktober, 19 Uhr im ZVW-Liveticker) den dritten Saisonsieg herbei. Mit dem TSV Hannover-Burgdorf gastiert in der Scharrena allerdings ein Team, das mit großer Variabilität besticht. „Es ist ganz schwierig, sich auf Hannover einzustellen“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt.

Zwei Wochen Spielpause hat der TVB nach der Partie gegen Hannover, dann geht’s gegen die Top-Teams Füchse Berlin und SC Magdeburg. Die größten Erfolgsaussichten auf Punkte bestehen dabei zweifelsfrei an diesem Donnerstag gegen die gestressten Hannoveraner. Stuttgart wird ihr dritter Gegner binnen fünf Tagen sein. Am Sonntag besiegten die „Recken“ den HC Erlangen mit 26:24, am Dienstag zogen sie mit dem 23:17-Erfolg gegen den TBV Lemgo ins Pokal-Viertelfinale ein.

„Auf den ersten Blick mag das nach einem Vorteil für uns aussehen“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt. „Ich sehe das aber nicht so, eine Woche kann man so ein Programm schon verkraften.“ Schweikardt ist sich sicher, dass Hannover „topfit“ in der Scharrena auftauchen wird.

Hannover präsentiert sich stark

Sechster wurde Hannover in der vergangenen Spielzeit. Es war die beste Platzierung in neun Jahren Erstligazugehörigkeit, damit qualifizierte sich der TSV erstmals für den EHF-Cup. Im DHB-Pokal scheiterte er erst im Finale an den Rhein-Neckar Löwen. Mit 5300 Zuschauern im Schnitt gab’s zudem einen neuen Rekord, entsprechend groß ist die Euphorie in der Stadt.

Jürgen Schweikardt geht davon aus, dass sich Hannover in den obereren Regionen der Liga etablieren wird. Der Kader sei gespickt mit Spielern mit internationalem Top-Niveau. In starker Form präsentiert sich derzeit der deutsche Nationalspieler Fabian Böhm im linken Rückraum, den Rechtsaußen Timo Kastening hat der Bundestrainer Christian Prokop in seinen erweiterten Kader berufen. Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Hannoveraner ist der dänische Olympiasieger Morten Olsen, Chef in der Abwehr ist der kroatische Nationalspieler Ilija Brozovic.

Kein Bruderduell: Kai Häfner fällt schon länger aus

Fünf Spieler haben den Verein am Ende der Saison verlassen, unter anderem der Linksaußen und beste Torschütze der Bundesliga, Casper Mortensen. Der spanische Internationale Cristian Ugalde soll ihn ersetzen. Für Slowenien im Einsatz sind der Torhüter Urban Lesjak und Nejc Cehte. Der Linkshänder spielte zuletzt zusammen mit Robert Markotic in Velenje und war dort die Nummer eins vor dem Stuttgarter im rechten Rückraum.

Die Neuzugänge haben sich in Hannover recht schnell zurechtgefunden – und sie mussten es auch, schließlich war und ist der TSV in dieser Saison von großem Verletzungspech geplagt. Olsen fehlte immer wieder, Mait Patrail, Torge Johannsen, Pavel Atmann und Kai Häfner fallen schon länger aus. Zum Bruderduell mit Max Häfner dürfte es in der Scharrena also wohl kaum kommen. Die personellen Engpässe haben die Hannoveraner erstaunlich gut weggesteckt, lediglich bei der 23:34-Niederlage in Magdeburg waren sie ohne Chance. In Berlin (28:29) und Flensburg (28:29) scheiterten sie knapp.

TSV ist taktisch flexibel

Markenzeichen des Stuttgarter Gegners ist die große taktische Flexibilität, mit der Hannover seine Gegner immer wieder überrascht. Ideengeber ist der Trainer Carlos Ortega. Der Spanier coachte einst für drei Jahre den ungarischen Spitzenclub Veszprém. „Er lässt sich für jeden Gegner etwas Spezielles einfallen“, sagt Schweikardt. Die Spieler könnten rasch zwischen diversen Konzepten wechseln. „Es ist unheimlich schwierig, sich auf Hannover einzustellen.“

Eine Antwort zu finden auf die taktischen Kniffe des Kontrahenten ist die eine Aufgabe, die der TVB zu bewältigen hat. „Wir müssen weiter peu à peu an uns arbeiten und versuchen, unsere Defizite abzustellen“, sagt Schweikardt. Will heißen: Ballverluste reduzieren, Wurfquote verbessern, Abwehr stabilisieren.

Torhüter Jonas Maier fällt aus

Michael Kraus, der in Flensburg wegen eines Magen-Darm-Infekts fehlte, trainiert wieder. Dafür wird der erkrankte Torhüter Jonas Maier ausfallen, für ihn rückt Nick Lehmann in den Kader. Angeschlagen sind Robert Markotic (Schulterschmerzen) sowie die kränkelnden Florian Burmeister und David Schmidt.

 

 

Quelle: ZVW, Thomas Wagner