Gummersbach ist abgehakt. Jetzt gilt die volle Konzentration der WILD BOYS dem Lokalderby in der EWS Arena. Und mit den Göppingern hat der TVB 1898 Stuttgart noch ein Hühnchen zu rupfen. Am Ende der letzten Runde, als es für die Mannschaft von Trainer Jürgen Schweikardt um nichts mehr ging, gab es eine ganz empfindliche Heimniederlage. „Das haben wir noch nicht vergessen“, meint denn auch TVB-Kapitän Simon Baumgarten. Umgekehrt werden sich die Göppinger auch noch an die Heimniederlage gegen die WILD BOYS in der Vorrunde der letzten Saison erinnern und dafür Revanche nehmen wollen. Und das mit einem neuen Trainer. Hartmut Mayerhoffer kam zu Beginn der neuen Runde vom Bundesliga-Aufsteiger SG BBM Bietigheim. Und mit ihm kam der Erfolg an den Hohenstaufen zurück. Die bisher erreichten 6:2 Punkte können sich durchaus sehen lassen, waren die Siege gegen die Füchse Berlin und die TSV Hannover Burgdorf sicherlich nicht von allen erwartet worden. Einziger Wermutstropfen: In Flensburg gab es eine deutliche 26:15 Niederlage. Aber in der Flens-Arena kann man durchaus verlieren. Die musste am letzten Wochenende auch der THW Kiel erkennen, der das Nordderby in Flensburg mit einem Tor Unterschied verlor. Und die Zebras „vergaloppierten“ sich auch in Magdeburg. Am Donnerstag setzte es eine empfindliche Niederlage an der Elbe. So stehen jetzt der SC Magdeburg, die SG Flensburg Handewitt und die Rhein-Neckar Löwen jeweils verlustpunktfrei an der Spitze der DKB Handball Bundesliga. Die Nordbadener waren unter der Woche auch in der EHF Championsleague gefordert und gewannen in einem hervorragenden Spiel gegen den spanischen Titelträger FC Barcelona mit 35:34, wobei ihnen Torhüter Andreas Palicka in letzter Minute mit einer Superparade den Sieg rettete. Ein anderer Torwart, Benjamin Buric, glänzte bei Flensburg gegen Kiel. Er fehlt der HSG Wetzlar, die am Donnerstagabend zuhause im Hessenderby gegen die MT Melsungen mit 26:34 verlor. Dagegen kommt die Überraschungsmannschaft der letzten Runde, die TSV Hannover Burgdorf in dieser Saison gar nicht richtig in die Gänge. Dem knappen 26:27 in Göppingen folgte jetzt ein 28:29 in der Berliner Max-Schmeling-Halle. Beide Teams unterlagen in dieser noch jungen Saison bereits in Göppingen.

 

Dies zeigt, wie schwer die Aufgabe für die WILD BOYS am Sonntagnachmittag wird. Aber in einem Spiel mit Derby-Charakter ist alles möglich. Die Anhänger beider Vereine sind besonders motiviert und die Spieler der jeweiligen Mannschaften gehen mit großem Elan an die Aufgabe heran. Derbys haben eben ihre eigenen Gesetze. Einige Akteure des TVB 1898 Stuttgart waren einst in Göppingen aktiv und wohnen zum Teil noch in der Stadt am Hohenstaufen. Da ist  es sicher nicht verwunderlich, wenn von beiden Mannschaften ein heißer Kampf erwartet wird. Dennoch sagt TVB 1898 Stuttgart Trainer Jürgen Schweikardt: „Wir sind Außenseiter“, und fügt an: „Wenn Johannes „Jogi“ Bitter seine Leistung aus der letzten Runde wiederholen kann, haben wir eine Chance.“

Quelle: Joachim Gröser, TVB