Saisonrückblick Württembergliga

Handball-Württembergliga Nord, Männer: Der Staffelmeister und Aufsteiger TV Bittenfeld II

Klar waren die Handballer des TV Bittenfeld II wegen ihres starken Kaders als Favorit in der Württembergliga Nord gehandelt worden. Doch eine so grandiose Leistung hatte keiner erwartet: Sechs Spieltage vor Schluss sicherten sie sich Staffelmeisterschaft und Aufstieg, die Runde beendeten sie mit 46:6 Punkten. Und jetzt könnte noch ein Titel hinzukommen.

Am Donnerstag geht’s in der Partie beim TSV Zizishausen, dem Gewinner der Südstaffel, um die württembergische Meisterschaft. „Der Wimpel wäre noch das i-Tüpfelchen“, sagt Thomas Randi, der die Bittenfelder gemeinsam mit Roland Wissmann coacht. Doch selbst wenn das Team nicht erfolgreich sein sollte, wäre die Saisonbilanz überragend. Randis Verwunderung ist echt, wenn er sagt, es sei selten, dass ein Team die Liga so dominiert wie jetzt der TVB II. Elf Punkte beträgt der Vorsprung auf den zweitplatzierten TSV Schmiden, der derzeit in der Relegation um den Aufstieg kämpft.

Vor der Saison hatten die Bittenfelder Trainer tiefgestapelt. Doch nur öffentlich. „Intern war unser Ziel ganz klar, den Aufstieg zu realisieren“, so Randi. Der sei extrem wichtig, um den Abstand zum Erstligateam zu verringern und besonders den Bundesliga-A-Jugendlichen eine Plattform zu bieten, sich auf hohem Niveau weiterzuentwickeln. Die Voraussetzungen vor der Saison waren hervorragend: Mit den bundesligaerfahrenen Rückkehrern Daniel Sdunek (Tor) und Martin Kienzle sowie Alexander Heib und Alexander Bischoff konnte Bittenfeld II auf herausragende Führungspersönlichkeiten bauen. Randi streicht allerdings heraus, dass auch andere Mannschaften wie die SG Bottwartal über Spieler mit höherklassiger Erfahrung verfügen. Das große Plus des TVB II seien der Teamgeist, die Konstanz und die Fähigkeit, Partien in der Schlussphase dank individueller Klasse herumzureißen. Und die Breite des Kaders: Wenn Leistungsträger fehlten, spielten sich andere in den Vordergrund. Der Trainer lobt insbesondere A-Jugendliche wie Levi Fröschle und Jonathan Buck, aber auch den Allrounder Marvin Gille.

Der hervorragende Start in die Liga sei für die Saison sehr wichtig gewesen. Zum Auftakt feierte der TVB II einen 32:17-Kantersieg im Derby bei den SF Schwaikheim. Es folgten, fast unglaublich, neun weitere Erfolge. Die erste Pleite, das 24:33 am elften Spieltag zu Hause gegen Schmiden, brachte die Bittenfelder auch nicht aus der Spur. „Ich habe den Druck nie wirklich gespürt, auch nach dieser Niederlage nicht“, stellt Randi klar. Bis zum Ende der Vorrunde blieb’s denn auch bei den nur zwei Minuspunkten. Allerdings war’s da noch spannend, weil Schmiden nur zwei mehr auf dem Konto hatte.

Entscheidend für den weiteren Verlauf war, dass Bittenfeld auch in der Rückrunde nicht nachließ, während der Tabellenzweite aus der Spur geriet und einige Zähler liegenließ. „Da haben wir uns keine Blöße gegeben.“ Erst nachdem sechs Spieltage vor Schluss Platz eins und der Aufstieg feststanden, fiel der TVB II verständlicherweise in ein kleines Loch. Hintereinander setzte es eine 27:33-Heimniederlage gegen den „sehr guten“ (Randi) VfL Waiblingen und ein 33:37 in Altensteig. Der Auftritt im Auswärtsspiel sei wirklich schlecht gewesen. Auch im Hinblick auf das Meisterschaftsspiel gegen Zizishausen war es für den TVB dringend notwendig, „wieder in die Spur zu kommen und für ein positives Gefühl zu sorgen“. Prompt riss sich die Mannschaft wieder am Riemen und feierte noch einmal vier Siege in Folge, unter anderem in Schmiden (38:32).

Nun geht’s rauf in die Baden-Württemberg-Oberliga. Zu den Favoriten wird der TVB II dort nicht gehören. Doch mit solchen Auftritten wie in dieser Saison wird er um den Klassenverbleib nicht bis zum Schluss bangen müssen.

Quelle: Waiblinger Kreiszeitung