Flensburg zementiert Sieg in Stuttgart erst im Endspurt

Quasi auf dem Weg zum Rückspiel im Champions-League-Viertelfinale in Montpellier war der Bundesliga-Zweite SG Flensburg-Handewitt beim Vierzehnten TVB 1898 Stuttgart gefordert. Djibril M´Bengue kehrte nach 13 Monaten Verletzungspause zumindest auf die Bank zurück. Jonas Maier, bis Saisonende die Nummer Eins im TVB-Tor, war dann wichtig für den TVB beim 13:16-Pausenstand. Bis in die Schlussphase hielten die Stuttgarter mit. Dann nutzte die SG eine Auszeit um frische Spieler zu bringen und zementierte dadurch, nach 21:23 (44.) und 22:27 (48.), den Sieg im Neckartal. Kraus (6/3) Weiß (6) und Späth (4) sowie Mogensen (7) Wanne und Svan (je 6) waren die besten Werfer.

Die Hausherren begannen frech und führten von Beginn an. Kraus kam beim 4:3 nach kurzem Antritt frei zum Abschluss. Die Nordlichter verlegten sich zunächst darauf jeweils den Ausgleich zu erzielen. Wanne traf beim 4:4 zum zweiten Mal. Anschließend zeigte Jonas Maier eine Doppelparade gegen den Flensburger Linksaußen, Weiß kam im Gegenzug nicht an den Ball und Svan nutzte den Fauxpas des TVB-Hünen zur ersten SG-Führung. Andersson parierte dann gegen Schagen zum dritten Mal.

Die Flensburger Deckung wurde nach acht Minuten offensiver und konnte den TVB daher schwierigere Aufgaben stellen, ohne sich jedoch absetzen zu können. Im Angriffsspiel zeigte sich der Favorit unter der Regie von Lauge wendiger als während der zähen ersten Minuten, in denen allein Andersson die Übersicht bewahrt hatte. Fehlwürfe von Lauge und Mogensen gaben dem TVB aber nach 14 Minuten die Chance zum 7:7-Ausgleich: Schagen netzte nach einer Maier-Parade ein.

Die Partie stark taktisch geprägt. Flensburg changierte im Rückraum, Mogensen tauchte auf einmal im rechten Rückraum auf und traf. Stuttgart versucht es oftmals über den Kreis, Späth war aber nicht immer anspielbar und wurde auch gut verteidigt. Jürgen Schweikardt wechselte nach 18 Minuten Baumgarten ein. Flensburg agierte weiterhin mit zwei Spielmachern, wobei Gottfridsson für den bislang treffschwachen Lauge kam. Für Andersson kam Møller. Nach 24 Minuten hieß es 11:13.

Am Ende der ersten Halbzeit wurde die Partie etwas ruppig, wobei die SG sich deutlicher absetzen konnte. Schweikardt ging gegen Mogensen beim 11:14-Torwurf unnötig hart zuwerke. Kurz darauf wurde Heinl für ein ähnliches Foul ebenfalls hinausgestellt. So hieß es vier Minuten vor Schluss Fünf gegen Fünf. Dennoch wurde kein Treffer gezählt, nicht einmal während einer kurzzeitigen TVB- Überzahl. Nach Møllers Parade gegen Schagen stellte vielmehr Glandorf auf 11:15 (29.).

Zur Pause hieß es 13:16. Daran hatte aus TVB-Sicht Jonas Maier mit sieben Paraden gewissen Anteil. Andersson und Møller hatten sich zusammen fünf Reflexe notieren lassen. In Sachen Feldspielern wollte Maik Machulla offenbar Kentin Mahe vor dem Spiel in Montpellier schonen. Trotz einiger zu kreativer Kraus-Momente und unnötiger Ballverluste hielt Stuttgart weiter mit. Der TVB-Spielmacher machte seine Fehler mit dem 17:20, 18:21 und 19:21 (39.) wett. Stuttgart war zurück im Spiel.

Erstmals seit dem 10:12 (21.) war der TVB wieder auf zwei Tore herangekommen. Die Hausherren hatten in dieser Phase einige Male das Glück, nach schlechten Aktionen in Ballbesitz zu bleiben, Flensburg einzulullen und noch etwas daraus zu machen, etwa Orlowski beim 21:23 (44.). Einen Flensburger Wechselfehler konnten die „Wild Boys“ jedoch nicht nutzen. Dass Schweikardt ein Schrittfehler abgepfiffen wurde, weckte immerhin die 2.251 Zuschauer in der Scharrena.

Thomas Mogensen avancierte in dieser für die Gäste schwierigen Phase 15 Minuten vor Schluss gemeinsam mit Holger Glandorf einmal mehr zur Lebensversicherung der SG. Sie zeigten sich bein- und gedankenschnell, während die Teamkollegen etwas müde wirkten. Der Linkshänder stellte nach 48 Minuten auf 22:27, eine Weichenstellung Richtung Flensburg-Sieg. Jürgen Schweikardt zückte folgerichtig die Grüne Karte, um die gute Leistung des TVB im Endergebnis gespiegelt zu sein.

Maik Machulla nutzte den Moment, um mit Lauge, Toft und Rød frische Spieler zu bringen. Die lange Bank der SG führte die Entscheidung herbei. Lauge hatte offenbar die Zeit genutzt und Maier von der Bank ausgeguckt, denn sein Treffer zum 22:28 war lehrbuchmäßig. Rød nutzte beim 22:29 von einer günstigen Entscheidung der Unparteiischen und dem nicht vorhandenen TVB-Rückzug. Die Anzahl der einfachen Tore war auf SG-Seite am Ende deutlich höher, daher resultierte das 28:35-Ergebnis.

 

Quelle: Handball-World