Großartige Leistung: TVB holt Punkt gegen Füchse

Was war das für ein unglaubliches Spiel. In Hälfte eins war der TVB von der 20. Minute an der eigentlich übermächtig scheinenden Weltklasse-Mannschaft der Füchse in Abwehr und Angriff überlegen und führte zur Pause mit 17:12. Danach legte Mimi Kraus sogar noch das 18:12 nach. Doch dann kamen die Berliner auf, glichen aus und zogen in der 51. Minute auf 23:20 davon. Die Partie schien ihren befürchteten Verlauf zu nehmen.

Doch die Bittenfelder stemmten sich mit aller Macht dagegen. Fast mit der Schlusssirene erzielte Stefan Salger das 24:24, danach glich die Halle einem Tollhaus. Allen voran Jogi Bitter hatte das Team mit einem Sahne-Auftritt zu diesem Punktgewinn geführt, er parierte 21 Bälle. Herausragend in Abwehr und Angriff war Dominik Weiß (sieben Tore), doch vor allem belohnte sich der TVB für eine glänzende Teamleistung. Das Unentschieden bedeutet zudem einen weiteren Schritt in Richtung Klassenverbleib, weil zeitgleich am Donnerstag die direkten Konkurrenten Hüttenberg, Ludwigshafen und Gummersbach verloren. Sechs Punkte beträgt jetzt der Vorsprung des TVB auf den ersten Abstiegsrang.

Vor der Partie hatten die Berliner einen schweren Rückschlag hinnehmen müssen: Der kroatische Nationalspieler Marko Kopljar wird nach Achillessehnen-Riss und OP lange im rechten Rückraum ausfallen. Doch auch ohne ihn hatten die Füchse noch genügend Klasse auf dem Feld. Die zeigten sie allerdings in Hälfte eins nicht. Und auch der TVB hatte ja mit Simon Baumgarten einen bitteren Ausfall zu beklagen. Das bedeutete Schwerstarbeit für den zweiten Kreisläufer Manuel Späth. Er machte seine Sache hinten wie vorne sehr gut.

Nach dem 9:9 (20.) zeichnete sich die Überraschung ab. Angefangen mit dem Tor des starken Bobby Schagen zum 10:9 zogen die Gastgeber langsam davon. Das Selbstbewusstsein war groß – per Kempa-Trick erzielte Michael Schweikardt nach Pass von Schagen das 15:11. Bitter verrammelte seinen Kasten, während sein Gegenüber Silvio Heinevetter kaum einen Ball zu fassen bekam. Mit einer 17:12-Führung ging der TVB in die Kabine.

„So bleibt das Spiel in tausend kalten Wintern nicht“, unkte ein Zuschauer. Und so kam’s: Nach dem 18:12 durch Kraus (31.) stotterte der Bittenfelder Motor. Das lag auch am zum Glück für den TVB erst jetzt eingewechselten Torhüter Petr Stochl, der Bitter in nichts nachstand. Berlin agierte jetzt auch insgesamt in der Abwehr bissiger. Angeführt von Fabian Wiede und dem dänischen Nationalspieler Hans Lindberg, der nur vor der Pause mit einem seiner insgesamt fünf Siebenmeter an Bitter scheiterte, pirschten sich die Füchse heran. In der 42. Minute traf Bjaki Mar Elisson zum 19:19. In der 44. Minute gab’s eine Schrecksekunde für die Berliner: Der eben erst wieder genesene deutsche Nationalspieler Paul Drux humpelte mit Verdacht auf eine erneute schwere Verletzung vom Feld.

Das Spiel wurde hektischer, in der 49. Minute sah Tobias Schimmelbauer (TVB) wegen der dritten Zwei-Minuten-Strafe Rot. Als Wiede das 20:23 markierte (51.), schien es um den TVB geschehen zu sein. Doch er antwortete mit überragendem Kampfgeist. Samuel Röthlisberger, Weiß und Schagen ließen die Fans hoffen (23:24), Salger versetzte sie schließlich mit dem 24:24 in einen Freudentaumel. Auch gegen Leipzig hatte der TVB nach langer Führung 24:24 gespielt, doch diesmal war es ein gewonnener Punkt.

TVB 1898 Stuttgart: Bitter, Maier; Schimmelbauer, Lobedank, Salger (3), Weiß (7), Schagen (5), M. Schweikardt (2/1), Späth (3), Kraus (2), Röthlisberger (1), Bischoff, Burmeister, Kretschmer, Orlowski (1), Pfattheicher.

Füchse Berlin: Heinevetter, Stochl; Wiede (6), Elisson (2), Milde, Vukovic, Struck, Mandalinic (2), Gojun, Lindberg (7/4), Zachrisson, Fäth (4), Schmidt, Reißky, Koch, Drux (3).

Quelle: Mathias Schwardt / ZVW