TVB empfängt Füchse

Ein Team, das gegen den Abstieg kämpft, gegen den mit Weltklassespielern gespickten Tabellenzweiten. Die Frage nach der Favoritenrolle stellt sich vor dem Erstliga-Heimspiel des TVB 1898 Stuttgart an diesem Donnerstag gegen die Füchse Berlin nicht. Coach Jürgen Schweikardt fordert von seinen Handballern deshalb vor allem eines: dass sie mutig spielen.

Angesichts des nächsten, übermächtig scheinenden Gegners wäre ein Sieg in der Partie zuletzt in Leipzig hochwillkommen gewesen. Ein wenig zwickt Schweikardt der Punktverlust beim 24:24 daher immer noch. Und dann war da ja auch der verletzungsbedingte Ausfall von Simon Baumgarten in Hälfte zwei, mit ein Grund dafür, dass es trotz langer, teilweise sogar deutlicher Führung nicht zu zwei Punkten reichte. Inzwischen ist die Diagnose da, und sie ist schlimmer, als der Trainer gehofft hatte: Mit einem Muskelfaserriss wird der Kreisläufer beim TVB zwölf bis 14 Tage lang ausfallen. „Simon ist schwer zu ersetzen“, sagt Schweikardt. Wie schon nach der Halbzeit in Leipzig werde jetzt viel Verantwortung auf den Schultern von Manuel Späth liegen. Dieser ist auch in der Abwehr sehr wichtig, eine Doppelrolle, die sehr viel Kraft kostet.

Operation bei Häfner steht an

Für Entlastung am Kreis sorgen sollen deshalb Samuel Röthlisberger und der aus dem Bittenfelder Württembergliga-Team aufrückende Alexander Bischoff. Personell sieht’s ansonsten beim TVB so aus wie zuletzt. Max Häfner wird an diesem Donnerstag an der Bandscheibe operiert, danach wird sich zeigen, wie lange er der Mannschaft noch fehlen wird.

Niemand erwartet ein Wunder gegen Berlin

Nun, noch vor dem Osterwochenende, steht erst einmal eine Partie auf dem Programm, die zu den einfacheren gehört – egal, in welcher Besetzung der TVB aufläuft. Niemand erwartet von der im Abstiegskampf steckenden Mannschaft am Donnerstag Wunder in der Porsche-Arena. Von 19 Uhr an geht’s gegen den Tabellenzweiten Füchse Berlin. Der Meisterschaftsanwärter ist, bei einem Spiel weniger, punktgleich mit dem Dritten SG Flensburg-Handewitt, zwei Zähler fehlen ihm zum Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen.

Ziel: Es den Füchsen so schwer wie möglich machen

Für Jürgen Schweikardt verfügen die Füchse über die „vielleicht am besten aufgestellte Mannschaft in der Liga“. Weltklasse, wohin man schaut: Im rechten Rückraum spielen Fabian Wiede und der kroatische Nationalspieler Marko Kopljar. Auf halblinks zu Hause sind Toptorschütze Steffen Fäth und Paul Drux, die genauso wie Torhüter Silvio Heinevetter auch das deutsche Nationaltrikot tragen. „Und Hans Lindberg und Mattias Zachrisson sind vielleicht das beste Rechtsaußenteam der Welt“, sagt Jürgen Schweikardt. Offensivspieler dieser Qualität komplett auszuschalten sei unmöglich. Das Ziel könne lediglich lauten, es ihnen so schwer wie möglich zu machen.

Schweikardt: „Wir müssen mutig sein und keine Angst haben, Fehler zu machen“

Das kann aber nur gelingen, wenn die Mannschaft des TVB nicht in Ehrfurcht erstarrt. Zuletzt feierte Berlin gegen den Tabellenzwölften Minden einen 41:30-Kantersieg. Damit die Bittenfelder keine ähnliche Schlappe klassieren, will Schweikardt von seinem Team vor allem eines sehen: „Wir müssen mutig sein und keine Angst haben, Fehler zu machen.“ Mit engagierter Verteidigung könne vielleicht ein Tempospiel aufgezogen werden. Und auch vorne „dürfen wir nicht zu viel Respekt haben“.

Gutes Spiel gegen Berlin in der Vorrunde

In der Vorrunde, noch unter Schweikardts Vorgänger Markus Baur, hatte der TVB 1898 Stuttgart die Füchse zeitweise ins Schwitzen gebracht. Erst nach dem 14:14 zur Pause nahmen die Berliner das Heft mehr und mehr in die Hand und siegten sicher, wenn auch knapp mit 26:24. „Das war ein sehr gutes Spiel von uns“, sagt Jürgen Schweikardt. Zu gerne würde er eine solche Leistung des Teams noch einmal sehen. Zumal vor Tausenden Zuschauern in der Porsche-Arena.

 

Quelle: Thomas Wagner / ZVW