Schweikardt: „Wir müssen jeden Punkt sammeln“

Freilich war Coach Jürgen Schweikardt etwas enttäuscht darüber, dass die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart nach der 12:5-Führung beim SC DHfK Leipzig den Sieg noch aus der Hand gegeben haben. Doch auch der eine Zähler könnte Gold wert sein. Im Abstiegskampf gilt: „Wir dürfen nicht so viel rechnen, sondern müssen einfach jeden Punkt sammeln.“

Aufgrund der starken ersten Hälfte wäre der Sieg des TVB verdient gewesen. Schweikardt hadert ein wenig mit der entscheidenden Phase. Per Siebenmeter erzielte Andreas Rojewski in der letzten Minute das 24:24 für die Leipziger. Nun, nach der Videoanalyse, sei sich das TVB-Team sicher, dass es keine strafwurfwürdige Situation gewesen sei. „Wir waren auch mit einigen anderen Pfiffen nicht zufrieden.“ Andererseits hätten die Bittenfelder bei eigenem Ballbesitz durchaus noch die Möglichkeit gehabt, die Partie doch noch für sich zu entscheiden. Stefan Salger wurde schön in Szene gesetzt, scheiterte jedoch mit seinem Wurf an Torhüter Milos Putera. Der Trainer macht seinem Spieler aber keinen Vorwurf, der Keeper habe den Ball schlichtweg stark gehalten.

Schwächen nach der Halbzeit

Dass die Partie in den letzten zehn Minuten noch so spannend wurde, hat Schweikardt nicht allzu sehr überrascht. Zwar hatte der Tabellenvierzehnte TVB in Hälfte eins mit 12:5 geführt. „Aber in der Phase hat Jogi Bitter drei Siebenmeter gehalten. Wir waren also per se nicht sieben Tore besser.“ Es sei klar gewesen, dass der immerhin auf Rang acht stehende Gegner noch einmal aufkommen würde. Die Leipziger Nationalspieler Philipp Weber und Maximilian Jahnke „haben das in der zweiten Hälfte gut gemacht“. Wie auch das Team insgesamt, das sich so den Punkt erarbeitete.

Allerdings hat Schweikardt nach der Pause auch Schwächen bei seiner TVB-Mannschaft gesehen. „Wir haben nicht mehr so konsequent schnell nach vorne gespielt.“ Schwer wog indes der Ausfall des Kreisläufers Simon Baumgarten. Er habe in Hälfte eins hervorragend agiert. Wie schwerwiegend seine Verletzung ist, steht noch nicht fest. Ebenfalls ein besonderes Lob des Trainers verdiente sich Michael Kraus. „Mimi hat das sehr, sehr gut gemacht, was die Spielsteuerung und die Abschlüsse angeht.“

„Wir sind bei dem Rückstand nicht ganz umgekippt“

Und beim gesamten Team hat Schweikardt eines ganz besonders imponiert: die tolle Moral. In der 54. Minute war Leipzig erstmals in Führung gegangen (22:21). Doch es blieb die einzige für den SC. „Wir sind bei dem Rückstand nicht ganz umgekippt. Das zeigt, dass die Mannschaft gefestigt ist.“ In dieser Hinsicht war es ein gewonnener Punkt für den TVB.

Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz angewachsen

Die Mannschaft hat jetzt 6:4 Zähler in Folge geholt, keine schlechte Bilanz. Zwar hätten es, wenn die Spiele gegen Leipzig und Hüttenberg gewonnen worden wären, auch 8:2 sein können. „Dann wären wir fast schon durch gewesen. Aber jetzt ist es halt so.“ Nach dem Spiel in Leipzig ist der Vorsprung der Bittenfelder auf den ersten Abstiegsplatz immerhin von vier auf fünf Zähler angewachsen. Denn der Vorletzte TV Hüttenberg unterlag dem TSV Burgdorf im Heimspiel mit 19:29. Eigentlich ist die Sache ganz einfach: „Wenn wir punkten, machen wir’s den anderen schwer.“

Am Donnerstag kommen die Füchse Berlin

In der kommenden Partie werden allerdings wohl keine Punkte zu holen sein für den TVB. Am Donnerstag geht’s von 19 Uhr an in der Porsche-Arena gegen den Tabellenzweiten Füchse Berlin. „Es gibt drei, vier Mannschaften, gegen die die Chancen sehr gering sind. Berlin gehört dazu.“ Allerdings müsse jedes Spiel erst ausgetragen werden. Die Moral, um eine Überraschung zu schaffen, hat der TVB jedenfalls.

 

Quelle: Thomas Wagner / ZVW