TVB schrammt am Punktgewinn vorbei

Nur knapp ist der Handball-Erstligist TVB 1898 Stuttgart gestern an der Überraschung vorbei geschrammt. Bei der 31:32-Niederlage (15:14) gegen den SC Magdeburg vor 5260 Fans in der Porsche-Arena entschieden in der ausgeglichenen letztlich Kleinigkeiten zugunsten des Favoriten. Der TVB zeigte eine starke Leistung, die optimistisch stimmt im Abstiegskampf.

Mit so viel Widerstand hatte der Tabellenfünfte in Stuttgart offensichtlich nicht gerechnet. Am Ende musste sich das Team von Trainer Bennet Wiegert glücklich schätzen, den Sieg ins Ziel gerettet zu haben. In der Schlussminute, beim 31:32, scheiterten erst der TVB-Keeper Jogi Bitter mit einem Direktwurf und Mimi Kraus am Magdeburger Torhüter Dario Quenstedt.
7:2 nach acht Minuten, 9:4 nach zwölf Minuten: An einen derart fulminanten Start ins Spiel erinnern sich wohl nur die Älteren unter den TVB-Fans. Beim Gastgeber funktionierte in der Anfangsphase nahezu alles. Die Abwehr vor dem überragenden Bitter stand wie eine Mauer, mit Tempo und Spielwitz überrannten die Bittenfelder ihren Gegner. Nach dem 2:2 (4.) legte der TVB einen 5:0-Lauf hin zum 7:2 (7.). Auch die frühe Auszeit von SCM-Trainer Bennet Wiegert stoppte den Elan des TVB nicht. Michael Damgaard und Marko Bezjak, die flinken, technisch versierten und torgefährlichen Rückraumspieler der Gäste, fanden überhaupt nicht in die Partie. Der gute Manuel Späth traf mit einem spektakulären Rückhandwurf zum 9:4 (12.).

Dann indes kam Magdeburg allmählich in die Gänge, profitierte vom einen oder anderen – überhasteten – Fehlwurf des TVB und verkürzte auf 7:9 (15.) und 9:11 (18.). Nach Dominik Weiß’ Treffer zum 12:9 (24.) hatte das Team von Trainer Jürgen Schweikardt mehrfach die Chance, die Gäste zur Pause auf Distanz zu halten. Doch Kraus, Max Häfner und Sascha Pfattheicher scheiterten am SCM-Torhüter Jannick Green. So mussten die Gäste mit dem 14:15-Pausenrückstand noch zufrieden sein.
Die etwas rumpelige Schlussphase der ersten 30 Minuten schien dem TVB zu Beginn des zweiten Durchgangs noch ein wenig in den Trikots zu hängen. Im Angriff lief der Ball nicht mehr so flüssig. Der starke Mads Christiansen glich zum 16:16 aus (33.). In der Folge entwickelte sich ein flottes, ausgeglichenes Spiel, in dem der TVB zunächst immer ein Tor vorlegte und die Gäste umgehend egalisierten – bis zum 19:19 (36.).
Bezjak gelang beim 20:19 die erste Gästeführung seit dem 1:0, Damgaard legte zum 21:19 nach (40.). Die beiden steigerten sich von Minute zu Minute und avancierten – zusammen mit dem klugen Christian O’Sullivan – zu den entscheidenden Figuren im Spiel des SCM. Der TVB rannte nun einem Rückstand von einem Tor oder zwei Toren hinterher bis zum 24:26 (47.) – und hatte beim Treffer zum 24:27 (49.), dem ein klares Stürmerfoul vorausgegangen war, Pech.
Der TVB gab jedoch nicht auf – auch nicht nach dem 26:29 (52.) und 27:30 (53.). Nach Bezjaks Treffer zum 31:27 indes schien die Partie fünf Minuten vor dem Ende entschieden, Christiansen legt gar zum 32:28 nach. Vier Minuten blieben dem TVB noch, der in eine 4:2-Deckung überging – und die Magdeburger fast noch ins Straucheln gebracht hätte. Kraus, Michael Schweikardt und Weiß sorgten für den 31:32-Anschluss. Dann war Bitter, der nach der Pause nicht mehr so stark war, zur Stelle – und wagte einen Wurf aufs leere Tor. Doch der SCK-Keeper Quenstedt war rechtzeitig zurückgeeilt.

Nach einem Zeitspiel bekam Kraus die finale Chance, doch auch er hatte kein Glück. Die Magdeburger schnauften tief durch, die gute Leistung des TVB wurde nicht mit einem Punkt belohnt.
Schon am Sonntag geht’s weiter für die Bittenfelder: In Wetzlar kämpfen sie um den Einzug ins Pokal-Halbfinale.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW