Starke Leistung des TVB wird nicht belohnt

„Eine Top-Mannschaft wie der SC Magdeburg ist uns spielerisch klar überlegen“, hatte Stuttgarts Interimstrainer und Geschäftsführer Jürgen Schweikardt die Partie gegen den Tabellenfünften eingeordnet. Doch SCM-Trainer Bennet Wiegert hatte vor Stuttgart gewarnt und tatsächlich gelang den Schwaben vor 5.260 Zuschauern der bessere Start. Nach Späths 9:3-Zaubertor (11.) kamen die Gäste besser ins Spiel, verkürzten aber erst im Endspurt der ersten Halbzeit auf 15:14. Im Verlauf des zweiten Abschnitts übernahm der SCM die Führung, setzte sich auf vier Tore ab – und musste am Ende dennoch noch einmal um den 32:31-Erfolg bangen. Wehrmutstropfen für die Gäste, Michael Damgaard humpelte verletzt aus der Halle.

Dem TVB gelang aus einer soliden Abwehr mit einem guten Gegenstoß-Verhalten der klar bessere Start. Pfattheicher, Schweikardt und Weiß erhöhten nach neun Minuten zur 7:2-Vorlage. Beim SC Magdeburg klemmte es im Zusammenspiel und der Zweikampfstärke, und wenn doch einmal ein Spieler zum Torwurf kam, zeigte sich Johannes Bitter in der frühen Phase mit fünf Paraden in Weltklasse-Form, was man von seinem Gegenüber Jannick Green und dessen Vorderleuten zunächst nicht behaupten konnte. Überraschend selbstbewusst agierten die Stuttgarter.

Da der SCM nun zweimal über Musche abräumte, schmolz der Vorsprung wenige Minuten nach Späths Hinterrücks-Treffer zum 9:3 recht schnell wieder auf vier Tore. Schagen scheiterte beim Siebenmeter an Green und der Favorit verkürzte weiter: Damgaard und Chrapkowski sorgten für das 9:7 auf der Anzeigetafel. Bei dem Abstand blieb nach einer Viertelstunde, als auf Orlowskis Treffer und der Torerfolg von Christiansen zum 11:9 (18.) folgte. Stuttgart fehlte in dieser Phase im Abschluss die nötige Entschlossenheit. Bezjak erkämpfte auf der Gegenseite unterdessen einen Siebenmeter, bei dem Musche mit der Chance zum 11:10 an Bitter scheiterte, dessen achte Parade. Es blieb weiterhin beim TVB-Vorsprung.

Jürgen Schweikardt rief seine Schützlinge an die Seitenlinie. Kurzzeitig mehrten sich danach die Fehler bei den Gastgebern, doch Magdeburg machte nichts daraus. Vielmehr sorgte Weiß für das 12:9 (25.). Kurz darauf hatte Häfner nach einem Rebound-Pass von Kraus die neuerliche Vier-Tore-Führung auf der Hand, scheiterte aber am Pfosten. Kraus traf in dieser Phase dreimal in Serie für Stuttgart, doch Pfattheicher ließ anschließend die mögliche Vier-Tore-Führung liegen. Nun schlug Magdeburg zu: Damgaard und Christiansen führten die Gäste mit leichten Treffern zum 15:14-Halbzeitstand.

Magdeburg war zu Beginn der zweiten Halbzeit zurück im Spiel, doch Stuttgart hatte Anwurf und Salger erhöhte fürs Erste wieder auf zwei Tore. So setzte sich das Katz-und-Maus-Spiel in vertauschten Rollen zunächst fort. Inzwischen waren mit Schweikardt und Orlowski sowie Damgaard und Bezjak vier Spielmacher auf dem Feld. Nach 33 Minuten egalisierte dann Christiansen beim 16:16 erstmals seit dem 2:2, aber Stuttgart hielt sich zunächst vorne, bis Green die Vorlage für Bezjaks 19:20-Hüftwurf lieferte. Nach 38 Spielminuten lag der Gast erstmals vorne.

Die Intensität hatte im Verlauf der zweiten Hälfte deutlich zugenommen. Beim 23:21 für den SCM prallten Torschütze Damgaard und Teamkollege Bezjak unglücklich mit den Knien aufeinander, beide konnten weitermachen. Allerdings erwischte es Michael Damgaard kurz vor Ende dann erneut, der Rückraumspieler humpelte nach dem Sieg gestützt auf seine Mitspieler aus der Halle. „Michael Damgaard ist im letzten Angriff umgeknickt. Es kann sein, dass wir ins Krankenhaus fahren müssen, um eine Fraktur auszuschließen. Ich bin aber kein Doktor, uns hat gleich ein Arzt aus Stuttgart geholfen, aber es kann eine längere Ausfallzeit bedeuten“, erläuterte Bennet Wiegert direkt nach Spielende.

Doch zunächst war Damgaard noch auf dem Feld und hatte seinen Anteil daran, dass Magdeburg die Führung verteidigte – doch der TVB eilte hinterher. Nach einem Stürmerfoul von Bezjak scheiterten die Hausherren allerdings mit dem 24:24 an Green. Bezjaks nächster Treffer zum 23:25 (46.) wurde von den Unparteiischen gutgegeben, zum großen Unverständnis von Johannes Bitter. Jürgen Schweikardt versuchte unterdessen sein Team mit einer weiteren Auszeit in der Spur zu halten.

Dreizehn Minuten waren noch zu spielen, die Partie bog in die spielentscheidende Phase: Weiß versuchte es vom Flügel und warf den Ball am Tor vorbei. Kurz darauf stach Damgaard zum wiederholten Male durch die TVB-Deckung, O`Sullivan nutzte den fälligen Siebenmeter zum 24:27. Eine Minute später verkürzte Schagen auf 26:27, doch Weiß ließ das 27:27 liegen. Der Favorit agierte effektiver, Bezjak, Damgaard und O´Sullivan, der von der Markierung auf 27:30 (54.) stellte, brillierten. Eine Wende schien sich nicht mehr abzuzeichnen, der Favorit schien die individuelle Stärke in der Schlussphase auf die Platte zu bringen.

Es wurde noch einmal spannend. Aus einer 4:2-Deckung warf der TVB noch einmal alles nach vorne. Weiß besorgte zunächst in der vorletzten Minute den Anschluss zum 32:31, die Hausherren hofften wieder. Doch Quenstedt rettete dann beim Direktwurf von Bitter vor dem möglichen Ausgleich. Bitter parierte kurz darauf erneut, doch es gab Einwurf für die Gäste, die die Zeit für sich spielen ließen. Nach einem Passiv-Pfiff gegen Damgaard kam Stuttgart zwar noch einmal an den Ball, aber Quenstedt parierte einen überhasteten Wurf von Kraus und stellte die Weichen damit auf Auswärtssieg. Magdeburg brachte die Führung über die Zeit und landete einen 32:31-Arbeitssieg.

Quelle: www.handball-world.news