TVB mit mehr Zuversicht

Neue Besen kehren gut – dieses Sprichwort sollte sich auch beim TVB 1898 Stuttgart bewahrheiten. Nach dem Jürgen Schweikardt in der letzten Woche das Traineramt übernommen hat, gewannen die WILD BOYS im pfälzischen Ludwigshafen mit 25:24. Wie das Resultat selbst, war auch der Spielverlauf sehr eng und die Partie jederzeit hart umkämpft. Erst wenige Minuten vor Schluss übernahm Dominik Weiß Verantwortung und traf fünfmal ins Schwarze.

Das 24:21 reichte den WILD BOYS, bei denen auch Torhüter Johannes „Jogi“ Bitter mit zahlreichen Paraden überzeugte, um den Sieg über die Zeit zu bringen. Mit diesem Erfolg beim direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt haben sich die Stuttgarter ein Vier-Punkte-Polster auf den ersten Abstiegsplatz aufgebaut und können nun wieder etwas entspannter in die Zukunft blicken. „Ein großes Kompliment an Dominik Weiß, der in den entscheidenden Momenten die Tore gemacht hat“, lobte TVB-Coach Jürgen Schweikardt.

 

Nun sollte also wieder etwas mehr Zuversicht bei den WILD BOYS einkehren. Vor allem das Selbstvertrauen dürfte sich nach dem Sieg in der Ludwigshafener Eberthalle wieder vergrößert haben. Und nun kommt der Spitzenklub SC Magdeburg am Donnerstag (19.00 Uhr) in die Stuttgarter Porsche-Arena. „Mit dem Erfolg in Ludwigshafen ist bei uns sehr viel Ballast abgefallen“, stellt Jürgen Schweikardt fest. Das ist auch nötig, um das Spiel gegen die Elbestädter mit Selbstbewusstsein angehen zu können. Dennoch: „Magdeburg ist der klare Favorit“, macht der TVB 1898 Stuttgart Trainer deutlich.

 

Wie gut er daran tut. Die Magdeburger liegen derzeit mit 13 Minuspunkten auf dem fünften Tabellenplatz und haben bisher nur gegen die großen Vier – Rhein-Necker Löwen, Hannover-Burgdorf, Füchse Berlin und SG Flensburg-Handewitt – sowie gegen den THW Kiel und die MT Melsungen verloren. Alle anderen Partien konnten die Elbestädter erfolgreich gestalten. Auch gegen die beiden Altmeister Frisch Auf Göppingen und VfL Gummersbach feierte die Mannschaft aus Sachsen-Anhalt jeweils zwei Siege in dieser Saison. Auch der TVB Stuttgart bekam in der Getec-Arena die Stärke der Magdeburger zu spüren und unterlag klar mit 26:34. „Aus dieser Partie müssen wir unsere Lehren ziehen“, mahnt Jürgen Schweikardt, der sich natürlich liebend gerne auch mit einem Heimerfolg im Traineramt einführen würde. Aber das ist nur bei optimalem Spielverlauf und dem Quäntchen Glück machbar. Und natürlich müssen auch die Zuschauer wie ein Mann hinter den WILD BOYS stehen, die auf Finn Kretschmer, Robert Markotic und Tobias Schimmelbauer verzichten müssen. Daneben stehen auch die Langzeitverletzten Felix Lobedank und Djibril M’Bengue nicht zur Verfügung.

 

Der SC Magdeburg ist im deutschen Handball eine ganz große Nummer. Die Mannschaft von der Elbmetropole war 2002 der erste deutsche Champions League Sieger. Aber auch in den Jahren zuvor waren Magdeburger Mannschaften sehr erfolgreich. International feierten die Elbestädter große Triumphe. 1978 und 1991 gewann der damalige DDR-Meister jeweils den Europapokal der Landesmeister. 1999, 2001 und 2007 holten die Magdeburger jeweils den EHF-Pokal, gewannen 1981, 2001 und 2002 die Vereins-WM. Insgesamt holten die Ottostädter 30 nationale Titel, die meisten davon in der ehemaligen DDR. 2001 wurde der SC Magdeburg deutscher Meister, den letzten Titel feierte das Team von Trainer Bennet Wiegert mit dem Pokalsieg 2016 in Hamburg.

Quelle: Joachim Gröser, TVB