WILD BOYS unterliegen den Recken

Die erste Halbzeit zwischen dem TVB Stuttgart und der TSV Hannover-Burgdorf verlief größtenteils ausgeglichen. Die favorisierten Gäste des neuen Tabellenzweiten taten sich lange Zeit schwer. Obschon sich die zäh kämpfenden Schwaben einige technische Fehler leisteten, stand es zur Pause nur 13:15. Mitte der ersten Halbzeit hatte der TVB sich einen Durchhänger geleistet. In den zweiten dreißig Minuten folgte ein zweiter und diesmal setzten sich die Gäste ab. Getragen von Martin Ziemer (14/2 Paraden) und Morten Olsen (7) errangen die Gäste einen letztlich klaren 26:33-Sieg. Dem Sechzehnten TVB Stuttgart fehlte hingegen vor allem im Rückraum die nötige Konstanz.

Beide Teams begannen temporeich. Die ersten drei Tore fielen binnen 70 Sekunden. Nach etwa der doppelten Spielzeit lag TVB-Kreisläufer Manuel Späth im Gegenstoß am Boden und hielt sich nach einem Foul die Nase, konnte aber weiter mitwirken. Rau und umkämpft wogte die Partie hin und her, wobei Späth für die 3:1-Vorlage verantwortlich zeichnete und Johannsen beim 3:3 beinahe sofort ausglich. Brozovic brachte die TSV anschließend erstmals in Vorlage. Beide Teams fanden in der Deckung nach fünf Minuten noch nicht den nötigen Zugriff und ließen einfache Gegentreffer zu.

Burgdorf schien sich nun allmählich zu steigern, konnte die gegnerischen Laufwege mehrmals unterbrechen und brachte Ziemer ins Spiel. Stuttgart hatte Glück, dass Böhm das 3:5 am Querbalken liegen ließ. Die „Wild Boys“ mussten geduldiger agieren als die individuell stärkeren „Recken“, um zum Torerfolg zu kommen. Im Wesentlichen gelang dies den Schwaben im weiteren Verlauf. Allerdings mussten sie nach Schagens 5:5-Konter den schmerzverzerrten Ausfall von Schimmelbauer verkraften, der nach elf Minuten im Duell mit Pevnov umknickte und sich am rechten Fuß verletzte.

Die TSV Hannover-Burgdorf schien eine knappe Führung zu verwalten, haderte aber weiterhin mit ungenauen Abschlüssen. Mortensen verschaffte sich beim 6:8 verbotswidrig Platz, indem er durch den Kreis lief. Anders war die durchaus solide Stuttgarter Deckung in diesem Moment nicht zu knacken. Im Gegenzug hatte Kraus Glück, dass der Ball nach der Parade von Ziemer noch ins Tor trudelte, und beim 8:8-Ausgleich setzte er Späth grandios in Szene. Stuttgart kam zwar nicht in Vorlage, ließ sich aber auch nicht abschütteln. Baumgarten nutzte beim 10:10 (20.) einen Abpraller.

Nun mehrten sich die technischen Fehler beim TVB, und Hannover verpasste es diese zu nutzen. In Überzahl, Salger war hinausgestellt worden, traf Johannsen das Gebälk. Im Gegenzug erzielte Orlowski das 11:12 (24.). Markus Baur zückte die Grüne Karte, erzielte aber nicht die erwünschte Wirkung: Mortensen per Siebenmeter und Pevnov distanzierten den TVB mit 12:15. Ein Aufbäumen folgte, auch wenn das 14:15 gegen Ziemer liegen blieb. Die finalen 73 Sekunden nutzten die Gäste wieder nicht. In Überzahl hielt Ziemer das 13:15 fest. Burgdorf tat sich gegen den zähen TVB schwer.

Der Weg der Schwaben durch die Partie war bisher von halbherzigen Würfen aus dem Rückraum gepflastert. Kraus´ Versuch zum 15:16 (33.) war ebenfalls leichte Beute für Ziemer, den bisher besten Spieler auf Gästeseite. Linkshänder Markotic setzte als Neuzugang kaum zusätzliche Akzente. Hinzukamen jetzt Zeitstrafen gegen Späth und Weiß, sodass Stuttgart über 100 Sekunden in doppelter Unterzahl verbringen musste. Allerdings parierte Maier zweimal, sodass Burgdorf nur ein 14:17 (37.) zustande brachte. Den folgenden Gegenstoß setzte Späth, Salger traf zum 18:19 (42.).

Burgdorf baute die knappe Führung wieder aus, da Morten Olsen die Verantwortung im Rückraum schulterte und nach Belieben traf, etwa beim 20:22 (44.). Mortensen legte trotz arger Bedrängnis nach. Stuttgart agierte Mitte der Halbzeit erneut, wie schon im ersten Durchgang, wenig effektiv und geriet nach einem Treffer von Ziemer ins verwaiste Tor mit 20:24 in Rückstand. Markus Baur zückte die T2-Karte. Wenige Fehler schienen das Pendel nun zugunsten der TSV Hannover-Burgdorf ausschwingen zu lassen, die in den kritischen Situationen stets richtig zu reagieren wusste.

Als Kraus von der Markierung zum 25:28 (54.) einnetzte, keimte im TVB-Lager noch einmal Hoffnung auf ein Erfolgserlebnis. Johannes Bitter stand nun zwischen den Pfosten. Antonio Carlos Ortega verlangte nach einer Auszeit. Pevnov markierte nach der Unterbrechung das 25:29. Häfner erzielte das 26:30. Burgdorf war in der Schlussphase um keine Antwort verlegen. Pevnovs 26:31 brachte drei Minuten vor Schluss die Entscheidung, zumal Orlowski hinausgestellt wurde. Beim 26:32 vollendete Patrail einen Doppel-Kempa. Das spielstärkere Team siegte glanzlos, aber am Ende klar mit 26:33.

 

Quelle: www.handball-world.news