TVB holt zwei Neue für kommende Saison

Zuletzt lief´s beim Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart alles andere als rosig. Vor der Winterpause kassierte er acht Pleiten in Folge, nur noch zwei Punkte beträgt der Vorsprung auf die Abstiegsplätze. Jetzt stehen die ersten Personalentscheidungen fest – allerdings nicht in Sachen Trainer. Zur Saison 2018/19 wird es zwei Neuzugänge und drei Abgänge geben.

Gibt es Konsequenzen nach der Negativserie? Wie fest sitzt Trainer Markus Baur im Sattel? Dauert das Verletzungspech der Mannschaft an? Das Medienecho bei der Pressekonferenz des TVB am Dienstag in der Stuttgarter Scharrena war groß. Doch der geschickte Geschäftsführer Jürgen Schweikardt schaffte es in seiner unaufgeregten Art, gepaart mit grundsympathischem Lächeln, heiße Eisen in Sekundenschnelle herunterzukühlen. Beispiel Markus Baur: Sicher, der Verein sei an einer langfristigen Zusammenarbeit interessiert. Aber nun habe die Mannschaft achtmal in Folge verloren. Deshalb sei die Entscheidung in Sachen Trainer – in gegenseitigem Einvernehmen! – auf Anfang März verschoben worden. „Ich hoffe, dass wir bis dahin die nötigen Punkte holen“, schloss Schweikardt lächelnd.

Der zur Schau getragene Optimismus ist durchaus angebracht. Denn zwei wochenlang verletzte Leistungsträger werden pünktlich zum Rückrundenauftakt am 11. Februar im immens wichtigen Duell beim nur einen Punkt hinter dem TVB zurückliegenden Drittletzten TuS N-Lübbecke wieder einsatzfähig sein: Torhüter Johannes „Jogi“ Bitter und Spielmacher Mimi Kraus.

Bevor es ernst wird im Abstiegskampf der 1. Bundesliga, konzentriert sich der Verein bereits auf die Planungen für die kommende Saison. Was den Kader betrifft, sind sechs Entscheidungen gefallen – der eigentliche Grund für die Pressekonferenz. Um Abgänge im Rückraum zu kompensieren, haben die Bittenfelder für die Saison 2018/19 zwei Spieler verpflichtet und mit Zwei-Jahresverträgen ausgestattet, die für beide Ligen gelten.

Vom Schweizer Erstligisten Wacker Thun kommt der 28 Jahre alte Lukas von Deschwanden. Zweimal wurde er zum wertvollsten Spieler der Liga gekürt, zweimal war er Torschützenkönig. Der Schweizer Nationalspieler ist „ein Allrounder“, lobt Jürgen Schweikardt. „Mit ihm haben wir mehr Möglichkeiten, er ist sehr spielstark und entscheidungsstark. So ein Spieler ist Gold wert.“

Ebenfalls ein „absoluter Führungsspieler“ in der Abwehr und Angriff sei der zweite Neuzugang David Schmidt. Ausgebildet wurde der 24-Jährige bei den Rhein-Neckar Löwen. Mit den Eulen Ludwigshafen stieg er 2017 als Vizekapitän in die erste Liga auf. Derzeit rangiert das Team auf dem vorletzten Platz und ist ein Konkurrent des TVB im Abstiegskampf. Schmidt „ist ein sehr kerniger Spieler“.

Nicht mehr verlängert hat der TVB dagegen die Verträge der im rechten Rückraum beheimateten Djibril M´Bengue und Felix Lobedank. Ersterer fehlt der Mannschaft wegen seiner Knieverletzung seit fast anderhalb Jahren. Schweikardt sagt, der Verein werde den Spieler auch weiterhin medizinisch und sportlich unterstützen. „Und dann schauen wir, ob´1 bei ihm weitergeht.“ Kann M´Bengue seine Karriere fortsetzen, wird es vielleicht doch noch eine sportliche Zukunft beim TVB geben.

Auch Felix Lobedank ist von vielen Verletzungen gebeutelt, zurzeit fällt er erneut mit Achillessehnenproblemen aus. Dass sein Vertrag nicht verlängert wird, ist keine große Überraschung. Schweikardt sagt, er hoffe, Lobedank könne dem TVB in der Rückrunde noch im Abstiegskampf helfen.
„Auf eigenen Wunsch“ (Schweikardt) den veren verlassen wird Finn Kretschmer (Rechtsaußen). Beim TVB war er stets nur zweiter Mann, zunächst hinter Michael Spatz, inzwischen hinter Bobby Schagen.
Das einfachste Gespräch führe Schweikardt nach eigenen Angaben, als es um eine Vertragsverlängerung ging: Sein Bruder Michael wird eine weitere Saison für den TVB 1898 Stuttgart spielen.

Quelle: Mathias Schwardt, ZVW