Rhein-Neckar Löwen lassen nichts anbrennen

Der TVB 1898 Stuttgart ging nach einer zehntägigen Spielpause ins fast schon traditionelle Heimspiel am zweiten Weihnachtsfeiertag. Zu Gast war der Deutsche Meister und Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen, der jüngst gegen die SG Flensburg-Handewitt mit einem 32:27-Sieg Stärke bewiesen hatte. „Mit einer fantastischen Porsche Arena im Rücken ist eine Überraschung nicht ausgeschlossen“, zeigte sich TVB-Torhüter Jonas Maier vor dem Anpfiff dennoch kämpferisch. 6.211 Zuschauer sahen dann, wie sich die Rhein-Neckar Löwen nach ausgeglichenem Beginn, über den 13:16-Halbzeitstand hinweg, unaufhaltsam absetzten. Am Ende steht ein unangefochtener 23:29-Auswärtssieg. 

Die ersten beiden Chancen hatte der TVB, allerdings scheiterten die Hausherren zunächst per Siebenmeter an Appelgren, der an seine starke Leistung im Flensburg-Spiel anzuknüpfen schien, kurz darauf ging ein Gegenstoß fehl. Der Deutsche Meister zeigte sich zu Beginn druckvoll, erkämpfte zwei Siebenmeter und traf. Ruhe kehrte jedoch nicht ein.

Viele Fehler waren auf beiden Seiten zu sehen, wobei Schagen einen Kontertreffer von Groetzki verhinderte. Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen setzte im Rückraum auf Schmid, Reinkind und Mensah, der nach neun Minuten aus vollem Lauf das 2:3 erzielte. Der Norweger legte nach. Der TVB hatte mehrmals nacheinander nicht getroffen.

Der TVB traf im weiteren Verlauf besser, der 6:8-Konter von Schagen war nach 15 Minuten ein erstes Ausrufezeichen. Allerdings musste die Baur-Sieben auch weitere schnelle Gegentreffer hinnehmen, etwa Reinkinds 5:8 nach einem Ballverlust. Kurz darauf legte Maier den Ball nach einer Parade zu weit vor. Schmid bedankte sich mit dem 7:9.

Man konnte den Eindruck gewinnen, dass sich die Protagonisten im letzten Spiel des Jahres keine größeren Schmerzen zufügen wollten. Die Mannschaften trafen weiterhin größtenteils abwechselnd. Der TVB konnte dabei technische Fehler immer wieder ausbügeln. Salger markierte nach 23 Minuten das 11:12. Die Schwaben blieben im Spiel.

Jonas Maier zeigte sich, nach der starken Leistung gegen Leipzig, erneut als wichtiger Rückhalt der Stuttgarter. Nach 25 Minuten parierte er zum sechsten Mal. Die Gäste boten inzwischen Petersson auf, der den vierfachen Torschützen Orlowski kontrollieren sollte. Die Schwaben setzten einem Kempa über rechts dagegen, Schagen traf zum 13:14 (27.).

Beim Stand von 13:16 wurden die Seiten gewechselt. Schmid vergab kurz vor der Sirene mit einem Vorbeiwurf die Möglichkeit, auf vier Tore zu erhöhen. Mit Treffern von Petersson und Groetzki hatten die Gelbhemden den Endspurt vor der Pause dominiert. Mensah und Reinkind legten nun das 13:18 (33.) nach, erstmals ein beachtlicher Unterschied.

Sieben Minuten ohne Torerfolg brachten den Underdog gegen den Deutschen Meister mächtig ins Hintertreffen. Nach 37 Minuten leuchtete ein 14:21 auf dem Videowürfel. Der Angriff des TVB war ziemlich leicht berechenbar, außer Orlowski und Salger strahlte kaum jemand Torgefahr aus. Bei den Löwen hatten alle eingesetzten Spieler außer Guardiola getroffen.

Der TVB konnte sich im weiteren Verlauf wieder ins Spielgeschehen einbringen. Allerdings korrigierte Petersson den Vorsprung beim 18:25 (48.) auf sieben Tore, kurz drauf entschwand Tollbring nach einem Ballgewinn zum 18:26-Konter. Die Rhein-Neckar Löwen spulten beharrlich ihr Programm ab. Einzig Maier stellte sich das eine oder andere Mal in den Weg.

Die spektakuläre Parade, mit der Palicka nach 55 Minuten das 22:27 verhinderte, war eine der wenigen guten Szenen der zweiten Spielhälfte. Auch der Pass von Schweikardt auf Schimmelbauer zum 22:28 entlockte den Zuschauern Freudenlaute. So kam noch einmal Stimmung auf. Der TVB vergab kurz vor Ende das 23:29, den 30. Gegentreffer ersparten ihnen die Gäste.

 

Quelle: www.handball-world.news