Maier stark, Fehlerzahl hoch: TVB verliert

„Wenn wir die Leipziger voll anpacken und ein bisschen Verwirrung stiften können, haben wir eine Chance“, hatte Johannes Bitter vor dem Spiel gesagt. Gespannt war man darauf, wie Jonas Maier in die Partie gegen den SC DHfK gehen würde. Für die ambitionierten und favorisierten Sachsen war es das erste Spiel seit 17 Tagen. „Wir sind in einem Rhythmus drin“, fand Markus Baur, trotz fünf Niederlagen in Serie. Aus dieser Melange entwickelte sich vor 2.251 Zuschauern in der Scharrena ein Wechselbad der Gefühle. Leipzig machten einige Stuttgarter Ballverluste stark. Dies galt auch dem 12:13-Pausenstand. Die Gäste erspielten nach 40 Minuten eine Führung, Stuttgart kämpft beim 22:27 vergebens.

Markus Baur ging mit Felix Lobedank, dessen Heim-Comeback, sowie Simon Baumgarten am Kreis in die Partie gegen Leipzig. Jonas Maier zeigte nach zwei Minuten mit einem starken Passe auf Schagen zum 2:1 seine erste gute Aktion. Leipzig machte aus einer offensiven Deckung Druck und kam über nach Ballgewinne und die erste Welle zu leichten Wurfchancen. Daher hieß es nach vier Minuten 2:2. Anschließend parierte Maier erneut und kam, wie nicht nur von Johannes Bitter gewünscht, gut in die Partie. Leipzig schob die Stuttgarter Angreifer zwar oftmals gekonnt aus der Gefahrenzone, die starken Aktionen von Maier schienen dem TVB jedoch die nötige Energie für den Kampf zu verleihen.

Der dritte von Putera parierte Siebenmeter in dieser Saison konnte das Spiel beim Stand von 5:5 (13.) dann erstmals kippen lassen. Es kam anders: Leipzig vergab und den nächsten Gegenstoß von Kunkel parierte Maier. Schagen hatte beim 6:5 den richtigen Reflex im Nachsetzen parat. Leipzig hatte den taktischen Plan in der Deckung verlassen, was auch Orlowski beim 7:5 half. Die „Wild Boys“ wirkten zunehmend selbstbewusst. Pieczkowski blieb bei einem gefährlichen Foul von Schimmelbauer benommen liegen und musste ausgewechselt werden. Es war die erste Zeitstrafe der Partie. Das folgende Unterzahlspiel der „Wild Boys“ konnte einen ersten Hinweis für die Spielentwicklung geben.

Leipzig spielte in Überzahl mit zwei Kreisläufern und kam durch Meschke zum 7:7-Ausgleich. Nach einem weiteren TVB-Ballverlust stellte Strosack auf 7:8. Im Positionsangriff der Gäste hatte Jahnke die Regie übernommen. Leipzig lauerte weiterhin auf Ballgewinne und Stuttgart tat den Sachsen den Gefallen. Baur nahm beim Stand von 8:10 (20.) die Auszeit und wechselte im Rückraum Salger und Weiß ein. Kurz darauf saß Schimmelbauer wegen eines Gesichtstreffers zum zweiten Mal draußen und wurde offenbar wegen Reklamierens disqualifiziert. Stuttgart schien nicht clever genug zu sein, um gegen Leipzig um die Punkte kämpfen zu können. Weiß strafte die Auguren mit dem 11:10 (25.).

Bisher war es für beide Teams, auch angesichts der vergebenen freien Würfe auf Gästeseite, ein Wechselbad der Gefühle. Leipzig verbuchte in dem packenden Duell mit vielen Wortgefechten eine weitere Verletzung. Strosack hielt sich nach 25 Minuten das linke Sprunggelenk. Pieczkowski kam immerhin zurück, doch Jahnke wurde zum zweiten Mal hinausgestellt und Milosevic sorgte kurz darauf für eine Bankstrafe. Leipzig hatte den taktischen Plan wiedergefunden, schwächte sich aber, wie der TVB, selbst. Stuttgart war jedoch nicht bereit, die doppelte Überzahl zu nutzen und erhielt die Quittung: Rojewski brachte Leipzig kurz vor der Sirene mit 12:13 in Vorlage.

Jonas Maier mit 41 Prozent gehaltener Bälle und Milos Putera unter anderem mit drei parierten Siebenmetern waren die Garanten für die bisherige Spannung im Spiel. Stuttgart hatte sie mit diversen Ballverlusten gesteigert. Der TVB kam nach einer Ringer-Einlage von Semper zu einer weiteren Überzahl. Einmal Pfosten, einmal Putera und ein Vorbeiwurf von Maier resultierten. Leipzig gelang derweil die Zwei-Tore-Vorlage. Weiß glich beim 15:15 (37.) bei Gleichzahl aus, Meschke wurde wegen Stoßens disqualifiziert. Die Schlagzahl blieb hoch, Maier überragte weiter. Baur jubelte. Doch der TVB agierte hektisch, statt das Moment zu nutzen. Semper wickelte den Ball zum 15:16 rein.

Leipzig ging mit leichten Treffern zum 16:19 (43.) mit einer -Führung ins entscheidende Spiel-Drittel. Semper legte nach. Die Abwehr mit Putera wirkte überlegen. Markus Baur beschloss daher zu siebt anzugreifen: Schagen leitete die Spielzüge ein und warf den Motor wieder an, denn zuvor hatte der TVB kaum Zweikämpfe auf den Halbpositionen gewonnen und konnte nicht auf die Flügel ablegen. Der DHfK hielt sich jedoch mit Knickwürfen des starken Semper, 18:23 (50.), schadlos. Maier setzte gegen Kunkel von der Markierung noch einmal einen Impuls für die Hausherren (53.), doch ungenaue Würfe und die technischen Fehler im ersten Abschnitt wogen zu schwer. Leipzig siegt mit 27:22.

Quelle: www.handball-world.news