TVB reist als Außenseiter nach Hannover

In der vergangenen Saison waren die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart gegen den TSV Hannover-Burgdorf ungeschlagen geblieben. An diesem Donnerstag geht der ersatzgeschwächte TVB als Außenseiter in die Partie, die für zwei Spieler eine spezielle ist: Zum ersten Mal treffen die Brüder Kai Häfner und Max Häfner (TVB) aufeinander.

Der spanische Ex-Nationalspieler Carlos Ortega soll die Hannoveraner, zusammen mit seinem Landsmann Iker Romero, nach der miserablen Rückrunde wieder in die Spur bringen. Und das ist dem Duo im ersten Saisondrittel auf beeindruckende Art und Weise gelungen: Die Recken erwischten einen Traumstart mit 10:0 Punkten, schlugen unter anderem die SG Flensburg-Handewitt (32:29), den THW Kiel in dessen Halle (31:29) sowie den SC Magdeburg (32:30). Niederlagen setzte es anschließend in Leipzig, bei den Rhein-Neckar Löwen und in Melsungen. Den einzigen Punktverlust in eigener Halle leisteten sich die Recken beim 28:28 gegen FA Göppingen, im Anschluss zogen auch die Füchse Berlin beim 27:32 in Hannover den Kürzeren. Zuletzt setzte sich der TVB-Gegner dank einer  überragenden Abwehrleistung souverän mit 27:21 bei den Eulen Ludwigshafen durch und liegt mit 17:5 Punkten auf Rang vier – mit lediglich zwei Verlustpunkten Rückstand auf den Tabellenzweiten.

Baur: „Ich denke, Knackpunkt war das Pokalspiel gegen Lübbecke“
Auch der TVB-Trainer ist beeindruckt, wie schnell die Recken nach der ernüchternden Rückrunde wieder in die Spur gekommen sind. „Ich denke, Knackpunkt war das Pokalspiel gegen Lübbecke zu Beginn der Saison“, sagt Markus Baur. Nach 34 Minuten hatte Hannover gegen den Aufsteiger mit 8:15 im Hintertreffen gelegen, nach 40 Minuten noch mit 12:17 – und drehte das Spiel noch zum 26:24-Sieg. In der nächsten Pokalrunde schaltete Hannover den THW Kiel mit 24:22 aus und steht, wie der TVB, im DHB-Pokal-Viertelfinale.

Dicker Brocken wartet
In heimischer Halle ist der TSV in dieser Saison bei 11:1 Punkten noch ungeschlagen. Es kommt also ein dicker Brocken auf den TVB zu. „Die Hannoveraner hatten schon in der vergangenen Saison große Qualität im Kader, sie haben es nur nicht auf die Platte gebracht“, sagt Baur.

Unterschiedliche Spielertypen im TSV-Kader
Carlos Ortega kann auf ein eingespieltes Team zählen. Nur drei wesentliche Veränderungen gab’s beim Personal: Pawel Atman soll Morten Olsen auf der Spielmacherposition unterstützen, der russische Nationalspieler fehlt jedoch noch verletzungsbedingt. Komplett ausgetauscht haben die Recken die Kreisläufer: Für Joakim Hykkerud und Erik Schmid kamen Evgeni Pevnov (Gummersbach) und Ilija Brozovic (Kiel). „Sie sind eine klare Verstärkung, weil beide auch sehr gute Abwehrspieler sind“, sagt Baur.

Ansonsten ist der Kader mit sehr unterschiedlichen Spielertypen besetzt, was das Team um den neuen Kapitän Kai Häfner so schwer ausrechenbar macht. In Galaform präsentieren sich derzeit der Torhüter Martin Ziemer und der dänische Linksaußen und Olympiasieger Casper Mortensen.

Baur sieht kleine Chance
Hannover geht als klarer Favorit ins Spiel gegen den TVB, eine kleine Chance sieht Baur dennoch. „Wenn Hannover es zulässt, werden wir’s mitnehmen.“ In der vergangenen Saison siegte der TVB zu Hause nach einer starken Leistung mit 30:20 und holte im Rückspiel beim 24:24 einen Punkt.

Baur wird denselben Kader zur Verfügung haben wie zuletzt gegen den THW Kiel. Für Tobias Schimmelbauer, Simon Baumgarten und Michael Kraus kommt ein Einsatz noch zu früh. Gut möglich, dass das Trio in eineinhalb Wochen gegen Nettelstedt-Lübbecke wieder auf dem Spielfeld stehen wird.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW