Kiel zieht Stuttgart davon

5:1 Zähler gegen 7:1 Zähler, mit diesen Serien gingen der TVB 1898 Stuttgart und der THW Kiel am Donnerstagabend ins Duell in der Porsche Arena. Bei den Gästen meldeten sich Lukas Nilsson (fiebriger Infekt) und Niclas Ekberg (Magen-Darm) wieder einsatzbereit, die „Wild Boys“ konnten nach den Verletzungssorgen der vergangenen Wochen immerhin 14 Spieler aufbieten. Zunächst hielten die Stuttgarter gut mit. Nach der Verletzung Salgers gerieten die „Wild Boys“ jedoch ins Trudeln und gerieten vor 5.521 Zuschauern nach dem 5:9 (19.) bis zur Pause mit 9:16 ins Hintertreffen, Landin hatte elfmal pariert. Beim 24:36-Endstand waren Orlowski bei seinem Heim-Comeback und Kiels Bilyk (je 7) die besten Werfer.

Die Partie begann munter. Der THW Kiel zeigte sich dabei in der Deckung noch etwas besser fokussiert als die Hausherren, die im Angriff mit Schweikardt und Häfner zwei Spielmacher aufboten. Dahmke konterte nach vier Minuten zur 1:2-Vorlage. Landin parierte in der frühen Phase dreimal, legte aber auch zweimal zu weit vor, sodass der Mitspieler den Ball nicht mehr erreichte. Dahmke scheiterte zudem mit einem weiteren Versuch an Bitter, sodass der TVB nach sieben Minuten durch Salger wieder vorlegen konnte. Zarabec und Bilyk brachten die Zebras mit schnellem Spiel postwendend wieder mit 3:4 (9.) in Führung. Bislang war es eine äußerst lebendige Partie.

Der THW Kiel verwaltete seinen Vorsprung im weiteren Verlauf, weil sich der TVB Stuttgart auf diesem Niveau zu viele einfache Fehler leistete, die der Rekordmeister jeweils mit Leichtigkeit für Zählbares nutzte und weil Landin hellwach war. Nach zwölf Minuten zückte Markus Baur erstmals die Grüne Karte. Das Kreisläuferspiel wurde angepasst, Späth sollte sich Räume verschaffen und tat dies beim 5:7 (14.) erfolgreich. Anschließend ermöglichte Röthlisberger ihm eine Verschnaufpause. Auf der Gegenseite verpasste Wiencek seine Torchance gegen Bitter. Die TVB-Deckung wirkte seit der Unterbrechung stabiler. Doch im Spiel nach vorne ging Tofts 5:8-Wurf ein fataler Fehler voraus.

Die Gäste hatten sich – offenbar insbesondere durch Niklas Landin, der nach 18 Minuten seine siebte Parade notieren ließ – frühzeitig Respekt verschafft. Vorne lief es bei der Gislason-Sieben über die Kleingruppe, Zarabec und Dahmke ließen Salger stehen, inzwischen bestens. Stuttgart hatte im direkten Gegenzug erneut Grund zur Klage, denn für die Wurfwaffe der Schwaben war die erste Halbzeit nach einem Foul vorzeitig beendet. Baur musste umdisponieren, Schagen rückte auf Salgers Position, Kretschmer und Orlowski wurden eingewechselt. Gislason hatte im Angriff Toft an den Kreis geschickt, in der Deckung war Zeitz für einen Kurzeinsatz auf die Platte gekommen.

Im Angriff profitierte der THW von Bilyk, der bis zum 7:11 (22.) bereits fünfmal getroffen hatte. Ekberg sorgte anschließend von der Markierung erstmals für die Fünf-Tore-Führung. Baur unterbrach das Spiel kurz darauf zum zweiten Mal, doch der Ball schien nicht mehr ins Tor zu wollen. Binnen 14 Spielminuten hatten die „Zebras“ nur zwei Gegentreffer erhalten, als Vujin auf 7:14 (28.) stellte. Nach dem 9:16-Pausenstand kehrte Stefan Salger zwar an die Seitenlinie zurück, wurde aber angesichts des Spielstands geschont. Landin machte kurz darauf erneut auf sich aufmerksam, als er den Ball nach einem Wurf von Schagen von der Linie kratzte. Er war nicht mit vollem Umfang dahinter.

Der THW Kiel legte weiterhin eine große Spielfreude an den Tag. Ein Rädchen griff ins andere. Und Bilyk brillierte weiterhin als bester Werfer der Zebras, der nach 36 Minuten für das 11:19 sorgte. Stuttgart blieb moralisch gefestigt und hielt dagegen, hatte aber nicht die nötigen Mittel, um den Rückstand einzudämmen. Johannes Bitter schickte häufig böse Blicke zu seinen Vorderleuten. Indes schien Marian Orlowski ins Spiel zu finden, beim 14:22 (41.) traf er zum zweiten Mal. Auch Weiß tat sich allmählich leichter. Der THW ging hinten nicht mehr mit vollem Engagement zur Sache, die Kabinettstückchen im Angriff schienen dem Rekordmeister zu genügen. Gislason wirkte entspannt.

Markus Baur beantragte frühzeitig das dritte Time-out. Röthlisberger besorgte danach das 17:25, doch für den Gegentreffer benötigte Kiel wiederum nur Sekunden. Baur wollte nun mit dem siebten Feldspieler – im Wechsel mit Jonas Maier – Ergebniskosmetik betreiben. Der THW stellte flugs um und wollte das verwaiste TVB-Tor zu einfachen Treffern nutzen. Bei Vujins 18:28 (48.) bestand erstmals ein Zehn-Tore-Unterschied. Wolff traf nach 52 Minuten direkt zum 20:30. Frend Öfors sorgte wenig später im Positionsangriff für das 20:32. Bei Stuttgart spielte in der Schlussphase Salger wieder, Burmeister traf beim 22:33 (57.). Firnhaber setzte den leistungsgerechten 24:36-Schlusspunkt.

 

Quelle: www.handball-world.news