Nach Viertelfinaleinzug will TVB nachlegen

Der TVB 1898 Stuttgart steht im Viertelfinale um den DHB-Pokal. In einem nervenaufreibenden Spiel gewannen die WILD BOYS beim Ligakonkurrenten TBV Lemgo mit 29:27 nach Verlängerung. Dabei lagen die Gäste bereits mit 16:20 zurück, zeigten Moral und kamen nach einigen Glanzparaden von Torhüter Johannes „Jogi“ Bitter zur 23:21Führung. Lemgo kämpfte sich wieder heran, und beim 23:23 erklang die Schlusssirene. Die Verlängerung musste die Entscheidung bringen. Und da behielt der TVB die Nerven und blickt nun gespannt der Viertelfinal-Auslosung am 5. November entgegen. Da sind dann mit den Rhein-Neckar Löwen, den Füchsen Berlin, Frisch Auf Göppingen, TSV Hannover-Burgdorf, die den THW Kiel aus dem Wettbewerb warf, HSG Wetzlar, DHfK Leipzig und SC Magdeburg einige Hochkaräter im Lostopf. „Ein Heimspiel wäre mir dann natürlich am liebsten“, wünscht sich TVB-Geschäftsführer eine Partie vor heimischem Publikum. Und dann natürlich den Einzug ins FinalFour in Hamburg.

Nun ist am Sonntag wieder Liga-Alltag angesagt und dazu kommt der TSV GWD Minden in die SCHARRena. Die Anhänger des TVB Stuttgart erinnern sich sicherlich gar nicht gerne an die Partie im letzten Jahr an gleicher Stelle. Damals mussten die WILD BOYS eine knappe Niederlage einstecken. Dies soll nun heute anders werden. „Der Sieg in Lemgo hat uns viel Auftrieb und Selbstvertrauen gegeben“, weiß TVB Stuttgart Coach Markus Baur und weiter: „Wir werden versuchen, dieses Spiel mit viel Einsatzbereitschaft und Kampfgeist für uns zu entscheiden.“ „Mit unserem phantastischen Publikum im Rücken müsste uns das gelingen“, ergänzt WILD BOYS Geschäftsführer Jürgen Schweikardt, der nach dem Spiel gegen Gummersbach mit dem Südtiroler Ort Ultental, dem dortigen Liftbetreiber und dem Hotel Alpenhof neue Sponsoren präsentieren konnte. „Auch im kommenden Jahr werden wir hier wieder optimale Bedingungen für unser Trainingslager vorfinden“, so Schweikardt.

Die Mindener schoben sich in der Vorwoche durch einen sensationellen 33:22 Erfolg über den HC Erlangen am TVB vorbei. Dabei überrascht weniger der Sieg als vielmehr die Deutlichkeit des Erfolges. Vor allem die Abwehr und Torhüter Espen Christensen waren die Garanten für den Sieg der Ostwestfalen. Die WILD BOYS sind also gewarnt. Vor dem Coup gegen die Franken hatte Minden noch keine Bäume ausgerissen. Lediglich ein Sieg im Heimspiel gegen Aufsteiger Lübbecke stand bisher zu Buche. Daneben remisierten die Westfalen in Wetzlar und Ludwigshafen sowie daheim gegen Frisch Auf Göppingen. Mit dem Erfolg über die kriselnden Erlanger scheinen die Grün-Weißen wieder im Soll zu sein.

Damit haben sich die Umstrukturierungen im Kader zumindest bis jetzt ausgezahlt. Trainer Frank Carstens wollte weg von den Spezialisten in Angriff und Abwehr hin zu mehr Allroundern. Dafür mussten vor der Saison einige Akteure gehen, die Neuen Anton Mansson, Andreas Cederholm, Espen Christensen, Miljan Pusica, Maurice Paske, Max Staar und Lukas Kister scheinen jetzt endgültig angekommen und integriert zu sein in Minden, das bis vor einiger Zeit noch Grün-Weiß Dankersen hieß und unter diesem Namen in den Jahren 1967, 1970 und 1971 deutscher Feldhandballmeister wurde. 1971 schaffte es Dankersen dann noch zusätzlich, den Titel in der Halle durch einen 14:10 Erfolg über den TV Großwallstadt zu holen.