„Wir müssen unsere Liga verteidigen“

„Die CL in ihrer jetzigen Form und erst Recht die geplante Europaliga gefährden die funktionierende HBL“, sieht TVB-Geschäftsführer die Entwicklung der Champions League und die geplante Europaliga kritisch. Im Interview mit dem Internetportal handball-world.news beleuchtet er die Situation und appelliert an die HBL, dass dieses Thema alle Vereine betreffe.

 

Die zunehmenden Spieltermine insbesondere in der EHF Champions League haben diese Saison vermehrt zu Terminkollisionen mit der DKB Handball-Bundesliga geführt. Für TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt allerdings kein neues Problem: „Wir hatten die Probleme jedes Jahr, letzte Saison hat es auch unseren Verein erwischt. Wir mussten unser Spiel in Kiel wegen deren CL-Termin sehr kurzfristig verlegen und hatten dadurch zusätzliche Reisekosten.“

 

Schweikardt sieht in der grundsätzlichen Entwicklung ein Problem insbesondere für die DKB Handball-Bundesliga. „Das halte ich für den falschen Weg“, ist eine Liga-Verkleinerung für ihn allerdings keine Option, „warum ein gut funktionierendes Produkt verändern und beschädigen?“ Aus seiner Sicht liegt das Problem vielmehr darin, dass viele andere europäischen Ligen nicht funktionieren und deren Topclubs mehr internationale Spiele fordern. Die geplante Europaliga würde für die beiden deutschen Teilnehmer allerdings 22 bis 26 Spiele bedeuten.

 

Für TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt gefährden diese Pläne die HBL, auch weil diese für Topspieler dann uninteressanter wird. Bei europäischen Topclubs konzentriere sich die Belastung auf die internationalen Spiele, in der Bundesliga sind die Spieler in jedem Spiel psychisch und physisch gefordert. „Wir haben in den ersten beiden Ligen Deutschlands nahezu 30 Standorte, die Profihandball seriös finanziert bekommen“, führt Schweikardt aus, wie wichtig diese Vereine als regionale Leuchttürme für den Handballsport sind, während sich europäische Topclubs oftmals über Mäzenaten, Quersubventionierungen oder staatliche Unterstützung finanzieren.

 

Das vollständige Interview ist heute auf www.handball-world.news erschienen. Für Ihre Berichterstattung können Sie unter Angabe der Quelle gern auch andere Zitate von Jürgen Schweikardt verwenden, der Ihnen für Rückfragen gern zur Verfügung steht.