WILD BOYS sammeln in Göppingen Big Points

Frisch Auf Göppingen suchte auch im fünften Saisonspiel, im emotional wichtigen Derby gegen den TVB Stuttgart, nach einem überzeugenden Auftritt. Nach den ersten zehn quasi torlosen Minuten übernahmen die Gäste mit dem starken Kraus das Spiel und ließen sich auch von einigen technischen Fehlern nicht aus der Spur bringen. Die Grün-Weißen kamen zwar zu Chancen, agierten aber aus dem Rückraum zahm und scheiterten im ersten Durchgang achtmal an Johannes Bitter. Nach dem 10:13-Halbzeitstand blieb Stuttgart am Drücker und lag teils mit sechs Toren vorne. In den letzten zehn Minuten kam Göppingen wegen Rebmanns Paraden nochmals auf, musste aber eine 21:23-Niederlage quittieren.

 
Vom ersten Moment an schien es ein intensives Duell zu werden. Göppingen und Stuttgart rührten in der Deckung Beton an. Treffer waren Mangelware. Die Hausherren lösten ihre Aufgaben noch etwas besser und zwangen den TVB nach fünf Minuten erstmals ins passive Spiel. Nach dem Pfiff der Unparteiischen wollte sich der Ball nicht aus der Hand Stefan Salgers lösen. Der Hüne wurde deswegen hinausgestellt. Anschließend gelang es den Grün-Weißen allerdings nicht sich abzusetzen. Johannes Bitter war früh „on fire“ und parierte einen Siebenmeter, seine Vorderleute spielten im Angriff weiterhin ruhig auf. Kraus stellte nach sieben Minuten per Unterarmwurf auf 1:1. 

Sesum und Kraus dominierten bislang im Angriff und waren mit ihren Einzelaktionen offenbar nicht zu stoppen. Urbans 3:2-Treffer (10.) war der erste herausgespielte Torerfolg. Kanonier Kraus glich wieder aus und vergab im direkten Gegenzug wegen eines technischen Fehlers den ersten Führungstreffer für Stuttgart. Die Chance ergab sich noch einmal, doch Kozina traf nach einem weiteren TVB-Fehler für Göppingen zum 4:3. Daraufhin fanden Salger und Kraus, mit Treffer Nummer drei, Antworten zur 4:5-Vorlage (16.). Manuel Späth holte sich in seinem ersten Auswärtsspiel in Göppingen erst einmal etwas zu trinken. Kurz darauf konterte Schagen zum 4:6 für den TVB. 

Frisch Auf war im Angriff in Stückwerk verfallen, was stark an die bisherigen Saisonleistungen erinnerte. Ein Spieler wie Kraus, der auf Gästeseite die Fäden in der Hand behielt, fehlte. Magnus Andersson zückte die Grüne Karte und schickte eine neue Aufstellung aufs Feld, Damgaard übernahm die Regie und setzte Urban in Szene, der das Spielgerät an die Querlatte hämmerte. Trotz dieses neuerlichen Misserfolgs hatte sich scheinbar die Körpersprache der Hausherren gewandelt. Schiller wurde von Fontaine in Szene gesetzt. Beim 5:7 (20.) traf dann aber Späth erstmals an seiner alten Wirkungsstätte, Schagen und Schimmelbauer ließen die Gegenstöße zum 7:10 (25.) folgen. 

Fünf Minuten vor dem Seitenwechsel hatte Stuttgart sich eine komfortable Führung erkämpft. An mehreren Stellen waren nun Diskussionen von Göppinger Spielern mit den Unparteiischen zu beobachten. Während Bitter seinen siebten Reflex notieren ließ, wurde auf der anderen Seite Daniel Rebmann eingewechselt. Zugleich wurde die FAG-Deckung offensiver. Markus Baur unterbrach das Spiel, doch weitere Fehler stärkten Göppingen den Rücken. Sesum machte beim 9:10-Ballgewinn und -Gegenstoß (29.) alles richtig. Doch nach einer Zeitstrafe gegen ihn waren die Grün-Weißen abermals unaufmerksam. Schweikardt und Baumgarten nutzte die letzten drei Sekunden zum 10:13. 

Stuttgart schien die tonangebende Mannschaft zu bleiben, da vier weitere Bitter-Paraden gegen Schiller, Kneule und Schöngarth folgten. Göppingen agierte uninspiriert und überhastet. Salger traf in Unterzahl zum 10:15, wurde aber kurz darauf wegen Anspielverzögerung hinausgestellt. Andersson machte gleich von der T2-Karte Gebrauch. Der TVB war nur zu viert, dennoch spekulierte Schagen und gewann gegen Kneule den Ball. Erstmals waren nun Pfiffe der Göppinger Fans zu hören. Kneule warf nun Späth an die Hand, sodass der Ball zum 11:15 ins Tor trudelte. In doppelter Überzahl hatte Göppingen ein Tor aufgeholt. Kneule ließ einen weiteren Treffer folgen. Hinten parierte Rebmann. 

Rebmann schien allmählich zu einem echten Faktor auf Göppinger Seite zu werden. Späths 12:16 und Röthlisbergers anschließender Konter (41.) brachten Stuttgart jedoch zurück in die Spur. Nach 44 Minuten endete das Spiel indes für einen TVB-Akteur vorzeitig: Schimmelbauer wurde nach der dritten Hinausstellung beim Stand von 13:18 disqualifiziert. Im Duell mit Kozina blieb kurz darauf Salger liegen, der sich an die Nase fasste. Den fälligen Siebenmeter nutzte Schiller zum 15:19 (47.). Erstmals seit dem Wechsel betrug der Stuttgart Vorsprung nur noch vier Tore. 

Als noch zehn Minuten zu spielen waren, hatte Stuttgart spürbar Kraft gelassen. Göppingen hatte noch Körner, Sesum und Damgaard setzten sich durch. Auch wenn Weiß wieder zur Verfügung stand und zweimal traf, nach dem 17:21 schmolz der TVB-Vorsprung rasant. Nachdem Rebmann, seit der 25. Minute im Tor, seinen elften Reflex notieren ließ, nutzte Schiller einen Siebenmeter zum 20:21 (55.). Weiß stellte auf 20:22. Im nächsten Göppinger Angriff gelang Schagen ein Steal. 58 Sekunden waren noch zu spielen, Baur nahm die T3-Karte. Weiß machte dann mit dem 20:23 alles klar. Die Göppinger Fans quittierten die zweite Heimniederlage ihrer Mannschaft vereinzelt mit Pfiffen. 
Quelle: www.handball-world.news