Das große Kribbeln beginnt

Minden, Coburg, Göppingen: Drei Stationen hat der Handball-Erstligist TVB 1898 Stuttgart noch vor sich auf dem Weg zum Ligaverbleib. Vier Punkte, so die Rechnung, dürften ziemlich sicher reichen. Ein Sieg beim starken Aufsteiger TSV GWD Minden an diesem Mittwoch verbesserte die Ausgangsposition im Schlussspurt erheblich.

 Drei Spieltage vor Saisonschluss ist lediglich eine Entscheidung gefallen: Der Aufsteiger HSC Coburg muss umgehend den Weg zurück in die zweite Liga antreten. In den Kampf gegen den Abstieg sind weitere fünf Teams verwickelt, zwei davon werden den Coburgern folgen.

„Wir haben gekämpft wie die Löwen“

Im Duell um den Titel haben die Rhein-Neckar Löwen nach dem Sieg am Sonntag beim einzigen Konkurrenten SG Flensburg-Handewitt die besten Karten, um die weiteren internationalen Plätze streiten sich Kiel, Berlin und Magdeburg.

Nur knapp einen herben Rückschlag vermieden haben die Berliner beim schwer erkämpften 29:27-Sieg am Samstag in der Scharrena gegen den TVB 1898 Stuttgart. „Wir haben zwar nicht gut gespielt, aber gekämpft wie die Löwen“, sagte der Füchse-Trainer Velimir Petkovic.

Dem TVB blieb mal wieder nur das Lob

Großartig gekämpft und gut gespielt hat dagegen der TVB – und das ohne Michael Kraus. „Schwer zu sagen, ob es einer unserer besten Auftritte war“, sagt der TVB-Coach Markus Baur. „Die besten Spiele sind die, die man gewinnt.“ So blieb dem Verlierer – wieder einmal – nur das Lob, einem Großen beinahe ein Bein gestellt zu haben.

Ärgerlich war in der Hinrunde das 31:32 gegen den SC Magdeburg, in der Rückrunde verpasste der Außenseiter gegen den THW Kiel (24:25), den SC Magdeburg (26:27) und eben gegen die Füchse die Überraschung. Deshalb geht das große Zittern weiter – voraussichtlich bis zum letzten Spieltag, wo ausgerechnet das Derby bei den wieder erstarkten Göppingern ansteht.

Volle Konzentration auf den kommenden Gegner

Mit ein bisschen Glück könnte es unter dem Hohenstaufen auch ein entspannter Samstagnachmittag werden für den TVB. Dazu indes müsste so ziemlich alles für ihn laufen in den kommenden beiden Partien: Zwei Siege des TVB in Minden und gegen Coburg reichten dann vor dem finalen Spieltag zum vorzeitigen Ligaverbleib, falls Lemgo maximal zwei Punkte holt und Gummersbach punktlos bleibt in Berlin und gegen Göppingen.

Zunächst einmal gilt die volle Konzentration des TVB dem kommenden Gegner, mit dem er in der Hinrunde bei der unnötigen 29:31-Heimniederlage schlechte Erfahrungen gemacht hat. Ohne Johannes Bitter, Tobias Schimmelbauer und Djibril M’Bengue war der TVB in der Scharrena angetreten, drehte die Partie nach dem 4:9-Rückstand und führte vier Minuten vor dem Ende mit 28:27.

Schwächephase kurz vor Weihnachten

Mit etlichen leichten Fehlern brachte sich der TVB um den Lohn. Die Pleite passte in die schwache Phase, die kurz vor Weihnachten mit der 19:23-Niederlage in Balingen und 2:20 Punkten in Serie ihren negativen Höhepunkt fand.

Hätte der TVB diese vier einkalkulierten Punkte auf dem Konto, müsste er sich jetzt keine Sorge mehr machen um den Ligaverbleib. Die Mindener sind diesbezüglich ein gutes Stück weiter. Mit dem 27:26-Sieg gegen Hannover machte das Team von Trainer Frank Carstens fünf Spieltage vor Schluss den Ligaverbleib fix. Dabei hatte Minden, wie jeder Aufsteiger, vor der Saison zu den Abstiegskandidaten gezählt.

„Wir können in Minden etwas mitnehmen“

Für Markus Baur ist’s keine große Überraschung, dass Minden schon 24 Punkte gesammelt hat. „Der Kader war schon in der zweiten Liga mit erfahrenen Erstligaspielern top besetzt und breit aufgestellt“, sagt er. Minden habe im einen oder anderen Spiel auch das Quäntchen Glück und zudem kaum Verletzungssorgen gehabt.

Stark ist das Torhütergespann Gerrie Eijlers/Kim Sonne-Hansen, sehr torgefährlich sind die Außen Aleksandar Svitlica und Charlie Sjöstrand. Die Spielmacherrolle teilen sich Sören Südmeier und der Routinier Dalibor Doder. „Und die Schlagwürfe von Christoffer Rambo gehören zum Besten, was die Liga zu bieten hat“, sagt Baur. „Aber wenn wir so auftreten wie zuletzt, können wir aus Minden etwas mitnehmen.“

Quelle: Thomas Wagner, ZVW