„Wir möchten unser gutes Gefühl behalten“

Unter normalen Umständen dürfte für den TVB 1898 Stuttgart am Samstag in der Scharrena gegen den Tabellenvierten Füchse Berlin nichts zu holen sein. „Wir müssen schauen, dass wir in die letzten drei Spiele mit einem guten Gefühl reingehen“, sagt der TVB-Trainer Markus Baur.

 Nur 21 Tore gelangen dem TVB in Mannheim, die Wurfquote beim einen oder anderen Spieler war ernüchternd. Die Statistik gibt eigentlich wenig Anlass, den finalen vier Partien übermäßig euphorisch entgegenzublicken.
„Wir haben gegen eine der besten Defensiven der Welt gespielt“

Der TVB-Trainer relativiert jedoch: „Wir haben gegen eine der besten Defensiven der Welt gespielt“, sagt Markus Baur. Eine Niederlage mit neun Toren Differenz spiegele die Kräfteverhältnisse beider Mannschaften wieder. „An einem guten Tag kann man bei den Löwen mit fünf verlieren, an einem schlechten auch mit 15.“

Unabhängig vom Ergebnis sei’s wichtig, die positiven Aspekte in die Spiele mitzunehmen, in denen die Chancen auf Punkte aussichtsreicher sind – in Minden am Mittwoch und am Samstag in einer Woche gegen den HSC Coburg.

Der nächste schwere Brocken für den TVB

Zuvor indes wartet auf den TVB an diesem Samstag in Stuttgart ein weiterer Gegner, der nicht von seiner Krageweite ist: Fünfter waren die Füchse Berlin in der vergangenen Saison, derzeit sind sie Vierter – mit Chancen sogar noch auf Rang drei bei zwei Punkten Rückstand auf den THW Kiel.

Eine noch bessere Ausgangsposition vergaben die Berliner am Mittwoch mit dem 25:25 gegen den SC Magdeburg – wobei die Füchse am Ende über den Punkt sogar froh sein durften: Zweieinhalb Minuten vor dem Ende hatten sie mit 22:25 im Hintertreffen gelegen.

Der TVB klarer Underdog

Es gibt Top-Teams in der Liga, gegen die der TVB in seinen fast zwei Jahren Zugehörigkeit deutlicher schlechter ausgesehen hat als gegen die Berliner – auch wenn der Underdog noch nichts Zählbares mitgenommen hat aus drei Vergleichen.

In der vergangenen Spielzeit hatten die Füchse in der heimischen Max-Schmeling-Halle beim 26:20-Sieg zu kämpfen, führten acht Minuten vor Schluss lediglich mit 20:19. Am fünften Spieltag der aktuellen Spielzeit erwarteten die Berliner den TVB mit 8:0 Punkten – und zitterten sich zum 28:25-Erfolg. In der 49. Minute lag der Außenseiter mit 21:19 vorne, ehe sich die Berliner dank Drago Vukovic doch noch durchsetzten.

Die Füchse haben einen exzellenten Kader

Der Serbe fehlt den Füchsen derzeit verletzungsbedingt, exzellent besetzt jedoch ist der Kader auch ohne ihn. Im Rückraum hat der Trainer Velimir Petkovic die Auswahl zwischen den Nationalspielern Steffen Fäth, Paul Drux und Fabian Wiede (alle Deutschland), Jakov Gojun, Petar Nenadic und Drasko Nenadic (alle Kroatien) sowie Kent Robin Tönnesen (Norwegen). Nationalspieler sind auch die Außen Hans Lindberg (Dänemark), Bjarki Ellison (Island) und Mattias Zachrisson (Schweden).

Ein starkes Gespann haben die Berliner im Tor mit Silvio Heinevetter und Petr Stochl. Der Kader kann sich also durchaus messen mit dem der anderen Spitzenmannschaften der Liga.

Herbe Entäuschung für die Berliner beim Final Four

Im Dezember trennten sich die Berliner von ihrem Trainer Erlingur Richardsson, unter dem Nachfolger Velimir Petkovic gab’s nach der WM-Pause einen herben Dämpfer bei der 29:30-Heimniederlage gegen den Abstiegskandidaten Bergischer HC.

Von den folgenden neun Partien verloren die Hauptstädter lediglich beim 28:32 in Kiel, erlebten jedoch beim Final Four um den EHF-Pokal vergangenes Wochenende eine herbe Enttäuschung: Nachdem die Füchse im Halbfinale dem französischen Team Saint Raphael beim 35:24 keine Chance gelassen hatten, mussten sie sich im Finale tags darauf dem Ligakonkurrenten FA Göppingen überraschend klar mit 22:30 beugen.

15 Fehlwürfe und 16 technische Fehler waren eine haarsträubende Bilanz. Auch beim 25:25 gegen Magdeburg war die Fehlerquote für Berliner Verhältnisse überdurchschnittlich hoch. Der Füchse-Trainer echauffierte sich allerdings vielmehr über die Schiedsrichter. Irgendwas laufe falsch, „entweder gegen Berlin oder gegen Petkovic“, sagte Velimir Petkovic – und zählte fünf Spiele auf, in denen der Gegner bevorteilt worden sei.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW