TVB will den dritten Sieg in Folge

Nach dem zweiten Sieg in Folge und dem Sprung auf die Nichtabstiegsplätze geht der Handball-Erstligist TVB 1898 Stuttgart die nächste Aufgabe zuversichtlich an. Wohlwissend indes, dass ihn der starke Aufsteiger HC Erlangen am Sonntag in der Porsche-Arena sicherlich vor andere Aufgaben stellen wird als der Bergische HC zuletzt.

Zwei Siege in Folge – das gab’s in dieser Saison noch nie für den TVB. Entsprechend gelöst ist die Stimmung bei den Spielern und im Umfeld dieser Tage. Die Erfolge gegen Leipzig an Weihnachten und beim Bergischen HC zum Auftakt nach der WM-Pause gaben dem TVB den Glauben zurück, der ihm zwischenzeitlich irgendwo zwischen dem Neckar und Zipfelbach verloren gegangen war. „Nach der langen Spielpause war schon ein bisschen Skepsis da vor der Partie beim BHC“, sagte der TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt bei der Pressekonferenz vor dem ersten Heimspiel in diesem Jahr gegen Erlangen. Der Sieg sei ungemein wichtig gewesen – aber nur ein erster Schritt von vielen, die der TVB auf dem Weg zum Ligaverbleib noch gehen müsse. „Wir müssen sehr, sehr vorsichtig sein.“

Derzeit keine weiteren spektakulären Verpflichtungen geplant

Recht zurückhaltend sind die Verantwortlichen auch, was die Personalplanungen für die neue Saison angeht. Nach dem Göppinger Routinier Manuel Späth (31) hat sich der TVB vor ein paar Tagen die Dienste des Schwäbisch Gmünder Talents Max Häfner (20) gesichert. „Wir sind sehr froh, dass wir – nach Simon Baumgarten, Dominik Weiß und Djibril M’Bengue – wieder einen Spieler aus der Region dazubekommen haben“, so Schweikardt. Die weiteren Planungen seien im Gange, zu vermelden gebe es aber noch nichts. „Es gibt noch ein paar offene Verträge, die Torhüterposition, Mimi Kraus und Vio Fotache. Da sind wir laufend in Gesprächen.“ Es seien jedoch, so viel verriet der Geschäftsführer am Rande der Pressekonferenz, derzeit keine weiteren spektakulären Verpflichtungen geplant. „Wir sollten jetzt unsere Augen vornehmlich aufs Sportliche richten.“

HC Erlangen brüstet sich als „bester Aufsteiger seit 10 Jahren“

15-mal noch hat der TVB die Chance, die fehlenden Zähler zum Ligaverbleib zu sammeln – und sollte dabei auch dem einen oder anderen Großen der Liga die Punkte abknöpfen. Wie das geht, zeigte ausgerechnet der von vielen nach der Niederlage gegen den TVB bereits abgeschriebene Bergische HC: Mit dem überraschenden 30:29-Sieg am Mittwoch beim Tabellenvierten Füchse Berlin sendeten die Löwen ein deutliches Lebenszeichen und übergaben dem HSC Coburg die rote Laterne. Es bleibt also dabei: Die Teams im Tabellenkeller wehren sich mit aller Macht gegen den Abstieg.

Der TVB muss am Sonntag die nächste harte Nuss knacken. Der HC Erlangen, der sich auf seiner Homepage mit dem Titel „bester Aufsteiger seit zehn Jahren“ brüstet, hat in der Tat für den einen oder anderen Paukenschlag gesorgt und darf bei 20:18 Punkten jetzt bereits für die neue Erstliga-Saison planen. Indes: Dass der HCE nicht mit den meisten Neulingen der Vorjahre zu vergleichen sein würde, war schon vor der Saison klar angesichts des Kaders, den Trainer Robert Andersson auch schon in der vergangenen Saison zur Verfügung hatte. Nur vier Spiele verloren die Franken im Aufstiegsjahr.

Baur hofft, dass die Fans ähnlich unterstützen wie gegen Leipzig

Internationale Erfahrung brachten Pavel Horak, Ole Rahmel und Martin Stranovsky mit. Für die erste Liga legten die Erlanger noch einmal kräftig nach mit vier weiteren Nationalspielern: Der Kreisläufer Uros Bundalo kam aus Nantes, für den Rückraum holte der HCE Michael Haaß aus Göppingen und Isaias Guardiola aus Veszprem. Vom THW Kiel lotste der Aufsteiger Torhüter Nikolas Katsigiannis nach Franken.

„Das ist eine sehr stabile Mannschaft“, sagt der TVB-Trainer Markus Baur, der dem Gegner die Rolle zuschreibt, die der SC DHfK Leipzig in der vergangenen Saison innehatte. „Da müssen wir schon ein gutes Spiel machen, um zu bestehen.“ Baur hofft, dass die Fans den TVB in der Porsche-Arena ähnlich unterstützen wie am zweiten Weihnachtsfeiertag gegen Leipzig. „Da war die Stimmung gigantisch.“

Keine Änderung im Kader zu erwarten

Ob der TVB zum ersten Mal in dieser Saison mit dem kompletten Kader antreten wird, ist noch nicht sicher. Fraglich ist, ob Can Celebi und Djibril M’Bengue schon bereit sind für ihr Comeback. „Sie spielen nur, wenn sie uns auch weiterhelfen können“, sagt Baur. „Sonst tun wir weder den Spielern noch uns einen Gefallen.“ Gut möglich, dass der TVB mit demselben Kader antreten wird wie beim Bergischen HC.

 

Quelle: Thomas Wagner, ZVW