TVB braucht dringend einen Sieg

Im vorletzten Spiel in diesem Jahr steht dem Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart an diesem Mittwoch in der Balinger „Hölle Süd“ ein heißer Tanz bevor. Zwei Punkte wären Gold wert für den TVB, bei einer Niederlage könnte er auf einen Abstiegsrang rutschen. „Wir müssen in der Abwehr eng stehen und vorne ohne Firlefanz spielen“, sagt Trainer Markus Baur.

Die 29:31-Niederlage gegen den Aufsteiger Minden hat ihre Spuren hinterlassen bei den Bittenfeldern: Die Abstiegsangst geht um. An an diesem Mittwoch bereits steht das Team von Trainer Markus Baur vor der nächsten wegweisenden Partie bei einem direkten Konkurrenten, der lediglich einen Zähler mehr auf dem Konto hat.

Bei einer Niederlage droht ein Abstiegsrang

Weil die Konkurrenten, mit Ausnahme von Minden, allesamt am 16. Spieltag leer ausgingen, verteidigte der TVB zwar den ersten Nichtabstiegsplatz. Diesen verlören sie jedoch bei einer neuerlichen Pleite, falls sich der TBV Lemgo parallel in einem weiteren Abstiegsduell beim Bergischen HC durchsetzen sollte. Damit wäre die sowieso wenig besinnliche Weihnachtsstimmung beim TVB wahrscheinlich vollends im Keller – und der Anschluss an die Nichtabstiegsplätze vorerst verloren.

Jede einzelne Aktion wird wichtig sein

Trotz der Bauchlandung gegen Minden hat Markus Baur positive Ansätze gesehen. So sei sein Team nach dem 4:9-Rückstand „mit simplen Tugenden“ wieder ins Spiel zurückgekommen. Es habe sich gewehrt, gut gekämpft und sei in der Deckung eng gestanden. „Das brauchen wir auch in Balingen – und zwar über 60 Minuten. Wir dürfen kein großes Wellental durchschreiten.“ Zudem müsse der Angriff mutig und „ohne Firlefanz“ spielen. Jede einzelne Aktion werde wichtig sein, weil es am Ende wieder knapp werden könnte.

Wie in der vergangenen Saison. In Balingen erzielte Michael Schweikardt 28 Sekunden vor dem Ende den 25:24-Siegtreffer. Im Rückspiel führte der TVB mit 22:20, Fabian Böhm glich für den HBW 36 Sekunden vor der Schlusssirene aus.

2 300 Zuschauer

Wie im Dezember 2015, so wird die Sparkassen-Arena in Balingen auch dieses Mal mit 2300 Zuschauern aus allen Nähten platzen. Wobei wie im Vorjahr rund 250 TVB-Fans den TVB begleiten werden. Die „Hölle Süd“ war in den vergangenen elf Spielzeiten, in denen die „Gallier von der Alb“ stets gegen den Abstieg spielten, mehr oder weniger die Lebensversicherung der Balinger. Hier holten sie die notwendigen Punkte.

Balingen erwischte mit 1:11 Punkten einen miserablen Saisonstart, tankte dann mit dem 30:27-Sieg gegen Hannover Selbstvertrauen. Weitere Punkte sammelte die Mannschaft von Trainer Runar Sigtryggsson beim 27:23 gegen den Bergischen HC, 29:25 gegen Melsungen, 23:20 in Lemgo und 23:23 gegen Minden. Vor eineinhalb Wochen ärgerten die „Gallier“ die Rhein-Neckar Löwen, bei der 28:33-Niederlage schnupperten sie bis zum 25:26 an der Sensation.

Balingen hat ähnliche Personalsorgen

Ein bisschen geerdet wurde das Team um den Ex-Bittenfelder Lars Friedrich am vergangenen Samstag bei der 23:34-Niederlage in Leipzig. Den Balingern schwanden die Kräfte. Kein Wunder, schließlich haben sie ähnliche Personalsorgen wie der TVB: Mit Pascal Hens, Sascha Ilitsch, Felix König, Julian Krieg und Dennis Wilke fehlen wichtige Akteure. Die jungen Spieler aus dem Drittliga-Team rückten in den Kader und erledigten ihre Aufgaben sehr gut.

Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Kader der Balinger ziemlich verändert. Sieben Spieler haben den Club verlassen, acht kamen hinzu. Außer Lars Friedrich unter anderem der bullige österreichische Nationalspieler Tobias Wagner am Kreis, der ehemalige deutsche Nationalspieler Matthias Flohr sowie die international erfahrenen Tomas Mrkva im Tor und Markus Stegefelt im rechten Rückraum. Der Schwede ist, weil Hens noch verletzt ist, der einzige Shooter im Rückraum. Besonders gefährlich sind die Balinger im Eins-gegen-eins, sie sind recht flink auf den Beinen.

Chef in der kampfstarken, bissigen und variabel agierenden 6:0- oder 5:1-Deckung ist der Ex-Hamburger Davor Dominikovic, im Angriff zieht der Europameister Martin Strobel die Fäden.

Einsatz von Jogi bitter ein „Risiko“

Personell gibt’s beim TVB einen kleinen Lichtblick: Jogi Bitter hat seine Trainingseinheiten intensiviert. Bis zum Balingen-Spiel dürfte es aber eng werden. „Ich denke, das Risiko wäre zu groß“, sagt Baur.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW