TVB mit Niederlage in Lübbecke

Die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart haben eine große Chance ausgelassen, für eine Vorentscheidung im Abstiegskampf zu sorgen: Beim Vorletzten TuS Nettelstedt-Lübbecke unterlag das Team von Trainer Thomas König mit 22:23 (13:10) und muss sechs Spiele vor Saisonende bei nur drei Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze weiter zittern.

Der Aufsteiger schafft es einfach nicht, eine über 60 Minuten konstante Leistung aufs Parkett zu legen. Gegen den TSV Hannover-Burgdorf hatte der TVB zuletzt 30 Minuten stark gespielt – und den 11:7-Halbzeitvorsprung verspielt (21:23). Im so wichtigen Duell beim TuS Nettelstedt-Lübbecke führten die Bittenfelder nach 27 Minuten mit 13:8 – und schlichen nach der bitteren 22:23-Niederlage aus der Halle.

Dabei hatten die Gäste, die ohne den erkrankten Alexander Heib angereist waren, einen ausgezeichneten Start erwischt. Das 2:1 durch den Ex-Göppinger Nikola Manojlovic nach drei Minuten sollte die letzte Führung der Lübbecker für lange Zeit sein. Zweimal Dominik Weiß, Djibril M’Bengue und Tobias Schimmelbauer sorgten für die 5:2-Führung des TVB – und für die erste frühe Auszeit von TuS-Trainer Goran Perkovac nach sieben Minuten.
Die Bittenfelder blieben jedoch auch anschließend am Drücker, hielten den Gegner  beim 7:3 (11.), 9:5 (17.) und 10:6 (19.) – auch dank starker Paraden von Torhüter Jogi Bitter – auf Distanz.

Nach Michael Spatz‘ Siebenmeter-Treffer zum 11:6 sah’s in der 20. Minute noch sehr gut aus für die Gäste, die erneut eine klasse Defensive stellten. Zunächst war auch die Wurfquote in Ordnung, in der Schlussphase der ersten 30 Minuten büßte der TVB allerdings seinen Vorsprung etwas ein: Der Ex-Bittenfelder Jens Bechtloff und Tim Suton verkürzten zum 10:13-Halbzeitstand. Für den TVB indes bestand eigentlich kein Grund zur Sorge.

Doch wieder einmal kam er schlecht aus der Kabine. M’Bengue und Weiß scheiterten am immer besser werdenden TuS-Keeper Nikola Blazicko, dann unterlief dem TVB ein Schrittfehler. Und nach einem halbzeitübergreifenden 5:0-Lauf hatte sich das Heimteam zum 13:13-Ausgleich gekämpft (34.). Der komfortable Vorsprung der Bittenfelder war dahin, es entwickelte sich fortan der erwartet heiße Abstiegskampf.

Mit einer Auszeit versuchte der TVB-Coach Thomas König, den Schwung des Gegners zu unterbrechen. So richtig indes kam sein Team nicht mehr in die Gänge. Im Angriff wurde die Fehlerquote höher. Beim 16:15 (37.) führte der  TuS erstmals seit dem 2:1 und nach einem Konter des Rechtsaußens Bobby Schagen beim 18:16 gar mit zwei Treffern (40.). Das Heimteam hatte mit dem 10:3-Lauf binnen 13 Minuten das Momentum auf seiner Seite.

Der TVB kämpfte sich zurück, glich zum 18:18 aus (46.). Weil sich Bitter beim Treffer des Europameisters Niclas Pieczkowski zum 19:18 (47.) beschwerte, schickten ihn die Schiedsrichter Nils Blümel und Jörg Loppaschewski für zwei Minuten auf die Strafbank. Der TVB überstand zwar die Unterzahl, geriet aber beim 18:20, 19:21 und 20:22 (55.) ins Hintertreffen.

Drei Minuten vor dem Ende glichen Weiß und Spatz zum 22:22 aus. Zu einem Punkt reichte es den Bittenfeldern allerdings nicht mehr: Pontus Zetterman behielt beim Siebenmeter zum 23:22 die Nerven (58.). Es war der letzte Treffer der Partie. Weiß scheiterte mit seinem Wurf an Blazicko und  im finalen Angriff zehn Sekunden vor dem Ende verloren die Gäste den Ball.

Während der Vorletzte bei nur noch drei Punkten Rückstand und einem Spiel weniger auf den ersten Nichtabstiegsplatz neue Hoffnung schöpft, beginnt für den TVB nun doch noch einmal das große Zittern.
TuS Nettelstedt-Lübbecke: Blazicko, Skok; Bechtloff (3), Tauabo, Pieczkowski (3), Manojlovic (1), Wetzel, Lazovic (1), Suton (4), Schagen (6/1), Zettermann (4/1), Grabarczyk, Remer (1).
TVB 1898 Stuttgart: Bitter, Özmusul; Schimmelbauer (4), Schöbinger, Weiß (7), Schweikardt, Friedrich, Kisum, M’Bengue (5), Coric, Baumgarten, Fotache, Kretschmer, Spatz (6/2).

Stimme zum Spiel

Jürgen Schweikardt, Geschäftsführer des TVB 1898 Stuttgart: „Wir haben wieder eine sehr gute erste Halbzeit gespielt, eine sehr gute Abwehr gestellt vor dem starken Jogi Bitter. Kurz vor der Pause haben wir ein paar Fehler zu viel gemacht und hätten eigentlich mit einer höheren Führung in die Halbzeit gehen müssen. Wir sind nicht gut aus der Kabine gekommen und haben für zehn Minuten unsere Struktur verloren und dadurch Lübbecke wieder ins Spiel kommen lassen. Dann wurde es ein enges Spiel, in dem uns am Ende auch etwas das Glück gefehlt hat.“

Quelle: Thomas Wagner, ZVW