Simon Baumgarten im Interview

Herr Baumgarten, wegen eines Magen-Darm-Infekts durften Sie die Reise nach Flensburg nicht mitmachen. Wo und wie haben Sie das Spiel Ihrer Mannschaft verfolgt?

Zu Hause am Liveticker des ZVW, auf handball-world.com und auf DKB.de.

Was ist schlimmer: zu Hause mitfiebern oder am Spielfeldrand?

In der Halle wäre es viel schlimmer, am Liveticker geht es. Nur wenn es knapp steht, ist es überall schlimm.

Ärgert es einen besonders, wenn man solche Spiele verpasst wie das jetzt in Flensburg? Das Duell Tobias Karlsson – Simon Baumgarten wäre sicherlich ein interessantes gewesen. Oder waren Sie froh, dass Sie die klare Niederlage des TVB nicht live miterleben mussten?

Ich bin Profi und ich will mich immer mit den Besten messen. Ich hoffe, dass es im Rückspiel klappt. Egal, ob ich gespielt habe oder nicht dabei sein konnte: Ich gehöre genauso zum Team und habe genauso verloren. Leider gehören Krankheiten und Verletzungen dazu. Wann man ausfällt, kann man leider nicht planen.

Acht Spiele, zwei Punkte: Der TVB steckt als Tabellenvorletzter schon früh mittendrin im Abstiegsschlamassel und damit dort, wo ihn viele auch am Ende der Saison erwarten. Welche Reaktionen bekommen Sie aus dem Umfeld mit: Mitleid oder eher Ermunterung?

Das ist richtig, aber die Saison ist noch jung. Man musste ja kein Prophet sein, um die Aufsteiger im hinteren Drittel der Tabelle zu vermuten. Leider muss ich eingestehen, dass wir sicher schon drei Punkte mehr haben und deutlich besser dastehen könnten. Wir haben gezeigt, dass wir mit ein bisschen mehr Kaltschnäuzigkeit das auch hätten schaffen können. Das alles hilft aber nichts und wir stehen derzeit zu Recht auf dem aktuellen Tabellenplatz. Chancen, die uns geboten werden, dürfen wir nicht so leichtfertig herschenken. Daran arbeiten wir täglich. Aus dem Umfeld kommt doch meistens Ermunterung.

Der TVB braucht dringend den einen oder anderen Überraschungssieg – beispielsweise in den beiden Heimspielen gegen Gummersbach und FA Göppingen. Ist da etwas drin?

Es ist in jedem Spiel etwas möglich. Dazu müssen natürlich die Begleitumstände passen. Und man braucht auch das Quäntchen Glück. Die Konstanz der Mannschaften ist in der 1. Liga deutlich höher als in der 2. Liga. Aber auch die beste Mannschaft hat hin und wieder einen schlechten Tag – wenn auch selten.

Was macht Ihr Gesundheitszustand? Werden Sie bis Sonntag wieder bei Kräften sein?

Ja, ich bin weitgehend wieder fit und denke, dass ich der Mannschaft wieder helfen kann.

Am Mittwoch geht’s gegen Ihren Ex-Club Göppingen. Es ist zwar schon ein paar Jahre her, seit sie bei Frisch Auf spielten. Hat sich trotzdem die eine oder andere Verbindung gehalten?

Mittlerweile ist nur Manuel „Urmel“ Späth aus meiner Zeit noch dort. Kontakt gibt es vor allem in der Comunio-Gruppe. Wenn Göppingen am Mittwoch so spielt, wie Manu seine Mannschaft managed, dann haben wir sehr gute Chance (lacht).

 

Quelle: Thomas Wagner, ZVW