Bittenfeld zähmt das Wolfsrudel

Der TVB ließ sich von der stimmungsvollen Kulisse in der Würzburger Arena nicht beeindrucken, legte konzentriert los und führte nach sechs Minuten mit 5:3. Auch der zwischenzeitliche 5:5-Ausgleich machte die Gäste nicht nervös. Grund hierzu hätten sie allemal gehabt, denn nach zehn Minuten musste Simon Baumgarten mit einer Knieverletzung vom Platz. Seine Position am Kreis nahm fortan Ali Bischoff aus dem Perspektivteam ein.
Prunkstück der Bittenfelder war über 60 Minuten hinweg die bärenstarke Abwehr, die mit dem ungewohnten Mittelblock Nils Kretschmer/Dominik Weiß agieren musste. Es entwickelte sich das erwartet kampfbetonte Spiel, in dem die Wölfe nach 16 Minuten durch Jan Schäffer beim 9:8 die erste Führung holten. Der TVB indes hatte mit vier Toren in Folge zum 12:9 (23.) die passende Antwort parat und ging mit der verdienten 13:11-Führung in die Halbzeit – trotz eines Zeitstrafenverhältnisses von 1:4 gegen den TVB.
Ganz stark kamen die Gäste aus der Pause zurück – allen voran Weiß, bei dem im ersten Spielabschnitt noch Licht uns Schatten gewechselt hatten. Der „Lange“ war für die nächsten drei Treffer verantwortlich. Beim 16:12 hatte sich Bittenfeld ein ordentliches Polster erarbeitet und legte auch nach dem 16:17-Anschluss durch Stefan Schmitt (43.) nach. 13 Minuten vor dem Ende führte der TVB mit 20:16 und hatte alle Trümpfe in der Hand.
Die Auszeit von Jens Bürkle brachte die Wölfe aber wieder zurück in die Partie. Gleich dreimal ahndeten die Schiedsrichter ein Stürmerfoul der Bittenfelder, die zudem immer wieder am sehr guten Rimparer Torhüter Max Brustmann scheiterten. So schien die Partie beim 20:20 (53.) zugunsten des Heimteams zu kippen.
Doch die Bittenfelder kamen nach der Auszeit zurück – und wie: Keeper Dragan Jerkovic hielt klasse, und gegen die Rückraumkracher von Djibril M’Bengue (3) und Dominik Weiß (2) hatte Brustmann keine Chance. Beim 25:21 zwei Minuten und zehn Sekunden vor dem Ende war das hochklassige Spitzenspiel zugunsten der Bittenfelder entschieden. Natürlich war der TVB-Trainer nach dem so wichtigen 26:22-Sieg begeistert. „Ich kann niemanden hervorheben“, sagte Jürgen Schweikardt kurz nach dem Spiel. „Wie die Mannschaft auch Simons Ausfall weggesteckt hat, das spricht für sich. Sie hat sich von niemandem und nichts unterkriegen lassen.“
Nun gilt der bange Blick in Richtung Simon Baumgarten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass nach Florian Schöbinger und Tobias Schimmelbauer ein weiterer Spieler längere Zeit ausfallen wird.

DJK Rimpar Wölfe: Brustmann, Leikauf; Lars Spieß, Kraus (2), Schmitt (3), Schömig (4/2), Schäffer (2), Kaufmann (2), Drude, Tom Spieß (1), Bötsch (2), Winkler (3), Brielmeier (3), Sauer.

TV Bittenfeld: Sdunek, Jerkovic; Kienzle, Nils Kretschmer (2), Weiß (8), Schweikardt (5), Friedrich (5/1), M’Bengue (4), Baumgarten, Bischoff, Sundberg, Seiz, Heib (1), Finn Kretschmer (1).