Trainer stört „gewisse Unzufriedenheit“

Die Sorgen des TV Bittenfeld möchte der VfB Stuttgart gerne haben. Während sich die Fußball-Fans schon über ein einziges Tor ihres Vereins freuen würden, gibt sich der eine oder andere im Umfeld der Bittenfelder Handballer selbst mit einem Sieg mit elf Toren Differenz nicht zufrieden. Mit 35:24 bezwang der TVB am Sonntag den GSV Eintracht Baunatal. Wenig überraschend zwar, doch in dieser Höhe durchaus nicht selbstverständlich – findet Jürgen Schweikardt. Selbst wenn der Gegner in 26 Spielen lediglich fünf Pünktchen gesammelt hat und in der nächsten Saison wieder in der 3. Liga antreten wird.

„Es braucht keiner zu glauben, die Baunataler könnten nicht Handball spielen“, sagt der Bittenfelder Trainer am Montagvormittag kurz vor dem Lauftraining und der anschließenden „Entspannungseinheit“ im Fellbacher Freizeitbad F3. Schweikardt erinnerte daran, dass der Tabellenletzte mit dem ASV Hamm-Westfalen einen der härtesten Bittenfelder Konkurrenten besiegte und auch den Tabellendritten DJK Rimpar Wölfe beim 19:24 in die Bredouille brachte.

„Es wäre vermessen zu glauben, jeder Sieg unter 20 Toren Differenz wäre zu dürftig“, sagt Schweikardt. Sicherlich hätten seine Spieler wieder einmal zu viele Chancen liegenlassen. „Davor verschließen wir auch nicht die Augen und arbeiten daran.“ Unter Umständen sei ein höherer Erfolg möglich gewesen, wenn seine Spieler in der Anfangsphase den Baunatalern „die Lust genommen“ hätten. So indes sei der Gegner im Spiel geblieben und habe deutlich besser agiert, als es Schweikardt nach den jüngsten Videoaufzeichnungen erwartet hatte.

„Vielleicht sind die Baunataler nach der turbulenten Woche auch noch näher zusammengerückt“, sagt Schweikardt. Trotz der möglichen Insolvenz hatten die Spieler vergangene Woche einstimmig beschlossen, die Saison zu Ende zu spielen. Auch natürlich, um sich für andere Vereine zu empfehlen. Und entsprechend engagiert trat Baunatal in der Scharrena auf.

Zum Glück für die Bittenfelder lief Lars Friedrich zu alter Form auf – und bekam von seinem Trainer ein Extra-Lob. „Lars spielte mit viel Dynamik, die macht ihn so gefährlich.“ Einer, der zuletzt wenig Einsatzzeiten hatte, durfte zeigen, was er drauf hat: Der flinke Martin Kienzle überzeugte in der Abwehr und im Angriff. „Er hat super gespielt“, sagt Schweikardt, der es sich sogar leisten konnte, Nils Kretschmer aussetzen zu lassen. Und Jürgen Müller, für den erneut Daniel Sdunek im Kader stand. Der Keeper hinterließ, wie schon in Dormagen, einen prima Eindruck. „Er hat auch sehr gut trainiert“, sagt Schweikardt.

Die Fans des VfB Stuttgart 1893 dürfen übrigens Hoffnung schöpfen im Kampf um den Liga-Verbleib: Das VfB-Urgestein Hansi Müller war einer von exakt 1893 Zuschauern in der Scharrena. Wenn das kein positives Zeichen ist . . .