WILD BOYS empfangen Baunatal

Keine Frage: Verglichen mit dem, was auf die Bittenfelder in den restlichen 13 Partien noch zukommen wird, zählt der Gegner am Sonntag zu den Leichtgewichten. Der GSV Eintracht Baunatal liegt mit 5:47 Punkten abgeschlagen am Tabellenende und kommt mit 13 Niederlagen in Folge in die Scharrena. Kein besonders attraktiver Gegner also. Die Bittenfelder Fans indes scheint das nicht zu stören: Rund 1700 Tickets gingen im Vorverkauf weg.

16:27, 13:30, 23:43, 22:32 und noch mal 16:27 – so lautet die bittere Bilanz des Aufsteigers in den jüngsten Partien. „Für den einen oder anderen hat Baunatal, gemessen an den Ergebnissen, aktuell kein Zweitliga-Niveau“, sagt Jürgen Schweikardt. Die Eintracht habe allerdings durchaus bereits bewiesen, dass sie mithalten könne. Beim 29:24-Auswärtssieg gegen den Aufstiegskandidaten ASV Hamm-Westfalen beispielsweise. Oder auch gegen den TV Bittenfeld, den die Baunataler beim 28:30 am Rande einer Niederlage hatten.

Mittlerweile indes scheint der Dampf raus zu sein bei den Nordhessen. Sie wechselten den Trainer, Ralf Horstmann musste Markus Berchten Platz machen – und sie haben angekündigt, am Ende der Saison freiwillig den Rückzug in die 3. Liga anzutreten. Es könnte allerdings noch schlimmer kommen: Wie die Hessisch-Niedersächsische Allgemeine berichtet, soll die Baunataler Spielbetriebs-GmbH von der Zahlungsunfähigkeit bedroht sein. Sollte sich dies bestätigen, besteht die Gefahr, dass die Eintracht den Spielbetrieb vorzeitig einstellt.

Das schmeckte den Bittenfeldern überhaupt nicht, schließlich schrumpfte damit ihr Vorsprung auf den ersten Nichtaufstiegsplatz auf zwei Punkte: Der ASV Hamm-Westfalen bekäme im Falle des Baunataler Rückzugs die gegen Baunatal eingebüßten Punkte zurück.

Der Bittenfelder Trainer hofft, dass die Baunataler die restlichen 13 Spiele durchhalten – und ist erst mal froh, dass sich der Gegner am Sonntag nach Stuttgart aufmacht. „Wir werden uns genauso akribisch vorbereiten wie auf jedes andere Spiel“, sagt Schweikardt. Er geht davon aus, dass seine Spieler hochkonzentriert zur Sache gehen und nichts anbrennen lassen werden.

Dass sein Team zuletzt, auch beim 28:23-Sieg in Dormagen, mit etlichen Schwankungen innerhalb eines Spieles zu kämpfen hatte, beunruhigt Jürgen Schweikardt nicht über die Maßen. „Wir haben es mit Menschen zu tun und nicht mit Maschinen. Außerdem hatten wir auch schon etliche Spiele, in denen wir’s durchgezogen haben.“ Nichtsdestotrotz sei’s wichtig, wieder eine gewisse Konstanz auf das Spielfeld zu bringen.

Personell sieht’s gut aus, alle Spieler waren am Donnerstag gesund. Auch der Torhüter Jürgen Müller. Damit hat der Trainer auf dieser Position die Qual der Wahl: Dragan Jerkovic ist gesetzt, in Dormagen überzeugte Daniel Sdunek. Der Trainer will sich kurzfristig entscheiden, welches Duo er gegen Baunatal aufbieten wird.