Zweite Saison-Heimniederlage für den TVB

Die beste Nachricht des Samstagabends kam aus Aue und Rimpar: Dort ließen zwei der Bittenfelder Aufstiegskonkurrenten, der HSC Coburg und die HSG Nordhorn-Lingen, ebenfalls die Zähler liegen. Damit hat sich am Drei-Punkte-Polster des TVB nichts geändert – und doch war die Enttäuschung auf den Rängen und bei den Bittenfelder Akteuren nach der zweiten Heimniederlage groß. Wie schon in Emsdetten, so blieb der TVB auch gegen den VfL Bad Schwartau ein gutes Stück unter der Form, die er Ende vergangenen Jahres aufs Parkett gebracht hatte. Und dennoch hatten die Bittenfelder beste Karten auf den Sieg.

Die personellen Voraussetzungen waren bescheiden. Unter der Woche plagte sich der halbe Kader mit Krankheiten herum. Torhüter Jürgen Müller und Spielmacher Michael Schweikardt waren nicht einsatzfähig, Djibril M’Bengue stand lediglich für einen Angriff auf dem Feld. Einigen anderen war anzumerken, dass sie nicht in Vollbesitz ihrer Kräfte waren.

Im Ergebnis indes schlug sich das zunächst nicht nieder. Nach dem schnellen 0:2-Rückstand bekamen die Bittenfelder die Partie in den Griff. Die Gäste, die auf ihren torgefährlichen Rückraumschützen Jan Schult verzichten mussten, suchten mit langen Angriffen die Lücken in der TVB-Deckung. Die war wachsam, hatte sich sehr gut auf das Kreisspiel über Spielmacher Daniel Pankofer und Henning Quade eingestellt und klaute den Gästen etliche Bälle. Nach zehn Minuten führte der TVB mit 5:2 und hatte den VfL auch nach 20 Minuten beim 9:5 unter Kontrolle.

Dann schickte der Gästetrainer Torge Greve Tim Claasen für Pankofer aufs Feld – und mit dem 18-jährigen, flinken Spielgestalter kam mehr Tempo ins bis dato eher pomadige Angriffsspiel des VfL. Der bekam nun auch in der Defensive mehr Zugriff auf den TVB, auch Dennis Klockmann kam ins Spiel. Viermal in Folge blieb der Keeper Sieger, bei allerdings auch zu halbherzigen und schlecht vorbereiteten Würfen der Bittenfelder.

Der Bittenfelder Spielfluss ist dahin

Die rechte Bad Schwartauer Seite mit Toni Podpolinski und Martin Frank kam in Fahrt, nach 27 Minuten stand’s 9:9. Der Spielfluss war urplötzlich raus beim Team von Trainer Jürgen Schweikardt, das im Torabschluss weiterhin viel zu zögerlich und inkonsequent agierte. Immerhin rettete der TVB die 11:10-Führung in die Halbzeit.

Nach einem schönen Treffer von Alexander Heib und einem Konter von Lars Friedrich setzte sich Bittenfeld schnell auf 13:10 ab, das schwache Überzahlspiel und die schlechte Wurfquote verhinderten erneut ein größeres Polster. Der TVB behauptete zwar, auch dank zweier energischer Aktionen von Nils Kretschmer, den knappen Vorsprung bis zum 17:15 (43.), doch Bad Schwartau nutzte einen technischen Fehler und einen Fehlwurf der Bittenfelder zum erneuten Ausgleich (17:17).

Dominik Weiß und Tobias Schimmelbauer brachten ihr Team wieder in Vorteil (19:17/50.). Ruhe und Sicherheit allerdings kamen nicht ins Spiel des TVB, der zudem Pech hatte, dass die nicht immer souveränen Schiedsrichter Thomas Hörath und Timo Hofmann in der Schlussphase phasenweise den Durchblick verloren.

Zunächst sahen sie beim 19:18 (51.) für den TVB einen technischen Fehler bei Nils Kretschmer, der keiner war. Und nachdem Weiß und Schimmelbauer zwei gute Chancen liegengelassen hatten, verweigerten die Unparteiischen dem TV Bittenfeld beim 22:22 (58.) einen Einwurf. Die Bad Schwartauer schnappten sich in der Verwirrung den Ball. Franke verwandelte den Konter, nachdem den Gästen auch noch ein ungeahndeter Fußfehler unterlaufen war, gegen den verdutzten TVB zur 23:22-Führung des VfL. Damit nicht genug: Für seinen Rettungsversuch wurde Schimmelbauer disqualifiziert.

Mit ein bisschen Glück hätte der TVB vielleicht noch ein Unentschieden retten können. Doch ein Pass von Friedrich landete in den Händen der Gäste. Dennis Tretow machte schließlich mit dem 24:22 alles klar. Weiß’ Anschlusstreffer zum 23:24 kam zu spät, die zweite Heimniederlage des TVB in dieser Saison war besiegelt.

Sie war zweifelsfrei unglücklich, ein Stück weit allerdings auch absehbar: 15 Fehlwürfe und zehn technische Fehler darf sich auch ein Aufstiegskandidat nicht erlauben.

TV Bittenfeld:
Jerkovic, Sdunek – Schimmelbauer (3), Schöbinger, Nils Kretschmer (3), Weiß (5), Friedrich (6/3), M’Bengue, Baumgarten (3), Sundberg, Seiz, Heib (2), Finn Kretschmer (1).

VfL Bad Schwartau:
Klockmann, Noel – Glabisch (1), Mild (2), Franke (5), Schwarz (1), Podpolinski (3), Waschul, Pankofer (6/3), Tretow (3), Claasen, Schlichting, Quade (3).