Durchwachsene Leistung reicht in Emsdetten nicht

Mehrmals hatte sich Bittenfeld gegen den TV Emsdetten eine Führung erkämpft. Immer wieder brachte sich das Team von TVB-Trainer Jürgen Schweikardt allerdings selbst um die Früchte der Arbeit. Vermeidbare Fehler im Angriff waren es, die dieses Mal einen Erfolg im Emsland verhinderten. Mit dem guten Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torhüter Dragan Jerkovic konnte Bittenfeld dagegen durchaus zufrieden sein. Nur 24 Gegentreffer kassierte der TVB gegen den durchschlagskräftigen Rückraum des Ex-Erstligisten.

Es waren die eigenen Fehler im Angriff, die Schweikardt Sorgenfalten auf die Stirn trieben. Die Hausherren nutzten die Konzentrationsschwächen des Bittenfelder Angriffs konsequent aus, führten nach neun Minuten mit 4:1. Ähnlich wie im Heimspiel gegen Coburg drei Tage zuvor benötigte die Mannschaft knapp zehn Minuten, um ins Spiel zu finden. Dann lief´s. Gleich drei Kontertreffer sorgten für den schnellen Ausgleich, Michael Schweikardt netzte zur ersten TVB-Führung des Spiels beim 5:4 ein (12.). Nach dem Ausgleich durch den emsig arbeitenden Spielmacher Olafur Bjar Ragnarsson dauerte es fünf Minuten, bis der gute Djibril M’Bengue die zerfahrene Spielphase mit seinem ersten Treffer zum 6:5 (19.) beendete.

Vor der Halbzeit zeigte vor allem Emsdettens Torhüter Nils Babin eine gute Leistung. Gleich reihenweise scheiterten die Bittenfelder Angriffsbemühungen von nahezu allen Positionen am Schlussmann – dem neunfachen Coburg-Torschützen Dominik Weiß gelang an diesem Abend kein Treffer gegen den TVE. Dennoch waren die sehr offensiv ausgerichteten Emsdettener nicht davongezogen: Lars Friedrich markierte mit seinem einzigen Treffer den 8:9-Anschluss, Ragnarsson besorgte die 11:9-Führung für Emsdetten nach dreißig Minuten.

Der TVB legte einen völlig verschlafenen Start in die zweite Halbzeit hin. Bittenfeld zeigte im Angriff nichts Zählbares, vergab die sich bietenden Chancen und lud den Gegner zu weiteren Kontertreffern ein. In Unterzahl erzielte Andre Kropp nach fünf Minuten mit dem 14:9 den höchsten Vorsprung für sein Team, dem TVB schien die Partie förmlich aus der Hand zu gleiten. Wieder war es der routinierte Dragan Jerkovic, der die Nerven behielt. Drei starke Paraden, darunter ein vereitelter Siebenmeterversuch gegen Anton Runnarsson, brachten Bittenfeld wieder ins Spiel. Djibril M’Bengues dritter Treffer in Folge brachte den 14:14-Ausgleich (40.) – wieder waren es diese zehn Minuten, die der TVB gebraucht hatte, um ins Spiel zu kommen.

Sehr ausgeglichen ging es in die letzte Viertelstunde der durchaus sehenswerten Bundesliga-Partie. Der engagierte Nils Kretschmer und Kapitän Florian Schöbinger netzten zur 16:15 und 17:16-Führung ein, doch ein höherer Vorsprung blieb Bittenfeld verwehrt. Als Emsdettens Johan Koch sechs Minuten vor dem Ende den Gegenstoß zum 21:19 markierte, schien die Partie gelaufen zu sein. Ein gut herausgespielter Kretschmer-Treffer von Nils und die dritte Siebenmeter-Parade von Jerkovic brachten den TVB aber erneut zurück – Finn Kretschmers anschließender Konter zum 21:21 (57.) ließ hoffen, sein Bruder Nils sorgte 140 Sekunden vor Abpfiff sogar für das 22:21.

Dies sollte allerdings der letzte Bittenfelder Treffer des Abends bleiben. Während Spielmacher Ernir Arnarsson von der Mitte traf und Stian Brevik einen Konter verwandelte, unterliefen dem TVB ein weiterer technischer Fehler und ein Fehlversuch. Die WILD BOYS traten nach einem aufopferungsvollen Kampf über sechzig Minuten ohne Punkte die lange Heimreise an. Da sich Tabellenführer Leipzig beim 18:17-Heimsieg gegen Coburg keine Schwäche erlaubte, bleibt der TVB auf einem Aufstiegsplatz.


TV Emsdetten:

Nippes, Babin – Lokkebo (2), Sluijters, Ragnarsson (6), Rivesjoe (1), Brevik (1), Adams, Kropp (1), Runnarsson, Arnarson (2), Gretarsson (8), Koch (3).

TV Bittenfeld 1898:
Sdunek, Jerkovic – Schimmelbauer (2), Schöbinger (1), Nils Kretschmer (5), Weiß, Schweikardt (2), Friedrich (1), M’Bengue (6), Baumgarten (1), Sundberg, Heib (1), Finn Kretschmer (3).