TVB bringt sich auf Betriebstemperatur

Mit der ersten Heimniederlage gegen den ASV Hamm-Westfalen und dem Remis beim Neuling SV Henstedt-Ulzburg war der Start in den mit sechs Partien vollgepackten Dezember alles andere als verheißungsvoll verlaufen für den TVB.

Danach indes hielt er sich schadlos, allen voran die Punkte gegen den Spitzenreiter SC DHfK Leipzig und beim heimstarken EHV Aue waren nicht unbedingt eingerechnet. Verdienter Lohn für die Bittenfelder nach den ersten beiden Rückrundenspielen und zur WM-Pause sind der zweite Platz in der Tabelle und das kleine Polster von drei Punkten auf den ersten Nichtaufstiegsplatz.

Der Fokus liegt auf dem 11. Februar

Entsprechend zufrieden zeigt sich auch der Trainer, insbesondere der 24:22-Sieg in der ausverkauften Auer „Erzgebirgshölle“ hat Eindruck hinterlassen bei Jürgen Schweikardt. Zumal die Rahmenbedingungen schon besser waren. Zum einen steckte den Bittenfeldern noch das Top-Spiel gegen Leipzig nur zwei Tage davor in den Knochen. Zum anderen hatte sich der Torhüter Dragan Jerkovic gegen Leipzig eine Zerrung zugezogen, die einen Einsatz in Aue unmöglich machten.

Noch schlimmer indes für den TVB war der Verlust von Spielmacher Michael Schweikardt, der das Geschehen wegen einer Knöchelverletzung nach einer Viertelstunde von der Ersatzbank aus verfolgen musste. „Das war ein Schock“, sagt der Coach. „Doch in den zweiten 30 Minuten hat sich die Mannschaft freigespielt und dem Druck standgehalten.“

Mit dem überaus erfolgreichen Jahresabschluss indes beschäftigt sich der Trainer nicht mehr. „Wir haben jetzt schon Mitte Januar.“ Der Blick richte sich längst ausschließlich auf den 11. Februar. Dann wird mit dem HSC Coburg einer der härtesten Aufstiegskonkurrenten in der Scharrena zu Gast sein. „Bis dahin wollen wir uns in richtig gute Form bringen.“

Dazu gehört nach den anstrengenden Wochen im Dezember auch die Regeneration. Bewusst sei etwas länger kein gemeinsames Training angesetzt worden, sagt Schweikardt. Die Spieler bekamen Zeit, in die Heimat zu fahren und abzuschalten. Schließlich sei die mentale Frische ebenso wichtig wie die körperliche Fitness. Um Letztere wird sich das Trainerteam von morgen an wieder ausgiebig kümmern. Nachdem die Spieler gut eine Woche mit einem individuellen Plan an ihrer Grundlagenausdauer hatten feilen müssen – „mit langen Läufen“ –, steht ab sofort wieder das gemeinsame Training auf dem Programm. Dabei wird der Ball in den ersten Tagen vermutlich eine eher untergeordnete Rolle spielen. Drei Blöcke stehen auf dem Programm: Bis einschließlich Montag wird zwei- bis dreimal am Tag an den „Basics“ gearbeitet, ehe die Intensität für vier bis fünf Tage etwas zurückgeschraubt wird. Im Anschluss folgt der letzte, härtere Trainingsblock mit mehreren Einheiten am Tag.

Das „normale“, zweieinhalbwöchige Handballtraining startet am 26. Januar. An dem sollen, so der Plan, auch die angeschlagenen Spielmacher wieder dabei sein. Alexander Heib befinde sich nach seiner Schulterverletzung auf einem guten Weg, sagt Jürgen Schweikardt. Michael Schweikardt absolviert seine Ausdauereinheiten nach seinem Außenbandanriss und Kapselriss am Knöchel derzeit noch auf dem Fahrrad.

HSG Wetzlar, Kadetten Schaffhausen und HC West beim Eisele-Cup

Wenn alles normal läuft, werden die beiden zum ersten Punktspiel gegen den HSC Coburg in der Scharrena wieder auf dem Platz stehen. Fraglich ist allerdings, ob sie schon vorher Spielpraxis sammeln können. Gelegenheit hierzu bestünde beispielsweise beim Eisele-Cup, den der TVB am 30. und 31. Januar zum dritten Mal veranstaltet. Dabei sein werden, wie im Vorjahr, der deutsche Erstligist HSG Wetzlar und der Schweizer Vorjahressieger Kadetten Schaffhausen sowie der finnische Erstligist HC West, bei dem Richard Sundberg zuletzt spielte. Ansonsten plant der TVB noch ein weiteres Vorbereitungsspiel, Gegner und Termin stehen jedoch noch nicht fest.

Viel zu tun haben die Verantwortlichen derzeit auch abseits der Trainingsfelder. Wie immer wird im Januar besonders eifrig am Spielerkader für die kommende Saison gebastelt. „Wir bleiben aber dabei und geben nicht ständig irgendwelche Wasserstandsmeldungen durch“, sagt Jürgen Schweikardt. „Ich denke aber, dass wir Ende des Monats ein gutes Stück weiter sein werden.“