Zuschlagen, wenn der Gegner schwächelt

Ob eine Niederlage gegen einen guten Freund und die ehemalige Mannschaft weniger Schmerzen bereite, wollte der Moderator Jens Zimmermann bei der Pressekonferenz nach dem Spiel zwischen dem TV Bittenfeld und den DJK Rimpar Wölfen vom Gästetrainer wissen. „Jede Niederlage tut weh“, sagte Jens Bürkle. „Wenn’s irgendwann einmal nicht mehr wehtut, dann höre ich auf.“

30 Minuten hatten die Wölfe vieles richtig gemacht beim heimstarken TVB, Jens Bürkle durfte zurecht „stolz“ sein auf sein Team. Dass der Tabellenzweite letztlich doch die zweite Saisonniederlage kassierte, war für den Ex-TVB-Kreisläufer so überraschend nicht. „Sportlich liegt eine Welt zwischen Bittenfeld und Rimpar, wir sind einfach noch zu grün.“ Jürgen Schweikardt gab das Lob umgehend zurück an seinen Kumpel aus gemeinsamen Tagen. „Wir haben einen richtig guten Gegner geschlagen“, sagte der Bittenfelder Trainer. „Rimpar steht zu Recht oben in der Tabelle.“

Größte Probleme hatte der TVB in den ersten 30 Minuten vor allem mit Max Brustmann. Gleich reihenweise blieb der Wölfe-Keeper der Sieger in den Duellen mit den Bittenfelder Angreifern, die fortan bei den Abschlüssen einen etwas zögerlichen Eindruck machten. „Ich hatte kurz schon das Gefühl, dass unsere Spieler erheblichen Respekt hatten vor Brustmann“, sagt Schweikardt.

Doch wie so oft in dieser Saison, ließ sich der TVB von solchen Störeinflüssen nicht aus der Ruhe bringen. „In der zweiten Halbzeit haben wir unser Ding durchgezogen.“ Der Sieggarant war über 60 Minuten die energisch zupackende Deckung vor dem erneut sehr starken Dragan Jerkovic. „Mit ihm und Jürgen Müller sind wir auf der Torhüterposition wesentlich stabiler als in der vergangenen Hinserie.“

Zur Sache ging’s auch in der Rimparer Abwehr. In der 38. Minute überschritt Julian Bötsch nach Ansicht der nicht immer souveränen Schiedsrichter Fabian vom Dorff und Christian vom Dorff gegen Richard Sundberg die Grenzen des Erlaubten, Bötsch musste mit der direkten Roten Karte vom Spielfeld. Das schwächte die Wölfe-Deckung, für Schweikardt indes war’s nicht spielentscheidend. Sundberg jedenfalls war nicht nachhaltig gehandicapt – im Gegenteil. „Ich denke, Ricke hat in der Abwehr und im Angriff sein bestes Spiel für den TVB gemacht“, sagt sein Trainer.

Mitte der zweiten 30 Minuten setzte sich der TVB ab, „weil wir in der Abwehr noch einen Tick zugelegt haben und zu Kontern gekommen sind“. Der Sieg sei zwar etwas zu hoch ausgefallen und spiegele nicht die Kräfteverhältnisse wider. „Es zeichnet uns aber in dieser Saison aus, dass wir die Fehler ausnützen, die der Gegner macht.“

Nach dem 14. Spieltag steht der TV Bittenfeld mit 23:5 Punkten auf Rang drei, der am Ende der Saison den Aufstieg bedeutete. Die Fans träumen bereits von der 1. Liga, der Trainer indes bleibt seinem Motto treu. „Wir freuen uns über die Euphorie im Umfeld und unsere Fans dürfen uns gerne überall unterstützen“, sagt Schweikardt. „Aktuell indes können wir uns vom dritten Platz nichts kaufen.“

Nach wie vor sieht der Trainer eine ganze Reihe von Aufstiegskandidaten. Selbst den Tabellenzehnten Eisenach hat er bei 13:15 Punkten und fünf Hinrunden-Spielen noch nicht abgeschrieben. Die Bittenfelder wissen selbst am besten, was noch möglich ist mit einer starken Rückserie: Nach 21:17 Zählern zur Halbzeit der vergangenen Saison fehlte letztlich nur ein Punkt zum Aufstieg. Allzu intensiv indes möchte sich Schweikardt nicht mit den Sorgen und Hoffnungen der Konkurrenz auseinandersetzen. „Wir fokussieren uns auf Neuhausen.“ Für den Gegner sei das Derby das Heimspiel des Jahres. „Neuhausen wird hochmotiviert sein und uns ein Bein stellen wollen.“

@ Ausschnitte des Spiels gegen die Rimpar Wölfe auf zvw.de/sportvideos

Der Fan-Bus fährt

Zum Derby gegen den TV Neuhausen/Erms am kommenden Freitag, 28. November (20 Uhr), in der Tübinger Paul-Horn-Arena setzt der TVB – wie nach Großwallstadt – wieder einen kostenlosen Fan-Bus ein. Abfahrt am Vereinsheim ist um 17 Uhr. Anmeldungen per E-Mail sind möglich bei Marcel Dippon: md@tvb1898.de