TVB bleibt kühl im Hexenkessel

Per Aufsetzer überlistete der Bittenfelder Spielmacher den überragenden Eisenacher Torhüter René Villadsen vom Siebenmeterstrich, danach kannte der Jubel beim TVB keine Grenzen. „Vor 1800 gegnerischen Fans bei einem so starken Team zu bestehen, das ist einfach super“, sagte der Bittenfelder Trainer Jürgen Schweikardt kurz nach dem Schlusspfiff. „Ich bin unheimlich stolz auf die Mannschaft.“

Im Hexenkessel von Eisenach erwischten die Bittenfelder einen prima Start, führten nach acht Minuten mit 6:2. Nach und nach jedoch kam der Erstliga-Absteiger besser ins Spiel. Großen Anteil daran hatte René Villadsen. Am Ende standen nahezu 30 Paraden des dänischen Torhüters auf dem Zettel. Die Eisenacher agierten aggressiv in der Deckung und versuchten mit schnellem Umschalten zum Erfolg zu kommen. Der TVB tat sich schwer im Positionsangriff.

Fortan entwickelte sich eine hochklassige, verbissen geführte Partie, in der die Schiedsrichter Nils Blümel und Jörg Loppaschewski alle Hände voll zu tun hatten. Girts Lilienfelds sorgte beim 7:7 (17.) für den ersten Ausgleich. Der andere lettische Nationalspieler in den Reihen des Ex-Erstligisten, Aivis Jurdzs, brachte sein Team beim 13:12 (28.) in Führung.

Kurz nach der Pause glich Tobias Schimmelbauer zum 13:13 aus, dann brachte sich der TVB mit einem halben Dutzend Fehlwürfen binnen fünf Minuten scheinbar auf die Verliererstraße. Eisenach konterte seine Gäste zum 18:13 aus (35.). Doch der TVB berappelte sich rasch wieder. Der Torhüter Dragan Jerkovic erreichte das Niveau seines Gegenübers, und auch der bis dahin glücklose Dominik Weiß fand nun das Tor. Mittlerweile mussten auch die Eisenacher schwer um jeden Treffer kämpfen, die TVB-Defensive agierte deutlich entschlossener und zwang den Angriff des Heimteams immer wieder zu Fehlern.

Nach 43 Minuten brachte der starke Michael Schweikardt sein Team beim 20:19 wieder heran, der Eisenacher Trainer Velimir Petkovic legte die Grüne Karte auf den Tisch. Die Partie wurde immer packender. Beim 22:21 holte sich der TVB die Führung zurück (49.), den Eisenachern war die Nervosität anzumerken – auch wenn sie zunächst immer wieder schnell zum Ausgleich kamen (22:22/23:23).

Nach einem Doppelschlag von Schweikardt und Weiß zur 25:23-Führung hatten die Bittenfelder vier Minuten vor dem Ende alle Chancen. Doch Jurdzs und der Ex-Bittenfelder Jan Forstbauer ließen Eisenach beim 25:25 (58.) auf den vierten Sieg infolge hoffen – zumal im Anschluss Michael Seiz an Villadsen scheiterte. Nachdem Jerkovic den Wurf von Lilienfeld glänzend pariert hatte, brachten die Bittenfelder im finalen Angriff Simon Baumgarten in Wurfposition. Der Kreisläufer wurde regelwidrig gebremst, und Michael Schweikardt blieb beim Strafwurf trotz ohrenbetäubendem Pfeifkonzert ganz cool.

Die Big Points waren eingetütet.

ThSV Eisenach:
Villadsen, Gorobtschuk – Elisson (6), Wöhler, Jurdzs (6), Jonsson (2), Luther (2), Forstbauer (2), Schliedermann (1), Hansen (1), Heinemann, Lilienfelds (3), Koloper (2), Seifert.

TV Bittenfeld 1898:
Müller, Jerkovic – Schimmelbauer (3), Schöbinger, Kienzle (1), Weiß (3), Schweikardt (9/4), Friedrich (3), Baumgarten (2), Sundberg, Seiz (1), Heib (1/1), Kretschmer (3).