Defensive hat noch Luft nach oben

Die ersatzgeschwächte HG Saarlouis brachte den TV Bittenfeld am Freitagabend in der Stuttgarter Scharrena das eine oder andere Mal ganz schön ins Schwitzen. Erst als den Gästen in den Schlussminuten die Puste ausging, durften die knapp 1600 Fans durchschnaufen. Die tapfer kämpfenden Spieler der HG Saarlouis indes waren mit neun Toren Differenz beim 26:35 etwas unter Wert geschlagen worden.

So sprach auch der Saarlouiser Trainer Goran Suton bei der Pressekonferenz nach dem Spiel von „gemischten Gefühlen“. Mit der Leistung seiner Mannschaft war er über weite Strecken zufrieden, nicht indes damit, „dass wir in den letzten paar Minuten alles weggeworfen haben“. Zum Abschied aus Stuttgart schmierte er seinem Kollegen Jürgen Schweikardt noch ein bisschen Honig um den Mund. „Ich glaube, hier in der Scharrena gewinnt in dieser Saison keine Mannschaft“, sagte Suton. Der Bittenfelder Trainer schmunzelte darüber. Er wusste sehr wohl, dass sein Team von einem perfekten Spiel noch ein gutes Stück entfernt war. „Gorans Einschätzung ist natürlich übertrieben“, so Schweikardt. „Es werden noch viele richtig gute Gegner kommen, die uns hier alles abverlangen werden.“

Dass selbst ein Team wie die HG Saarlouis die Bittenfelder – zumindest phasenweise – vor Schwierigkeiten stellen kann, ist für den Coach nichts Außergewöhnliches. „Offensichtlich erwartet der eine oder andere, dass wir zur Pause immer mit zehn Toren vorne liegen.“ Saarlouis sei in seinen Wechselmöglichkeiten zwar begrenzt gewesen, „die erste Sechs ist aber alles andere als eine Rumpeltruppe“. Große Gefahr, die Partie zu verlieren, hat seiner Ansicht nach dennoch nicht bestanden. „Wir haben sicher etwas zu hoch gewonnen, aber absolut verdient.“

Erfreulich für den Trainer war, dass Simon Baumgarten allmählich wieder zu alter Stärke zu finden scheint. Die Partie gegen die recht offensive Saarlouiser Deckung war jedenfalls maßgeschneidert für den bulligen Kreisläufer, der seine Vorteile im Eins-gegen-eins clever ausnützte – und oft vom blinden Verständnis mit Michael Schweikardt profitierte. „Es ist Michaels Aufgabe, die Mannschaft zu führen und dem Spiel Struktur zu verleihen“, sagt Jürgen Schweikardt. „Das hat er gut gemacht.“

Der Bittenfelder Trainer hätte nichts dagegen, wenn die beiden im nächsten Spiel ähnlich auftrumpften: Mit der HSG Nordhorn-Lingen gastiert bereits morgen (20 Uhr) der in der Fremde noch ungeschlagene Tabellendritte in der Scharrena.

Bei einem Sieg tauschte der TVB mit dem Gegner die Plätze.