WILD BOYS überstehen Schwächephasen

Weil die Saarländer lange im Stau gestanden hatten, wurde die Partie 15 Minuten später angepfiffen. Schwere Beine und schläfrige Gedanken indes hatten zunächst die Bittenfelder. Saarlouis spielte lange Angriffe, lullte die TVB-Abwehr ein und wartete geduldig, bis sich eine Lücke öffnete. Angeführt vom starken Merten Krings, führte die HG nach zwölf Minuten mit 8:6.

Zum Glück für den TVB stimmte die Quote im Torabschluss. Vor allem zwei Spieler setzten sich dabei in Szene: Die Achse Michael Schweikardt/Simon Baumgarten funktionierte prächtig. Der Spielmacher glänzte mit klugen Anspielen, der Kreisläufer war von der Gäste-Abwehr nicht zu stoppen. Nach 60 Minuten standen neun Treffer auf Baumgartens Konto.

Mitte der ersten Halbzeit kam der TVB ins Spiel, holte sich mit fünf Toren infolge die 11:8-Führung (16.). Saarlouis kämpfte sich zwar mehrmals auf einen Treffer heran, doch beim 18:14 zur Pause schien die Partie ihren erwarteten Verlauf zu nehmen.

Die Bittenfelder kamen sehr konzentriert aus der Kabine, wirkten nun auch in der Defensive wacher und aggressiver. Nach Dominik Weiß’ Treffer zum 24:17 (37.) lehnten sich die Fans schon gemütlich in ihren Sitzen zurück. Gelaufen indes war das Spiel längst noch nicht. Saarlouis gab sich nicht auf, und plötzlich unterliefen den Bittenfeldern auch in der Offensive Fehler. Nach 44 Minuten war der Außenseiter beim 26:22 wieder in Sichtweite. Mit einer Auszeit versuchte der Bittenfelder Trainer Jürgen Schweikardt seine Spieler neu zu justieren, doch der Spielfluss war dahin. Spätestens nachdem Dirk Holzner auch seinen sechsten Siebenmeter zum 26:24 verwandelt hatte (50.), begann das große Zittern.

Baumgartens 27:24 beantwortete Krings mit dem 27:25. Zu sehr auf die Folter spannte der TVB seine Fans allerdings nicht: In den letzten zehn Minuten erkämpfte er sich bei den immer unpräziser vorgetragenen Angriffen der Gäste gleich reihenweise die Bälle und verwandelte die Konterchancen eiskalt. Richtig heiß lief in der Schlussphase der Bittenfelder Linksaußen Tobias Schimmelbauer. Mit einem 8:1-Lauf erspielte sich der TVB den letztlich deutlichen 35:26-Sieg.


TV Bittenfeld 1898:

Müller, Jerkovic – Schimmelbauer (8), Schöbinger (1), Kienzle (3), Weiß (5), Schweikardt (2), Friedrich (1), Baumgarten (9), Sundberg, Seiz, Heib (3/2), Kretschmer (3).

HG Saarlouis:
Jonczyk, Schulz – Näckel, Krings (4), Leist (3), Janiszewski (3), Spiljak (3), Kessler (1), Holzner (8/6), Klyuyko, Riganas (4).