Finn Kretschmer trifft auf Ex-Kollegen

Mit dem 38:23-Sieg gegen den TV Emsdetten hat der TV Bittenfeld am vierten Spieltag aufhorchen lassen. „Natürlich haben wir uns über den Sieg und die Leistung gefreut“, sagt der Trainer Jürgen Schweikardt. Er geht allerdings davon aus, dass seine Spieler den Erfolg realistisch einordnen. „Wir haben einen sehr guten Tag erwischt, Emsdetten einen sehr schlechten.“ Unter diesen Voraussetzungen könne selbst in der ausgeglichenen 2. Liga ein so deutliches Resultat herauskommen.

Erfreulich aus Bittenfelder Sicht war auch das Comeback von Simon Baumgarten nach zehnwöchiger Verletzungspause. „Er ist sehr wichtig für uns“, sagt Schweikardt. Auch wenn ihm logischerweise noch die Beweglichkeit und Schnelligkeit fehlten. Peu à peu soll der Kreisläufer aufgebaut werden, damit er bald wieder „voll im Saft steht“. Von Baumgartens Genesung profitiere vor allem Florian Schöbinger, der nun nicht mehr 60 Minuten in Angriff wie Abwehr gefordert sei.

Keine guten Erinnerungen hat Bittenfeld an den heutigen Gegner. In der vergangenen Saison musste es sich in Bad Schwartau am 30. Spieltag mit 25:30 geschlagen geben. Bitter für die Bittenfelder, die mit einer starken Rückserie noch Ansprüche auf einen der drei Aufstiegsplätze angemeldet hatten. In den restlichen sechs Partien blieb der TVB zwar ungeschlagen, trotzdem reichte es nicht mehr ganz zu Rang drei. Die Pleite in Bad Schwartau war im Nachhinein also besonders ärgerlich.

„In Bad Schwartau zu gewinnen, ist für jeden schwierig“, sagt Schweikardt. Allerdings auch nicht unmöglich, wie der SV Henstedt-Ulzburg bereits am dritten Spieltag bewies: Der Aufsteiger nahm aus der Lübecker Hansehalle beim 29:25 beide Punkte mit. „Daran dürfen wir uns aber nicht orientieren“, sagt Schweikardt. Sicherlich sei Bad Schwartau „ein bisschen unaufmerksam“ gewesen.

Für den Coach steht außer Frage, dass der VfL in dieser Saison stärker aufgestellt ist. Trotz der Verluste von Marcel Schliedermann (Eisenach) und Finn Kretschmer (TVB). Mit dem linken Rückraumspieler Oliver Milde vom Erstligisten Füchse Berlin, dem Hildesheimer Keeper Dennis Klockmann und Spielmacher Daniel Pankofer vom Erstliga-Aufsteiger HC Erlangen habe sich der VfL sehr gut verstärkt. Allen voran im Rückraum hat der Bad Schwartauer Trainer Torge Greve die Qual der Wahl: Toni Podpolinski hat dem TVB in der Vergangenheit ebenso Probleme gemacht wie Jan Schuldt, der kurz vor einem Wechsel zum HSV Hamburg stand. „Das wird eine ganz harte Aufgabe für uns“, sagt Jürgen Schweikardt. „Aber wir haben ja auch Spaß an solchen Herausforderungen.“

Bis auf den Langzeitverletzten Patrik Kvalvik (Entzündung der Quadrizepssehne) fliegt der TVB heute in Bestbesetzung nach Hamburg. Von dort geht’s mit dem Bus direkt nach Lübeck ins Hotel, das nur rund 400 Meter entfernt ist von der Spielstätte. Im April logierten die Bittenfelder in einem Hamburger Hotel – und standen bei der Anfahrt zum Spiel im Stau: Drei Stunden brauchten sie für 65 Kilometer.

Eine gute Vorbereitung sieht anders aus.