Leipzig bittet zum zweiten Tanz

Sicherlich hätte ein Pokalsieg beim hoch gehandelten SC DHfK Leipzig die Brust der Bittenfelder noch ein bisschen anschwellen lassen. Ein bisschen ärgerlich war das 25:27, weil nicht viel fehlte zum Einzug in die zweite Runde. Andererseits: Das bedeutendere Spiel steht morgen auf dem Programm. Wenn die Verantwortlichen vor die Wahl gestellt worden wären, entweder Pokalerfolg oder zwei Punkte, wäre die Entscheidung sicher rasch gefallen. Der Pokal ist ein netter Wettbewerb und mit ein bisschen Glück bekommt ein Zweitligist einen attraktiven Gegner zugelost. Doch der Fokus liegt eindeutig auf der Punktspielrunde. Da hat der TVB einiges vor – und ein Sieg im ersten Auswärtsspiel bei einem Top-Team wäre dabei so schlecht nicht.

Dass es äußerst schwer ist, in Leipzig zu gewinnen, merkten die Bittenfelder am Mittwoch. Überrascht davon waren sie freilich nicht. „Es war ein intensives Spiel ohne große Taktiererei“, sagt der Bittenfelder Trainer Jürgen Schweikardt. „Dasselbe erwarte ich auch am Samstag.“ Bis dahin gelte es, ein paar Kleinigkeiten zu verbessern, „dann können wir hier auch gewinnen“.

Weit weg davon waren die Bittenfelder vorgestern nicht, sie überzeugten vor allem in den ersten 30 Minuten mit einer disziplinierten Abwehrleistung. Der Torhüter Dragan Jerkovic hielt gut, davor fügte sich der Neuzugang Richard Sundberg im Mittelblock neben Florian Schöbinger ordentlich ein. „Ricke hat sehr engagiert gespielt und hatte gute Szenen im Eins-gegen-eins“, sagt Schweikardt.

In den zweiten 30 Minuten ließ der Coach zeitweise in der 5:1-Formation agieren, mit Michael Schweikardt auf der vorgezogenen Position. Das funktionierte phasenweise ordentlich, hin und wieder indes offenbarten sich Abstimmungsprobleme. Wenig überraschend für den Trainer, musste der TVB doch nach der Roten Karte gegen Florian Schöbinger in der Schlussphase komplett umstellen. Vor der Saison waren für den Mittelblock Simon Baumgarten, Dominik Weiß, Patrik Kvalvik und Florian Schöbinger vorgesehen. In der Ernst-Grube-Halle stand am Ende keiner von ihnen auf dem Spielfeld.

Wobei Schweikardt nicht unbedingt einverstanden war mit der Verteilung der Zeitstrafen. Zumindest eine Strafe gegen Schöbinger sei fragwürdig gewesen. Dass in den letzten fünf Minuten auch noch Djibril M’Bengue und Michael Seiz eine Zeitstrafe aufgebrummt bekamen, sei die logische Folge der Umstellungen gewesen, sagt Schweikardt. In dieser Formation habe sein Team noch nie zusammengespielt. Zudem musste der TVB angesichts des Rückstands das Risiko erhöhen.

Für morgen ist – ein wenig – personelle Entspannung in Sicht: Kvalvik und Baumgarten werden zwar weiterhin ausfallen. Schweikardt hofft jedoch, dass Weiß seine Magen-Darm-Probleme größtenteils überstanden hat. Weiß dürfte dem TVB nicht nur in der Defensive weiterhelfen, sondern auch auf Halblinks im Rückraum.

Die Bittenfelder werden sich in Ruhe auf die Partie vorbereiten, die diesmal in der Leipziger Arena stattfinden wird. Am Donnerstag und Freitag standen zwei Trainingseinheiten auf dem Programm, am Samstagvormittag ist „Anschwitzen“ angesagt. Die Spieler haben also noch Gelegenheit, sich anderweitig zu beschäftigen. „Es gibt aber kein fixes Programm“, sagt Schweikardt. „Es bleibt den Spielern selbst überlassen, ob sie ausschlafen oder ob sie sich vielleicht die Stadt anschauen möchten.“

Überraschung

Für die größte Überraschung hat in der ersten Runde des DHB-Pokals der TSB Heilbronn-Horkheim gesorgt: Der Drittligist schaltete den Zweitligisten TV Großwallstadt mit 26:23 aus. Am Dienstag hatte der BW-Oberliga-Aufsteiger SV Remshalden im Vorspiel des Supercups mit 28:30 gegen Horkheim verloren. Im ligainternen Zweitliga-Duell musste sich der TV Neuhausen/Erms in eigener Halle überraschend der HG Saarlouis mit 16:20 geschlagen geben.

Gut in Form präsentierte sich Zweitligist DJK Rimpar beim 35:10-Sieg (15:4) in Nieder-Olm.