TVB hofft auf Baumgarten und Friedrich

Die 2. Bundesliga biegt auf die Zielgerade ein – und nach dem vorletzten Spieltag könnten sämtliche Entscheidungen gefallen sein. So bedeutete für den TV Bittenfeld bereits ein Punktverlust das endgültige Aus im Aufstiegsrennen. Bei einem Sieg wäre die Mini-Chance eventuell noch am Leben erhalten (siehe Infobox unten).

„Wir haben’s nicht mehr in der eigenen Hand“, sagt der Bittenfelder Trainer Jürgen Schweikardt. „Wir möchten aber unsere super Saison so gut wie möglich zu Ende bringen und müssen eben drauf hoffen, dass die Konkurrenten noch mal straucheln.“

Dass der TV Bittenfeld überhaupt noch eine Chance hat, am letzten Spieltag mit einem Sieg gegen Bietigheim auf Rang drei zu springen, hat er dem heutigen Gegner zu verdanken: TUSEM Essen setzte sich – als erstes Team in dieser Saison überhaupt –, beim Tabellenzweiten HC Erlangen durch. Die Mannschaft von Trainer Mark Dragunski erntete nach dem 24:23-Sieg bei den favorisierten Franken Lob von allen Seiten für ihre starke Leistung.

Das Resultat hat auch Jürgen Schweikardt überrascht – wobei er die Essener grundsätzlich hoch einschätzt. An einem guten Tag gehöre der TUSEM zu den besten Teams der Liga, was er in dieser Spielzeit schon mehrfach unterstrichen habe. So fegte Essen den Meister und Erstliga-Aufsteiger TSG Friesenheim mit 30:21 aus der Sporthalle „Am Hallo“. Noch schlimmer erwischte es den HC Empor Rostock beim 42:26. Auswärts besiegte Essen unter anderem die HSG Nordhorn-Lingen und nahm auch bei den Friesenheimer Eulen mit 36:32 die Punkte mit nach Hause.

In eigener Halle lief’s zuletzt nicht mehr ganz so rund bei den Essenern, die hier seit vier Spielen sieglos sind. Nachdem der Zug ganz nach oben abgefahren war für TUSEM, habe die Spannung offensichtlich etwas nachgelassen, vermutet Schweikardt. Im letzten Heimspiel indes, da ist sich der Coach sicher, werden es die Essener noch einmal richtig krachen lassen. Zumal’s für etliche Akteure das letzte Spiel im Essener Trikot sein wird: André Kropp, Niclas Pieczkowski, Philipp Pöter, Toon Leenders, Julius Kühn, Joao Pinto, Ante Vukas und Mathis Stecken werden verabschiedet.

Der deutliche Hinspielsieg ist kein Maßstab

„Da möchten wir aber nicht nur Zaungast sein“, sagt Schweikardt. „Wir werden alles geben, damit uns die Mini-Chance erhalten bleibt.“ Noch ist allerdings nicht sicher, welche Spieler einsatzfähig sein werden. Auf keinen Fall auflaufen kann der an der Schulter verletzte Michael Schweikardt. Bei Simon Baumgarten (Leberprellung) und Lars Friedrich (Außenbandanriss) besteht zumindest eine kleine Hoffnung, dass sie im Kader stehen werden.

„Natürlich fehlen uns unter Umständen wieder drei wichtige Spieler, die nicht zu ersetzen sind“, sagt Schweikardt. Sollte sich die Mannschaft jedoch an die taktischen Vorgaben halten und einen guten Tag erwischen, „könnte es auch so reichen“.

Alles im Griff hatten die Bittenfelder beim 33:27-Hinspielsieg, der TVB-Trainer erwartet heute allerdings eine viel größere Gegenwehr von TUSEM. Der sei auf vielen Positionen exzellent besetzt. Beispielsweise im linken Rückraum, der in der nächsten Saison in der 1. Liga spielen wird: Julius Kühn schließt sich dem VfL Gummersbach an, Niclas Pieczkowski dem TuS Nettelstadt-Lübbecke. Der SC DHfK Leipzig hat sich für die neue Spielzeit die Dienste von TUSEM-Spielmacher Philipp Pöter gesichert. Eine weitere Führungsfigur ist der Kreisläufer André Kropp, der zum TV Emsdetten wechseln wird. Lasse Seidel zählt zu den Besten seines Fachs in der 2. Liga. Der Linksaußen musste wegen einer Fußverletzung diese Woche kürzertreten, er wird aber ebenso spielen wie der zuletzt angeschlagene Carsten Ridder.

Für einen Spieler wird die Partie eine besondere sein: Der Bittenfelder Dennis Szczesny trifft auf seine künftige Mannschaft. Im Hinspiel erwischte Szczesny einen Sahnetag. Womöglich weckte er damit die Begehrlichkeiten der Essener. Jürgen Schweikardt hofft, dass der Youngster heute wieder zu großer Form auflaufen wird. „Er möchte sicher zeigen, wie gut er ist.“

So reicht’s für TVB

Es muss einiges für den TV Bittenfeld laufen, sollte es doch noch reichen zum Aufstieg in die 1. Bundesliga.

Zunächst einmal darf sich der TVB in den Spielen in Essen und gegen Bietigheim keinen Punktverlust mehr erlauben.

Der HC Erlangen muss in Bietigheim und zu Hause gegen Hüttenberg verlieren.

Der SC DHfK Leipzig muss entweder beim EHV Aue oder in der letzten Partie gegen die bereits als Aufsteiger feststehende TSG Friesenheim einen Punkt liegenlassen.

Selbst wenn Rang drei für die Bittenfelder nicht mehr möglich sein sollte: Sie könnten am letzten Spieltag über den dritten Aufsteiger entscheiden. Gewinnt Leipzig beide Spiele und geht Bietigheim gegen Erlangen und Bittenfeld leer aus, wäre Erlangen sicher auf Platz zwei. Bietigheim und Leipzig wären punktgleich Dritter – das Torverhältnis würde darüber entscheiden, wer Friesenheim und Erlangen in die 1. Liga begleitet.

Lizenz erhalten

Der TVB hat die Lizenz fürs kommende Spieljahr – wie immer – ohne Auflagen erhalten. Gestern Nachmittag übermittelte die HBL diese Kunde. „Das bestätigt, dass wir solide wirtschaften“, sagt Jürgen Schweikardt, Geschäftsführer des TVB.