TVB 1898 empfängt Leutershausen

m Sonntag könnte für den TVB der Traum vom Aufstieg endgültig geplatzt sein. Selbst ein Sieg heute wäre – bei entsprechenden Resultaten der Konkurrenz – unter Umständen wertlos. Angesichts der eher bescheidenen Aussichten stellt sich Frage, ob die Bittenfelder weiter an ihre Grenzen gehen werden. „Mir persönlich fällt’s nicht schwer, mich zu motivieren“, sagt Jürgen Schweikardt. Dieselbe Einstellung erwartet der Trainer von seiner Mannschaft – und fährt seine Antennen aus. „In solchen Situation erkennt man, auf wen man wirklich setzen kann, wenn man etwas erreichen möchte.“ Beim 31:23-Sieg gegen Saarlouis hätten alle Spieler Charakter gezeigt.

Während Saarlouis mitten im Abstiegskampf steckt, geht’s für den heutigen TVB-Gegner schon seit vielen Wochen um nichts mehr: Die SG Leutershausen hat keine Lizenz für die neue Spielzeit beantragt. Erstaunlich indes ist, dass das Team trotz dieser Perspektivlosigkeit alles andere als lustlos auftritt. Zuletzt brachten die „Roten Teufel“ den Tabellenzweiten HC Erlangen beim 20:26 bis acht Minuten vor dem Ende (20:22) mächtig ins Schwitzen. Mit Neuhausen (27:31), Bietigheim (25:27) und Nordhorn (24:28) blieben Top-Clubs ohne Punkte gegen das Team von Trainer Marc Nagel.

Schmerzhaft sind die Erinnerungen des TVB ans Hinspiel, das er mit 23:27 verlor und bei 15:15 Punkten zwischenzeitlich im Mittelmaß versank. „Leutershausen kann für jede Mannschaft in der Liga sehr gefährlich werden“, sagt Jürgen Schweikardt. „Außerdem kann es ohne jeglichen Druck spielen.“ Die halbe Mannschaft besteht aus Junioren-Nationalspielern. Mit Hannes Volk, Matthias Conrad und Philipp Schulz stehen jedoch auch gestandene Zweitligaspieler im Kader. Ein Wiedersehen gibt’s mit dem Ex-Bittenfelder Jan Forstbauer.

Sechs Punkte haben die Bittenfelder in dieser Saison vor heimischem Publikum abgegeben. So viele wie Friesenheim und Bietigheim. Nur der HC Erlangen weist mit drei Unentschieden eine bessere Bilanz auf. Das heißt, der TVB kann durchaus als heimstark charakterisiert werden. Der Gegner heute Abend spielt auch lieber in den eigenen vier Wänden, in der Fremde sammelten die Leutershausener in 16 Spielen ein mickriges Pünktchen beim 27:27 in Großwallstadt. Auswärtsstark geht anders, deshalb sind die Bittenfelder auf dem Papier eindeutiger Favorit.

Allerdings sieht’s personell so schlecht aus wie noch nie in dieser Saison: Für den Spielmacher Michael Schweikardt (Schulterverletzung) kommt ein Einsatz ebenso zu früh wie für den Kreisläufer Simon Baumgarten (Leberprellung). Gegen Saarlouis kompensierten die Bittenfelder diese Ausfälle. Heute jedoch muss der TVB zudem auf seinen Top-Torschützen verzichten: Lars Friedrich muss wegen eines Innenbandanrisses am Knöchel zuschauen. Mit Djibril M’Bengue hat der TVB noch einen Linkshänder auf dieser Position, er wird heute mehr Spielanteile bekommen. Ansonsten müssen die Bittenfelder im Rückraum improvisieren.

Auch wenn die Voraussetzung alles andere als gut sind: Jürgen Schweikardt möchte die Punkte unbedingt in der Scharrena behalten. „Es ist eine schwere Aufgabe“, sagt er. „Aber falls die Konkurrenz tatsächlich noch schwächeln sollte, wollen wir da sein.“ Er hofft, dass sich die Spieler aus der zweiten Reihe beweisen wollen. Im Kader stehen werden voraussichtlich wieder Alexander Bischoff und Tom Kuhnle aus dem Perspektivteam. Alle drei Torhüter sind einsatzbereit, Schweikardt plant mit dem Duo Jürgen Müller/Dragan Jerkovic.