Wohnzimmer SCHARRena gegen HG verteidigt

Gleich auf drei Spieler musste der Bittenfelder Trainer Jürgen Schweikardt verzichten: Für Michael Schweikardt (Schulterverletzung) und Simon Baumgarten (Leberprellung) kam ein Einsatz noch zu früh. Der mit Zweifachspielrecht ausgestattete Djibril M’Bengue stellte sich zeitgleich in die Dienste des Württembergligisten TSB Schwäbisch Gmünd, der noch um den Aufstieg kämpft.

Den hat auch der TV Bittenfeld lange Zeit im Blick gehabt. Nachdem indes die Konkurrenz aus Leipzig und Bietigheim am Samstag zum wiederholten Male vorlegte, sind die Chancen des TVB äußerst gering: Fünf Punkte muss er in den verbleibenden drei Spielen gutmachen.

Diese bescheidene Ausgangsposition wäre ein Grund gewesen, es gegen die HG Saarlouis etwas gemächlicher angehen zu lassen. Das indes taten die Bittenfelder nicht – dabei griff Goran Suton, Trainer der HG Saarlouis, ganz tief in die Trickkiste: Die Zuschauer rieben sich beim ersten Angriff der Gäste verwundert die Augen: Das Tor der HG Saarlouis war leer, Merten Krings fungierte mit dem roten Leibchen als siebter Feldspieler.

Davon jedoch ließ sich der TVB nicht beeindrucken. Trotz numerischer Überzahl agierte Saarlouis zunächst viel zu drucklos, um die Bittenfelder Defensive ins Laufen zu bringen. Zudem unterliefen der HG etliche technische Fehler, die vor allem der treffsichere Rechtsaußen Peter Jungwirth eiskalt zu Kontertreffern nutzte. Beim 8:4 nach 13 Minuten bat der Saarlouiser Trainer seine Mannen zur ersten Auszeit.

Die brachte aus Sicht der Gäste aber keine Besserung. Viel zu statisch bauten sie weiterhin ihre Angriffe auf und schwächten sich mit der einen oder anderen unglücklichen Abwehraktion selbst. So musste der Routinier und Spielgestalter nach 17 Minuten bereits zum zweiten Mal auf die Strafbank. In Unterzahl indes agierte die Gäste selten: Mutig brachte Goran Suton auch hier einen zusätzlichen Feldspieler. Obwohl auch die Bittenfelder nun nicht immer ganz bei der Sache waren, bauten sie ihren Vorsprung aus. Großen Anteil daran hatte auch Torhüter Jürgen Müller, der immer besser in die Partie fand.

Der TVB hatte alles im Griff. Ali Bischoff, der phasenweise Florian Schöbinger am Kreis ersetzte, traf mit seiner ersten Aktion zum 12:6 (23.). Mit dem Sechs-Tore-Vorsprung ging der TVB auch in die Pause (16:10). Der TVB hatte bis dahin den zweitbesten Angriff der Liga, angeführt von Tim Suton – dem Führenden der Torschützenliste –, sicher im Griff. Und die HG Saarlouis machte nicht den Eindruck, als ob ihr das Wasser bis zum Hals stehen würde.

Zumindest die Körpersprache änderte sich im zweiten Spielabschnitt. Goran Suton schien die richtigen Worte an seine Spieler gerichtet zu haben. Jedenfalls agierten sie deutlich bissiger in der Defensive und druckvoller im Angriff. Die Bittenfelder waren nun mehr gefordert. Was nicht heißt, dass Saarlouis drauf und dran war, die Partie zu drehen. Es war aber mehr Leben in der Bude. Das Tempo wurde höher, beiden Mannschaften unterliefen in ihren teilweise hektischen Bemühungen allerdings eine ganze Reihe von leichten Fehlern. An den Kräfteverhältnissen änderte sich nichts. Der eingewechselte Gästekeeper Rajko Milosevic bekam zwar das eine oder andere Mal die Hände an den Ball, sein Gegenüber Müller stach ihn trotzdem aus.

Das 24:16 durch den starken Dominik Weiß bedeutete nach 43 Minuten mehr als die Vorentscheidung. Saarlouis versuchte mit verschiedenen Deckungsvarianten, die Bittenfelder zu verwirren. Das funktionierte aber nur bedingt. Beim 27:18 (47.) war der größte Vorsprung der Partie erreicht, es ging längst lediglich noch um die Höhe des Bittenfelder Sieges.

Vier Minuten vor dem Ende kam der junge Tom Kuhnle aus dem Perspektivteam zu seinem Zweitliga-Debüt – und traf gleich per Konter zum 31:22. Am Ende stand im drittletzten Heimspiel der Saison der ungefährdete 31:23-Sieg. Bereits am kommenden Freitag steht die nächste Partie in der Scharrena an: Um 20 Uhr gastiert die SG Leutershausen.

TV Bittenfeld: Müller, Jerkovic; Schimmelbauer (3), Schöbinger (3), Kienzle, Weiß (7), Kuhnle (1), Friedrich (5), Jungwirth (5), Bischoff (1), Seiz (3/3), Szczesny (2), Heib (1/1).

HG Saarlouis: Milosevic, Jonczyk; Krings (3), Backovic (2), Leist, Dobardzijev (1), Janiszewski, Hombrink, Grgic (3), Weißgerber, Holzner (7/2), Suton (6/2), Walz (2), Riganas.