Deutliche TVB-Niederlage im hohen Norden

„Das ist sicherlich ernüchternd“, sagte der Bittenfelder Trainer Jürgen Schweikardt unmittelbar nach Spielende. „Wir werden aber die Saison nicht abhaken und weiterhin versuchen, auf die vorderen Mannschaften Druck auszuüben.“

Die Voraussetzungen für einen Auswärtssieg waren schon besser gewesen für den TVB. Die angeschlagenen Michael Schweikardt und Dragan Jerkovic machten die Reise in den Norden erst gar nicht mit. Und dann startete die Partie auch noch mit 15 Minuten Verspätung: Ein Stau bremste die Bittenfelder aus. Für die 65 Kilometer von Hamburg nach Lübeck benötigten sie knapp drei Stunden.

Negative Auswirkungen aufs Spiel hatte diese schlechte Vorbereitung allerdings nicht – im Gegenteil: Der TVB startete konzentriert und – wie in den jüngsten Spielen – sehr stark in der Defensive. Nach 15 Minuten führte er mit 7:3 und musste nur zwei Treffer aus dem Spiel heraus hinnehmen. Auch beim 10:6 (23.) und 11:7 (24.) sah’s gut aus für das Team von Trainer Jürgen Schweikardt. Wenig deutete zu diesem Zeitpunkt darauf hin, dass dem TVB das Spiel aus den Händen gleiten könnte.

In den letzten fünf Minuten vor der Pause indes kam Bad Schwartau besser in die Partie. Im Tor übergab Ariel Panzer an Markus Noel – und der avancierte zu einem der Matchwinner beim Heimteam. Die Bittenfelder verwarfen den ersten von drei Siebenmetern und kassierten zum wiederholten Mal einen Treffer in numerischer Überlegenheit. Der künftige Bittenfelder Finn Kretschmer sowie die immer stärker aufspielenden Jan Schult und Marcel Schliedermann brachten ihr Team zur Pause auf 12:13 heran. Der TVB hatte recht leichtfertig den Vier-Tore-Vorsprung vergeigt – und erwischte einen schwachen Start in die zweiten 30 Minuten.

Schult besorgte beim 15:14 (35.), nach einem 5:1-Lauf, die erste Führung für den VfL. Nach Schliedermanns 17:15 ersetzte Daniel Sdunek beim TVB Jürgen Müller im Tor. Doch auch diese Maßnahme fruchtete nicht wirklich. Wobei die Probleme nicht alleine in der löchrigen Deckung lagen. Auch der Angriff schluderte zunehmend, machte leichte Fehler oder scheiterte am guten Keeper Noel.

Geschlagen freilich gaben sich die Bittenfelder noch längst nicht. Nach dem zwischenzeitlichen Drei-Tore-Rückstand brachten sie sich beim 20:19 (43.) wieder ins Spiel und hatten auch beim 25:23 aus Sicht des VfL zehn Minuten vor dem Ende noch die Chance, zumindest einen Punkt mitzunehmen. Daraus wurde allerdings nichts, weil der TVB auch in der Endphase mit einer zu hohen Fehlerquote agierte. Beim 27:24 für Bad Schwartau scheiterte Lars Friedrich vom Siebenmeterstrich, Dennis Tretows Treffer zum 28:24 (57.) bedeutete die Entscheidung. Letztlich musste sich der TVB deutlich mit 25:30 geschlagen geben und muss mehr denn je auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen.

„In einem so schweren Auswärtsspiel reicht eine solche Leistung eben nicht“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt.

VfL Bad Schwartau:
Panzer, Noel; Glabisch (1), Schwarz (2/2), Podpolinski (2), Fritsch, Waschul, Schult (6), Tretow (2), Kretschmer (6), Schliedermann (6), Kalski, Quade (5), Bruhn.

TV Bittenfeld 1898:
Müller, Sdunek; Schimmelbauer (4), Schöbinger (1), Kienzle (1/1), Weiß (6), Friedrich (5/2), M’Bengue, Jungwirth (2), Baumgarten (2), Seiz, Szczesny, Heib (4/1).